[Photo: Dr. Rudolf Tschaepe]     Dr. Rudolf Tschäpe
(1943 - 2002)

Wir trauern um unseren Freund Dr. Rudolf Tschäpe.

Er ist am 14. 4. 2002 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren verstorben.

Rudolf Tschäpe war eng mit der Astronomie in Potsdam verbunden. Er hatte in Jena Physik und Astronomie studiert und als junger Diplomphysiker einige Jahre an der Sternwarte Sonneberg gearbeitet. Vor 30 Jahren kam er an das damalige Zentralinstitut für Astrophysik nach Potsdam. Zunächst war er auf dem Gebiet der Sternphysik tätig, damals noch auf dem Telegraphenberg, später, dann schon in der jetzigen Arbeitsgruppe Magnetohydrodynamik, wandte er sich der Theorie der Akkretionsscheiben zu, insbesondere dem schwierigen Gebiet der hydrodynamischen und gravitativen Instabilitäten. In seinen letzten Arbeiten standen die Sterne wieder im Vordergrund: das Lithium-Problem und die Sternaktivität.

Seine Interessen aber gingen weit über die Astronomie hinaus, seine Wissbegierde war unbegrenzt. Wer ihn kannte, wird sich des Kunstexperten Rudolf Tschäpe erinnern, der auf unübersehbare Weise unser Institut und die Stadt Potsdam bereichert hat. Stets auch war er ein politischer Mensch gewesen, der sich zu seinen Idealen bekannte. Die Potsdamer werden sein öffentliches, umsichtiges Wirken in der Zeit der friedlichen Revolution, wo er sich mutig für die Bürgerbewegung engagiert hatte, nie vergessen. Wir sind ihm dafür zu Dank verpflichtet, half er doch damit wie kaum ein anderer, den Grundstein zu dem Institut zu legen, an dem wir alle arbeiten dürfen.

Rudolf Tschäpe wird uns als ein feinsinniger, allseits geschätzter Mitarbeiter in Erinnerung bleiben, der es immer wieder verstand, auf Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

Im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen,

K. G. Strassmeier, G. Rüdiger, H.-E. Fröhlich


Die Trauerfeier findet am Sonnabend, dem 20.4., um 14.00 Uhr in der Fischerkirche in Ferch statt.