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Feierliche Wiedereinweihung des Großen Refraktors

19. Juli 2017. Der Große Refraktor des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) auf dem Potsdamer Telegrafenberg erstrahlt in neuem Glanz nachdem am Kuppelgebäude etwa ein Jahr lang Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt wurden. Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, wohnte der feierlichen Wiedereinweihung bei und hielt ein Grußwort.
Feierliche Wiedereinweihung des Großen Refraktors

Das Kuppelgebäude des Großen Refraktors

Der Große Refraktor des AIP ist ein Denkmal der astrophysikalischen Forschung und ein Wahrzeichen Potsdams. Das riesige Linsenteleskop wurde am 26. August 1899 in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. als Hauptteleskop des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam erstmals feierlich eingeweiht. Es ist noch heute das viertgrößte Linsenteleskop der Welt.

Wissenschaftsministerin Martina Münch würdigte den restaurierten Großen Refraktor als bedeutendes wissenschaftliches Wahrzeichen Potsdams. „Der Große Refraktor und der Telegrafenberg waren nicht nur vor mehr als 100 Jahren bedeutende Wissenschaftsorte – sie sind es bis heute. Das in Potsdam-Babelsberg ansässige Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, zu dem der Große Refraktor gehört, ist eine herausragende außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Landes Brandenburg und gehört seit Jahren zu den renommiertesten und forschungsstärksten wissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands“, so Münch. Matthias Winker, Administrativer Vorstand des AIP, eröffnete die Wiedereinweihung. Neben der Ministerin richtete Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des AIP, ein Grußwort an die Gäste. Jörg Limberg von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam ging in einem Vortrag auf die bautechnischen Aspekte und die denkmalschutzgerechte Sanierung des Kuppelgebäudes ein.

Zwischen Mai 2016 und Mai 2017 führten zahlreiche Spezialfirmen und Fachkräfte die Instandsetzungsarbeiten am Kuppelgebäude aus. Die denkmalgerechte Sanierung der Fassade lässt das Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. Bereits beim Betreten des restaurierten Treppenaufgangs bekommen Besucher einen Vorgeschmack auf die detailreiche und kunstvolle Gestaltung des Kuppelinnenraums. Der Durchmesser der 200 Tonnen schweren, drehbaren Kuppel liegt bei 21 Metern.

Das Teleskop ist ein Doppelrefraktor mit zwei fest miteinander verbundenen Fernrohren auf einer parallaktischen Montierung. Das größere Rohr verfügt über ein 80 Zentimeter-Objektiv und das kleinere hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Die Brennweite beträgt 12 Meter. Ein wissenschaftlicher Höhepunkt war 1904 die Entdeckung der diffusen interstellaren Materie durch Johannes Hartmann.

Das Linsenteleskop selbst hatte nach Zerlegung im Jahr 2003 durch eine dreijährige umfassende Restaurierung in den Werkstätten der Firma 4H-Jena-engineering seine volle Funktionstüchtigkeit zurückerlangt. Dass es restauriert werden konnte, war vor allem dem engagierten Förderverein Großer Refraktor Potsdam e. V. und der Pietschker-Neese-Stiftung, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verwaltet wird, zu verdanken.

Der Große Refraktor ist einer breiten Öffentlichkeit in der Form von Führungen und alljährlichen  Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals zugänglich.

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Prof. Dr. Matthias Steinmetz, 0331 7499-801, sek-vorstand@aip.de

Pressekontakt: Kristin Riebe, Janine Fohlmeister, 0331 7499-803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.