Astrophysikalisches Institut Potsdam

Sonnenobservatorium
Einsteinturm


soelogo



Optische Sonnenphysik -- Sonnenobservatorium Einsteinturm

Aufgabenstellung

Sonnenforschung in Deutschland begann 1874 mit der Gründung des Astrophysikalischen Observatoriums in Potsdam. Ein halbes Jahrhundert später entstand hier mit dem Einsteinturm das erste Turmteleskop in Europa; zusammen mit einem der größten Spektrografen dieser Zeit steht seitdem eine leistungsfähige Sonnenforschungsanlage zur Verfügung. Vor mehr als 50 Jahren wurden dort - auch erstmalig in Europa - solare Magnetfelder mit Hilfe spektralpolarimetrischer Verfahren gemessen. Alle Phänomene der Sonnenaktivität werden ja durch Wechselwirkungen des turbulenten Sonnenplasmas mit Magnetfeldern verursacht. Die Bestimmung der Struktur und Dynamik der Magnetfelder stellt daher ein Schlüsselproblem zum Verständnis der Aktivitätserscheinungen dar und steht bis heute im Mittelpunkt des Interesses der Potsdamer Sonnenphysiker.

Im Einsteinturm arbeiten ein Doppelspektrograf und zwei lichtelektrische Polarisationsanalysatoren, die es uns ermöglichen, die räumliche Verteilung des Magnetfeldvektors und dessen Gradienten zu bestimmen. Für Beobachtungen mit höchster Bildauflösung werden die Potsdamer Verfahren auch an den deutschen Vakuum-Sonnenteleskopen im spanischen Observatorio del Teide auf Teneriffa eingesetzt. Eine Beteiligung an Satellitenexperimenten eröffnet uns den Zugang zu Daten, die bodengebunden nicht erreichbar sind. Der Einsteinturm als großes `Hausinstrument' erreicht wegen seines Standortes zwar nur eine mittlere Bildauflösung von etwa tex2html_wrap_inline49 ; wegen seiner ständigen Verfügbarkeit ist sein Einsatz aber eine unersetzbare Ergänzung zu den Messungen an den großen Teneriffa-Teleskopen und den Satellitenexperimenten und erfüllt u.a. folgende Aufgaben:

Helioseismologische Untersuchungen stellen ein neues attraktives Forschungsgebiet dar: Lokale - z.B. in Sonnenflecken gemessene - und globale Eigenschaften von Wellen und Oszillationen in der Sonne ermöglichen eine Sondierung der Sonnenatmosphäre und des sonst nicht beobachtbaren Sonneninneren. Dabei werden - wie bei den Magnetfeldmessungen - die eigenen und fremde Meßdaten mit den Ergebnissen unserer theoretischen Modellrechnungen konfrontiert und neue Fragestellungen an die Beobachtung, d.h. Vorschläge für neue Experimente, abgeleitet.

Jürgen Staude





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