Presseerklärung vom 12. Juli 1999
Der Fehlschlag von ABRIXAS ist wissenschaftlich ein herber Verlust, nicht nur für die drei beteiligten deutschen Institute - das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP), das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und das Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen (IAAT); die Pfadfinderrolle von ABRIXAS durch die vollständige Durchmusterung des Himmels im mittelenergetischen Röntgenbereich war bereits international fest eingeplant und als Voraussetzung für weiterreichende Projekte betrachtet worden.
Der Schlußstrich unter die wissenschaftliche Mission erfolgte zum jetzigen Zeitpunkt, weil Ende Juni noch einmal intensiv -- aber ohne Erfolg -- versucht worden war, von der Bodenstation des Raumfahrtkontrollzentrums GSOC in Oberpfaffenhofen Kontakt aufzunehmen. Eine Woche lang befand sich ABRIXAS in einem schattenlosen Orbit um die Erde, so daß mehrere Tage ein Betrieb über die Sonnensegel prinzipiell möglich gewesen wäre. Mit einem kurzzeitigen Einschalten hätten zumindest die Satellitenfunktionen und insbesondere die vom MPE entwickelte neuartige CCD-Röntgenkamera und das von Carl Zeiss gebaute Röntgenteleskop getestet werden können.
Unterstützt wurden die Reaktivierungsversuche durch Radarmessungen von FGAN und optische Beobachtungen des Lichtwechsels von ABRIXAS durch das internationale Netz der Amateur-Satellitenbeobachter. Aus diesen Messungen konnte eine Abnahme der Rotationsperiode und die grobe Ausrichtung des Satelliten ermittelt werden. Sehr wahrscheinlich schlugen alle bisherigen Kontaktversuche fehl, weil das Sonnensegel von ABRIXAS nicht genügend auf die Sonne ausgerichtet war, um den Satelliten in seinem jetzigen Zustand ausreichend mit Strom zu versorgen. Auch nach dem Scheitern der Mission wird weiterhin regelmäßig der Versuch einer Kontaktaufnahme zu technischen Untersuchungen unternommen.
Astrophysikalisches Institut Potsdam Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen
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Prof. Günther Hasinger,
Prof. Joachim Trümper,
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