Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat in seiner Sitzung am 9. Juli die weitere gemeinsame
Förderung des AIP durch Bund und Länder als eines von 13 begutachteten Leibniz-Einrichtungen
empfohlen. Allen begutachteten Instituten bescheinigt der Senat überregionale
Bedeutung und stellt fest, dass Bund und Länder ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches
Interesse an der Arbeit der Einrichtungen haben. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert
in einem Zeitraum von maximal sieben Jahren die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft.
Bestnoten für das AIP. Das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP) beschäftigt sich
erfolgreich mit grundlagenorientierten Forschungsfragen auf dem Gebiet der Astrophysik und
entwickelt ebenso erfolgreich ein entsprechendes Forschungsinstrumentarium. Die
wissenschaftlichen Leistungen werden vom Senat als überwiegend sehr gut bis exzellent und
als weltweit führend beurteilt. Es gelinge dem AIP, ein breites thematisches Spektrum zur
stellaren und interstellaren Plasmaphysik sowie zur kosmologischen Evolution umfassend zu
bearbeiten. In physikalischer, mathematischer und numerischer Methodik wird dem Institut eine
sich perfekt ergänzende Forschungsstruktur bescheinigt. Die Leistungen des AIP spiegelten
sich in der sehr guten Qualität der Publikationen und einer sehr hohen Drittmitteleinwerbung des
Instituts wider. Das AIP pflege sehr gute Kooperationsbeziehungen. Dabei verdiene in den
Augen des Senats auch der vom Institut initiierte Wissens- und Technologietransfer mit
verschiedenen Industriepartnern in der Region Berlin-Brandenburg besondere Anerkennung.
Der Senat begrüßt den geplanten Bau eines zusätzlichen Institutsgebäudes für
Technologieentwicklung und -transfer und sieht es als dringlich an, dass die Zuwendungsgeber
möglichst bald die Flexibilisierung in der Haushaltsbewirtschaftung umsetzen.
Die Stärken stärken. Die wissenschaftlichen Direktoren der beiden Forschungsbereiche des
AIP "Kosmische Magnetfelder" und "Extragalaktische Astrophysik" Prof. Klaus G. Strassmeier
und Prof. Matthias Steinmetz begrüßen das äußerst positive Ergebnis. Die künftige
Institutsstrategie stehe unter dem Motto "Die Stärken stärken". Man verfolge als
wissenschaftliche Zielsetzung weiterhin die Erforschung des Verhältnisses zwischen der Sonne
und anderen Sternen - ein Forschungsansatz, den der Bewertungsbericht als in Deutschland
einmaliges Konzept würdigt - mit der Vision, auch an der Suche nach Sternen mit extrasolaren
Planeten und extraterrestrischem Leben teilzunehmen. Mit der einhergehenden Entwicklung
von robotischen Teleskopen und höchstauflösender Spektroskopie sei das AIP, auch auf
internationaler Ebene, bereits führend. Die Extragalaktische Astrophysik wird sich weiter der
Untersuchung der Entstehung der Milchstraße und anderer Galaxien widmen durch eine
Verbindung von Durchmusterungen des Himmels mit detaillierten Computersimulationen. Der
Bewertungsbericht lobt die auf diesem Gebiet arbeitenden AIP-Wissenschaftler als eine der
weltweit dominierenden Gruppen. Auch die Erforschung der mysteriösen "Dunklen Energie" des
Weltalls soll vertiefend verfolgt werden, unter Ausnutzung des am AIP entwickelten,
richtungweisenden Forschungsinstrumentariums.
Für die nahe Zukunft hat das AIP jetzt schon allen Grund zu Optimismus: Das in Arizona (USA)
errichtete und derzeit weltgrößte "Large Binocular Telescope" (LBT), zu dem das AIP mit
technologischen Entwicklungen in Steuerung und Instrumentierung beiträgt, hat seine
wissenschaftliche Nutzung aufgenommen. Erste wissenschaftliche Arbeiten auf Basis von mit
dem LBT gewonnenen Daten sind bereits publiziert. Das Institut freue sich daher besonders
über die Würdigung der Bewertungskommission seiner wichtigen Rolle für die nationale
"Scientific Community", insbesondere auch im Hinblick auf die Schaffung des Zugangs zu
Großteleskopen wie dem LBT.
Ebenfalls noch in diesem Jahr startet ein besonders zukunftsträchtiges Projekt zum
Technologietransfer: die Etablierung eines gemeinsam von AIP und der Universität Potsdam
getragenen Zentrums für faseroptische Spektroskopie und Sensorik (innoFSPEC Potsdam).
Diese ehrgeizige Initiative wurde im April 2008 innerhalb des BMBF-Wettbewerbs "Zentrum für
Innovationskompetenz" zur 5-jährigen Bundesförderung ausgewählt. innoFSPEC Potsdam wird
wesentliche Grundlagenforschungs-Themen aus den Gebieten der dreidimensionalen
Spektroskopie und der Sensorik aufnehmen, deren Ergebnisse bereits jetzt absehbare
Auswirkungen auf die zukünftigen Märkte für optische Technologien zeigen.
Das AIP beschäftigt sich vorrangig mit kosmischen Magnetfeldern und extragalaktischer Astrophysik.
Daneben wirkt das Institut als Kompetenzzentrum bei der Entwicklung von Forschungstechnologie in den
Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Das AIP ist Nachfolger der 1700
gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums
Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete.
Das AIP ist eine Stiftung privaten Rechts und ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft.
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören derzeit 82 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die
wissenschaftliche Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung bearbeiten. Sie stellen
Infrastruktur für Wissenschaft und Forschung bereit und erbringen forschungsbasierte Dienstleistungen -
Vermittlung, Beratung, Transfer - für Öffentlichkeit, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Sie werden
gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.
Ansprechpartner
Prof. Matthias Steinmetz
Astrophysikalisches Institut Potsdam
An der Sternwarte 16
14482 Potsdam
Tel. (0331) 7499 381
Pressestelle: Madleen Köppen (0331) 7499 469
[Pressemitteilung]
[Astrophysikalisches Institut Potsdam]
[Leibniz Gemeinschaft]
|