Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin lobt jährlich den von der Wilhelm und Else
Heraeus-Stiftung gestifteten Physik-Studienpreis für herausragende Absolventinnen
und Absolventen des Diplom-Physikstudiums aus. Am Donnerstag, dem 10 Juli 2008,
erhielt Bernd Husemann vom Astrophysikalischen Institut Potsdam diese
Auszeichnung. Seit 2004 verleiht die Stiftung den Physik-Studienpreis an die zehn
besten Physik-Diplomabsolventen eines Jahres in Berlin und Potsdam. Bernd
Husemann erhielt den mit 1.500 Euro dotierten Preis für seine herausragende
Studienleistung, die er mit einer Diplomarbeit zum Thema "Integral Field Spectroscopy
of Low-Redshift Quasars" abschloss. Diese Arbeit fertigte er am Astrophysikalischen
Institut Potsdam (AIP) an. Die Preisverleihung fand im Rahmen einer öffentlichen
Festveranstaltung im Magnus-Haus Berlin statt.
Zur Person: Zum Physikstudium kam Bernd Husemann 2001 an die
Universität Potsdam. Die Auswahl seines Studienortes fiel
nicht zufällig auf Potsdam, schon damals hatte er das
Ziel, Astronom zu werden. Während eines einjährigen
Auslandsaufenthaltes an der Universität Southampton
konnte Bernd Husemann bereits an einer Beobachtungsreise zum internationalen Observatorium
auf La Palma/Spanien teilnehmen - eine
außergewöhnliche Gelegenheit, die nur wenige Studenten
erhalten. Als Übungsleiter für die Astrophysik-Einführungsvorlesung von Prof. Dr. Lutz Wisotzki erwies
sich Bernd Husemann als Erfinder von kreativen und
anspruchsvollen Übungsaufgaben. Der aus Ostwestfalen stammende
Nachwuchswissenschaftler ist in seiner Freizeit unter
anderem als ehrenamtlicher Organist tätig und spielt im
Badminton-Club Potsdam.
Zur Arbeit: Bernd Husemann fertigte seine Diplomarbeit am Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP)
unter der Betreuung von Prof. Dr. Lutz Wisotzki an. Innerhalb von einem Jahr bewältigte er
einen Arbeitsaufwand, den man fast mit einer Doktorarbeit vergleichen kann. Während
dieser Zeit arbeitete sich der 27-jährige Nachwuchswissenschaftler als Experte in die
Technik der optischen Integralfeld-Spektroskopie ein und wertete einen großen Satz von
neuen Beobachtungsdaten aus. Im Ergebnis konnte Bernd Husemann als erster zeigen,
dass 50 Prozent der Quasare über weit ausgedehnte Emissionslinienregionen verfügen, und
dass deren An- oder Abwesenheit eng mit Eigenschaften der Quasarkerne
zusammenhängen. Diese Ergebnisse überzeugten auch die Gutachter der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG), die Fortsetzung des Vorhabens durch eine
Doktorandenstelle zu fördern.
Seit Mai 2007 betreut Prof. Wisotzki auch das Promotionsvorhaben von Bernd Husemann. In
der Doktorarbeit führt der Diplom-Physiker am AIP die Untersuchungen an aktiven
Galaxienkernen und deren Effekt auf die Galaxien weiter.
Das AIP beschäftigt sich vorrangig mit kosmischen Magnetfeldern und extragalaktischer Astrophysik.
Daneben wirkt das Institut als Kompetenzzentrum bei der Entwicklung von Forschungstechnologie in den
Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Das AIP ist Nachfolger der 1700
gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums
Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete.
Das AIP ist eine Stiftung privaten Rechts und ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft.
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören derzeit 82 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die
wissenschaftliche Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung bearbeiten.
Ansprechpartner
Prof. Lutz Wisotzki
Astrophysikalisches Institut Potsdam
An der Sternwarte 16
14482 Potsdam
Tel. (0331) 7499 532
Pressestelle: Madleen Köppen (0331) 7499 469
[Pressemitteilung]
[Programmbereich Galaxien und Quasare]
[Astrophysikalisches Institut Potsdam]
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