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Heute haben Wissenschaftler des Astrophysikalischen Instituts Potsdam (AIP) unter Leitung
von Prof. Dr. Gottfried Mann die ersten Probemessungen mit einer neuen Antennenstation in
Potsdam-Bornim erfolgreich abgeschlossen. Die Station wird in ihrer finalen Ausbaustufe
integraler Bestandteil des digitalen Radioteleskops und europäischen Großprojekts LOFAR
(LOw Frequency ARray) werden und unter anderem die Effekte des Weltraumwetters auf
unsere Erde und unser Klima erforschen.
"Das erste Licht mit der LOFAR-Station ist ein großer Moment für uns. Bald können wir mit
dem modernsten Radioteleskop der Welt arbeiten", so Mann. Ein zentrales Thema für die
Potsdamer Wissenschaftler wird das Weltraumwetter sein. Die kosmische Strahlung der
Sonne hat einen direkten Einfluss auf unser irdisches Wetter und Klima. Bei erhöhter
Sonnenaktivität kann es beispielsweise zu geomagnetischen Stürmen kommen. Die
Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die Erde und den erdnahen Weltraum sind Thema des
vom AIP koordinierten "LOFAR Key Science Project: Solar Physics and Space Weather".
Warum Weltraumwetter mit LOFAR? Die Sonne selbst ist eine intensive Radioquelle und
Radioausbrüche weisen auf erhöhte Sonnenaktivität wie auf Flares und koronalen
Masseauswürfen hin. Der Wellenlängenbereich, den das Radioteleskop LOFAR abdeckt,
erlaubt nun eine Beobachtung der mittleren und äußeren Sonnenkorona, ist also ideal zur
Detektion solcher Phänomene.
"LOFAR wird ein neues Fenster für die Radioastronomie öffnen." schwärmt Mann. "Wir reden
hier von Wellenlängen zwischen einem Meter und 10 Metern."
LOFAR ist das erste Radioteleskop einer neuen Generation. Es erzeugt mit Hilfe komplexer
Algorithmen in einem Supercomputer Bilder aus den digitalen Signalen einer riesigen Anzahl
von einfachen, unbeweglichen Dipolantennen, die quer über Europa verteilt sind. Die
Potsdamer Station ist eine von insgesamt 43 europäischen Stationen, die jeweils etwa 1600
Dipolantennen beherbergen werden.
Mit dieser Struktur kann LOFAR die Sonne kontinuierlich überwachen und gleichzeitig auch
sehr flexibel auf eine erhöhte Sonnenaktivität reagieren. Auch das macht LOFAR zu einem
idealen Instrument zur Beobachtung des Weltraumwetters. Doch LOFAR hat auch
ehrgeizige wissenschaftliche Ziele im ferneren Kosmos. So wollen die Astronomen
beispielsweise Wasserstoffwolken in der Frühphase des Kosmos aufspüren, als das
Universum "durchsichtig" wurde. Auch zur Untersuchung von aktiven Galaxien und
Quasaren, und von Magnetfeldern im Universum wird LOFAR neue Erkenntnisse beitragen.
LOFAR ist ein Projekt mehrerer Institute aus 6 europäischen Ländern unter der Leitung des
Instituts ASTRON aus den Niederlanden mit maßgeblicher Beteiligung des AIP.
Presseansprechpartner
Madleen Köppen
Astrophysikalisches Institut Potsdam
An der Sternwarte 16
D-14482 Potsdam
(0331) 7499 469
Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Pof. Dr. Gottfried Mann
(0331) 7499 292

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