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Wissenschaftler und Techniker des Astrophysikalischen Instituts Potsdam (AIP) haben eine
neue elektronische Kamera für den Potsdamer Spektrographen "PMAS" am deutsch-spanischen
Calar-Alto-Observatorium entwickelt und erste Aufnahmen am Teleskop damit
gemacht. Damit können die Astronomen Galaxien und Sterne zukünftig noch effizienter
vermessen.
"Wir sind nun in der Lage, Informationen über den doppelten Wellenlängenbereich zu
erhalten - sozusagen Spektralanalyse in Breitwandformat - und das bei einer verbesserten
Empfindlichkeit, niedrigerem Rauschen und einer schnelleren Verarbeitungszeit", freut sich
Andreas Kelz, Wissenschaftler des AIP, über den ersten erfolgreichen Einsatz der neuen
Kamera am Teleskop.
Die Kamera verwendet eine größere CCD (Charged-Coupled Device) und kann so mehr
Informationen als zuvor von dem Spektrographen auffangen. PMAS ist ein vollständig am
AIP entwickelter Vielkanalspektrograph, der Hunderte von Bildern oder Spektren gleichzeitig
aufnehmen kann. Dazu verwendet das Gerät mechanische, optische und elektronische
Hochleistungstechnologien, unter anderem optische Glasfasern und sensitive elektronische
Bilddetektoren.
"Es ist äußerst motivierend zu sehen, dass die wesentlichen Komponenten, die PMAS seit
Jahren so erfolgreich machen, nämlich Glasfaser- und CCD-Technologien, auch
Gegenstand des diesjährigen Nobelpreises für Physik sind", so Martin M. Roth vom AIP, der
Leiter des Projekts. "Vor allem Glasfasern bieten noch ein großes Potential für Innovationen."
Der Erfolg der neuen Kamera ist auch ein wichtiger Meilenstein für ein weiteres Projekt mit
Potsdamer Beteiligung. Ähnliche Detektoren sollen in dem zukünftigen europäischen
Instrument "MUSE" zum Einsatz kommen. MUSE wird in der Lage sein, 90.000 Spektren
während nur einer einzigen Belichtung aufzunehmen.
Die Astronomen denken außerdem bereits über Anwendungen jenseits der Astrophysik
nach. Zusammen mit Partnern von der Physikalischen Chemie der Universität Potsdam hat
das AIP das Zentrum für faseroptische Spektroskopie und Sensorik "innoFSPEC Potsdam"
gegründet. Ein erklärtes Ziel ist es, die in der Astrophysik entwickelten
Vielkanalspektrographen auch für Anwendungen in der Medizin, Pharmazie, der Geophysik,
oder der Umwelt- und Sicherheitstechnik zu optimieren.
Weitere Informationen:
PMAS, der Potsdamer Multi-Aperture Spektrophotometer, ist ein fasergekoppelter 3D- oder
Integralfeld-Spektrograph. Er wurde am AIP entwickelt und gebaut, mit Förderung der
Verbundforschung des BMBF.
Das deutsch-spanische Calar Alto Observatorium befindet sich in der Sierra de Los Filabres
(Andalusien, Spainien). Es wird gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA)
in Heidelberg und dem Instituto de Astrofísica de Andalucía (CSIC) in Granada, Spanien
betrieben.
innoFSPEC ist das Zentrum für Innovationskompetenz für faseroptische Spektroskopie und
Sensorik in Potsdam. Das Zentrum ist ein Gemeinschaftsvorhaben des AIP und der
Universität Potsdam, gefördert vom BMBF innerhalb des Programms Unternehmen Region.
Presseansprechpartner
Madleen Köppen
Astrophysikalisches Institut Potsdam
An der Sternwarte 16
D-14482 Potsdam
(0331) 7499 469
Wissenschaftliche Ansprechpartner
Dr. Andreas Kelz
(0331) 7499 411

Dr. Martin M. Roth
(0331) 7499 313
[Pressemitteilung]
[Programmbereich 3D-Spektroskopie]
[AIP Homepage]
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Der elektronische Bildsensor (CCD) besitzt 16 Millionen Pixel und wird mit flüssigem
Stickstoff auf -120 Grad Celsius gekühlt. [Bild: Thomas Fechner, AIP]

Das erste Bild mit der neuen PMAS Kamera. Es zeigt kombinierte Spektren der Galaxie
UGC2238 im Sternbild Widder und des Nachthimmels. Der aufgenommene Spektralbereich
deckt das gesamte sichtbare Licht von 390nm im Blauen bis zu 720nm im Roten ab, doppelt
so viel, wie bisher. [Bild: Peter Weilbacher, AIP]
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