Bemerkungen
zur Kreuzfahrt Nofretete (Luxor-Aswan-Stausee-AbuSimbel-Stausee-Aswan-Luxor) mit PHOENIX
vom 15.1.-29.1.2009
Am 15.Januar 2009 flogen wir mittags nach Luxor, am 29.1. 2009 flogen wir abends über Hurghada zurück.
Alle Reiseorganisation seitens Memnon Tours lief perfekt.
Wir haben es genossen.
Das Wetter war wärmer als erwartet (9-27 Grad C statt der Internetangabe von 5-24 Grad C),
ganz trocken wie erwartet. Ich habe nur zweimal eine Mücke gehört und nur einmal eine gesehen.
Scharen von kleinen Fliegen warteten gelegentlich vor den Scheiben, aber eine gut regelbare Klimaanlage
erübrigte deren Öffnen, und auf dem Sonnendeck war nichts zu spüren.
Der Aufenthalt auf den Schiffen vermittelte ein Gefühl der Extraterritorialität,
und das nicht nur wegen der Zugangskontrollen, sondern wegen der nur sehr eingeschränkten
Gelegenheiten,
auf eigene Faust etwas zu unternehmen. Wenn das gesteuert war, was ich zum Teil verstehen kann,
dann doch ausgesprochen dezent.
Die Extraterritorialität betraf aber auch die Küche, die nur zu einem geringen Teil exotisch war, nur eben viel Fritiertes enthielt.
Ägyptischen, mit Kardamom gewürzten Kaffee habe ich auf der ganzen Reise nicht geschmeckt,
Taamija direkt aus dem Fritiergerät nur einmal beim Basarbesuch in Aswan.
Das ägyptische Allerweltsgetränk Karkadeh war auf dem Schiff ziemlich teuer,
immer nur kalt und sehr süß.
Das gute (und fette) Essen haben wir nur eine Woche durchgehalten,
danach war die Küche nicht mehr neu und etwas
Zurückhaltung war auch angesagt. Wir haben entgegen der Erwartung nicht zugenommen.
Die Verteilung von Anstrengung und Ruhe ist also perfekt.
Wir hatten "All Inclusive" nicht gebucht und haben so statt der 320 Euro nur 90 Euro für Getränke ausgegeben.
Die freien Säfte und Biere kann man sich wirklich sparen. Der Kaffee war zwar teilweise sehr gut,
aber keineswegs ägyptisch.
Auf den Schiffen ist viel Treppensteigen angesagt. Wer schlecht zu Herz ist, sollte das bedenken.
Die Ausflüge begannen pünktlich, auch wenn sie einmal
sehr früh angesetzt waren (9:00 Karnak 8:30 Edfu 7:00 Philae
8:00 Kalabsha 7:30 Wadi esSebua 9:00 Abu Simbel 7:00 Theben-West). Für den Interessierten
hätte es manchmal noch früher sein können (Karnak, Edfu, Theben-West).
Für den Interessierten war es auch bitter, erleben zu
müssen, wie die ägyptischen Führer es besonders bei den Höhepunkten
eilig hatten, um Zeit für
Verkaufsshows abzuzweigen, wo dann natürlich alle Zeit der Welt zur Verfügung stand.
So haben wir in Karnak
nur die Hauptallee besichtigt (Abschluss mit Papyrus-Verkaufsaustellung) und auf Agilka nur den Isistempel
(Abschluss mit 1 Stunde Parfum-Verkostung). Besonders geärgert hat mich aber der Ablauf in Theben-West.
Vom Tal der Könige wurde nur der Teil vor dem alten Eingang besichtigt (Gräber 1, 2 und 6),
Wünsche nach mehr Zeit wurden weggeschoben.
Nach 75 Minuten ging es bereits weiter zum Felsentempel der Hatschepsut,
wo trotz Einspruch nur 30 Minuten zur Verfügung standen
(mit der flapsigen Bemerkung, nach 10 Minuten seien wir sowieso wieder da).
Danach gab es keine weiteren Besichtigungen, aber den Besuch einer "Papyrus-Museum"
genannten Verkaufsausstellung, für den wieder 1 Stunde zur Verfügung stand.
Wenn die Papyri wenigstens die echte Kunst geatmet hätten ...
Im Bus haben wir dann noch auf den Führer gewartet,
weil der erst seine Prozente aushandeln musste.
Angebotene Vorträge über Hieroglyphen waren auch nur Verkaufsgespräche
und die Kenntnisse der Vortragenden
beschränkten sich auf die Postkarten, die man zu diesem Thema kaufen konnte.
Es wäre auch zu wünschen, wenn die immer wieder vorgetragenen (und durchaus notwendigen)
Erläuterungen zur Geschichte, die mit den besichtigten Objekten nicht unmittelbar
zu tun haben, auf dem Schiff stattfänden,
damit am Ort mehr Zeit für Hinweise auf die Dinge bleibt, die der Besucher nicht ohne weiteres bemerkt oder findet.
Auf dem Stausee kamen wir auf die Omar elKhayam, weil die Tania wohl
abgewrackt wird, und hatten auf ihr zwar nicht die erwartete Gemütlichkeit,
aber einen hervorragenden Service. Nur der Bodenbelag des Sonnendecks
war gewöhnungsbedürftig und wurde erst bei unserer Ausschiffung
auf der Rückfahrt erneuert, bleibt aber eine Fehlkonstruktion.
Unser Führer auf dem Stausee fiel mir dadurch auf, dass er nicht nur gut vorbereitet war,
sondern dass eine emotionale Bindung an die Denkmäler spübar wurde,
die sehr gut getan hat (Abdul hieß er mit Vornamen, seine Eltern stammten
aus Nubien, er selbst wohnte in Aswan.)
Eine Enttäuschung war der Sternhimmel, weil die Schiffsbeleuchtung
alle Sicht zunichte machte. An einem Abend wurde für 15 Minuten das
Licht ausgeschaltet, aber da war der Himmel noch nicht klar.
An den Liegeplätzen auf dem See wäre alles unkompliziert
gegen Mitternacht möglich gewesen, aber leider...
Noch einmal: Diese Bemerkungen betreffen nur Kleinigkeiten. Im Ganzen haben wir es sehr genossen.
Kommentare, Beschwerden und Beifall an
deliebscher@aip.de
Bemerkungen zum Sonnenwunder von Abu Simbel
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