Kommentare zum Stichwort Lichtausbreitung
Heißt Konstanz der Lichtgeschwindigkeit nur
Unabhängigkeit von der Geschwindigkeit der Quelle?
Das Prinzip der Konstanz der
Lichtgeschwindigkeit bezieht sich auf die Unabhängigkeit
von jeder Geschwindigkeit, mit der sie zusammengesetzt werden
muss, nicht nur von der Geschwindigkeit der Quelle.
Letzteres ist schon 100 Jahre früher
festgestellt worden und stellte gerade für die Wellentheorie
ein Problem dar,
weil das Relativitätsprinzip (eine Geschwindigkeit muss sich immer auf
ein äußeres Objekt beziehen) nun einen Äther verlangte
(eben das Objekt, auf das sich die Lichtgeschwindigkeit beziehen kann).
Die stellare
Aberration blieb dennoch unerklärlich, wenn man diesem Äther nicht die
schöne Eigenschaft zuschrieb, widerstandlos durch alle Materie zu blasen
(wie wir heute wissen, können das die Neutrinos - fast).
Nachdem der Michelson-Versuch gezeigt hatte, dass der
Äther dies nicht tut, war man gezwungen, für die Aberration eine
andere Lösung zu finden. Lorentz fand sie in der
Relativität der Gleichzeitigkeit. Es war Einstein, der mit dem
Postulat:
Die Lichtgeschwindigkeit ändert ihren Betrag nicht, wenn man sie
mit anderen Geschwindigkeiten zusammensetzt.
alles klären konnte. Es geht um den Betrag der Lichtgeschwindigkeit.
Er ist eine Naturkonstante, und sie wurde schon von Kohlrausch und Weber
1854 gefunden. Einsteins geniale Idee war, diese
Konstanz als Axiom zu setzen. Nun konnte er alles ableiten,
was vorher so konstruiert und unzusammenhängend aussah.
Die Göttinger Mathematiker (Minkowski, Klein, Hilbert) haben
sicher nur wie die
Auguren gelächelt und sofort gesehen, das Einsteins Prinzip
ein geometrisches Prinzip vor aller Physik ist,
vor allem Zweifel über Teilchen und Welle.
An der Theorie der elektromagnetischen Wellen hat denn auch Einsteins
Prinzip nichts geändert, wohl aber an der Mechanik. Es war von vornherein
ein Prinzip für die Mechanik, und eine der ersten Folgerungen war
die Äquivalenz von Energie und Masse (1907).
Was das Licht betrifft, brachte die Entdeckung der Quantelung beim
Austausch von Energie die Newtonsche Emanationstheorie wieder in die
Diskussion (Walter Ritz), und die verbesserte Beobachtungsmöglichkeit
der Doppelsterne ergab die Möglichkeit, die Galileische
und die Einsteinsche Zusammensetzung der Geschwindigkeiten
gegeneinander zu testen.
Im Übrigen: die Dualität von Welle und Teilchen, wie sie gewöhnlich
gesehen wird, hat nichts mit der Quantenmechanik zu tun. Sie tritt
schon in der Unterscheidung von Phasen- und Gruppengeschwindigkeit
und in mechano-optischen Analoga in Erscheinung. Was die
Quantenmechanik liefert, ist eine Art Wellengleichung für
Wahrscheinlichkeitverteilungen, und diese betreffen sowohl
Teilchen als auch Wellen.
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Kann man Licht abbremsen?
Licht wird nicht gebremst oder beschleunigt.
Licht hat an einem gegebenem Ort und bei gegebener Richtung
immer die gleiche Geschwindigkeit gegen den Beobachter an diesem Ort, unabhängig
von der Bewegung des Beobachters. Nimmt man als Geschwindigkeitsnormal das atomare
(Bohrscher Radius mal Rydberg-Konstante), so hat die Lichtgeschwindigkeit auch überall und in alle Richtungen den gleichen Wert (c = 2 π * 137 * e2/h).
Ein Photon wird also nicht beschleunigt. Gewinnt es an Energie,
erhöht sich seine Frequenz ν
(E = hν), verliert es Energie, verringert sie sich.
Man kann dennoch Photonen auf die Waage legen. Man braucht dazu nur ein Gefäß mit ideal spiegelnden Wänden, in das man es einschließt. Es wird dann wie ein Molekül bei jeder Spiegelung Impuls auf die Wände übertragen. Am Boden wird das etwas mehr sein als am Deckel, weil das Photon am Boden etwas mehr Energie hat. Im Mittel ergibt sich ein Kraft, die gleich dem Gewicht des Photons ist, und man findet m = E/c2.
Im Übrigen scheint man Licht in Materie bei sehr tiefen Temperaturen abbremsen zu können
(Hau et al.: "Light Speed Reduction to 17 Metres
Per Second in an Ultracold Atomic Gas." Nature 397 (1999): 594), aber in Materie liegen die Dinge auch so schon komplizierter.
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Sind Lichtstrahlen im Schwerefeld krumm?
Gravitationslinsen stellen heute wichtige Beobachtungen für
viele Bereiche der Astronomie dar. Wir suchen Planeten, bestimmen
den Halo unserer Milchstraße, die Expansionsrate des Universums,
die Dichte der entfernten Quasare. In unserer euklidischen Denkweise
werden die Lichtstrahlen durch das Gravitationsfeld gekrümmt.
Es gibt aber nichts geraderes als Lichtstrahlen.
Die Schwerkraft krümmt die Welt (die Raum-Zeit),
nicht die Weltlinien der frei fallenden
Körper (darunter die der Photonen). Diese bleiben -
wie die Geraden der Ebene - Geodäten.
Was sich ändert, ist der Zusammenhang im Großen.
Wir erwarten aus euklidischer Vorstellung, dass sich zwei Geraden in höchstens
einem Punkt schneiden und durch zwei verschiedene Punkte immer
genau eine Gerade geht. Solche Geraden gibt es im Schwerefeld
überhaupt nicht mehr. Wie sich auf der Kugel zwei Geraden
(d.h. Großkreise) immer an zwei Punkten schneiden und durch
Nord- und Südpol unendlich viele Geraden gehen, gibt es im
Gravitationsfeld Punktepaare, durch die mehrere Geraden
(lokal kürzeste Linien) gehen. Der Beobachter sieht den Quasar auf
mehreren geraden Sichtlinien, wenn eine geeignete
Schwerequelle die Welt dazwischen
krümmt, sonst gibt es nur eine.
Die Photonen bewegen sich zunächst
auf Geodäten in der vierdimensionalen Raum-Zeit,
deren metrische Verhältnisse auch für
alle anderen physikalischen Vorgänge bestimmend sind.
Im allgemeinen ist der dreidimensionale Raum nicht eindeutig
präparierbar.
Nur im statischen Gravitationsfeld kann dies geschehen, und nun ist es
eine zweite Frage, ob der stationäre Lichtstrahl in diesem statischen
Gravitationsfeld als Geodäte im
dreidimensionalen Raum beschrieben werden kann. Auch dies muss
bejaht werden. Die metrischen Verhältnisse des Raums können
auch aus denen der Welt abgeleitet werden. Der Gaußsche Versuch
kann so beschrieben werden.
Die Bahn des Lichtstrahls ist also auch eine Geodäte,
und die dabei zu benutzenden metrischen Verhältnisse sind
unabhängig von der Frequenz des Lichts. Bahnen langsamer massiver
Teilchen (Planeten) lassen sich ebenfalls
als Geodäten im Dreidimensionalen
darstellen,
allerdings ist die dann zu verwendende Metrik des dreidimensionalen
Raums eine andere und sie
hängt wie in der klassischen Mechanik auch (Maupertiussches Prinzip)
von der Energie der Teilchen ab.
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Ist die Lichtgeschwindigkeit konstant?
Die Lichtgeschwindigkeit ist durch Maßzahlen etwa in Meter pro Sekunde angegeben.
Im allgemeinen macht sich niemand klar, dass die Dauer einer Sekunde und die
Länge eines
Meters ebenfalls von der Lichtgeschwindigkeit abhängen,
und täuschungsfrei nur über eine Änderung der Maßzahlen unter
Berücksichtigung der parallelen Veränderung der Maßeinheiten
nachgedacht werden kann:
Nur dimensionslose Größen können sich
zweifelsfrei ändern.
Hier wäre dies die Änderung der
Sommerfeldschen Feinstrukturkonstanten, das ist die Kombination
Quadrat der Elementarladung/(Plancksches Wirkungsquantum
mal Lichtgeschwindigkeit).
Hier sagt die Beobachtung
klar, dass sich diese Zahl auch im Schwerefeld und während der kosmischen Expansion
nicht ändert. Die Theorie des Schwerefeldes lebt geradezu davon, dass
die Lichtgeschwindigkeit in dieser dimensionslosen Kombination konstant ist.
Die (spezielle) Relativitätstheorie benutzt und behauptet dagegen vor allem die Unabhängikeit der
Lichtgeschwindigkeit von der Richtung der Wellenausbreitung und ihre Indifferenz gegen Zusammensetzung
mit anderen Geschwindigkeiten, und bezeichnet dieses mit
Konstanz der Lichtgeschwindigkeit.
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