Tanzmusik heute
(zuletzt am 16.1.11 geändert)
Proteste bitte an
D.-E.Liebscher (deliebscher@aip.de)
Neue Musik ist nun einfach wunderbar. Bei vielen Titeln kann man streckenweise gar nicht aus dem Takt sein, weil hinter himmlischem Gesang gar kein Takt zu hören ist.
Ist er aber dennoch zu hören, kann man immer noch alle Tänze des entsprechenden Metrums tanzen,
weil hinter dem Beat der Rhythmus höchstens noch angedeutungsweise geschlagen wird. Aus einem Viervierteltakt werden vier Einvierteltakte,
der Rest bleibt dem Tänzer überlassen. Da ist die Freiheit wunderbar grenzenlos. Endlich, endlich gibt es zwischen Jive, Quick und Samba oder zwischen Tango, Foxtrott und Rumba nur noch Unterschiede im Metrum.
Endlich ist es vorbei mit der alten Musik, deren Melodien auch ohne jede Percussion einen bestimmten Tanz ergaben, und deren Arrangement auf andere Rhythmen immer Vergewaltigungen waren.
Es ist vorbei mit der grauenvollen Eigenschaft alter Musik, den Tänzer zu tragen, auch wenn er schon müde war. Jetzt werden die Paare nicht mehr gehoben, sondern vom Beat in den Boden gestampft und keins muss sich mehr schämen, wenn es sich eben nicht erheben will oder kann.
Tanzlehrer, Wertungsrichter, Paare: Eure Verantwortung!
Zusatz: Tanzmusik hat einen Zensurenkanon:
- 3: Musik nach der man tanzen kann
- 2: Musik nach der man tanzen möchte
- 1: Musik nach der man tanzen muss, weil es einem die Beine wegzieht
- 4: Musik nach der man tanzen muss, weil die Turnierleiter ihren TSO-Pflichten nicht nachkommen
- 5: Musik, zu der man z"ahlen muss, weil sie keinen Rhythmus hat
Proteste und andere Briefe senden Sie bitte an
D.-E.Liebscher