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Ein neuer, spektakulärer Blick auf die Große Magellansche Wolke

13. September 2019. Die VISTA-Himmelsdurchmusterung der Magellanschen Wolken, geleitet von Maria-Rosa Cioni vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), veröffentlicht ein neues bemerkenswertes Bild der Großen Magellanschen Wolke. Das Teleskop am Paranal-Observatorium der ESO durchmustert diese Galaxie und ihre Schwestergalaxie, die Kleine Magellansche Wolke, sowie deren Umgebung seit zehn Jahren in beispielloser Detailtiefe.
Ein neuer, spektakulärer Blick auf die Große Magellansche Wolke

Die Große Magellansche Wolke gesehen von VISTA. Credit: ESO/VISTA VMC

Die Große Magellansche Wolke befindet sich in unserer galaktischen Nachbarschaft, nur 163.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Gemeinsam mit der Kleinen Magellanschen Wolke gehört sie zu den nächsten Zwergsatellitengalaxien zur Milchstraße. Die Große Magellansche Wolke ist auch die Heimat verschiedener Sternenkonglomerate und ein ideales Labor für Astronominnen und Astronomen, um die Prozesse zu untersuchen, die Galaxien formen.

Das VISTA-Teleskop (Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy) der ESO beobachtet diese beiden Galaxien seit einem Jahrzehnt. Das Hauptziel der VISTA-Durchmusterung der Magellanschen Wolken ist, ihre Sternentstehungsgeschichte sowie ihre dreidimensionalen Strukturen zu erfassen. „Unsere Abteilung leitet die VISTA-Durchmusterung der Magellanschen Wolken und wird mit einem ERC-Consolidator Grant für die Untersuchung der Wechselwirkung von Galaxien anhand der Magellanschen Wolken gefördert“, erklärt Maria-Rosa Cioni, Leiterin der Abteilung Zwerggalaxien und Galaktischer Halo am AIP und Projektleiterin der Himmelsdurchmusterung.

VISTA beobachtet den Himmel im Nahinfrarotbereich. Dies ermöglicht das Hindurchschauen durch Staubwolken, die sichtbares Licht blockieren, jedoch bei den längeren Wellenlängen, in denen VISTA beobachtet, transparent sind. Dadurch zeigen sich dahinter liegende Sterne, aus denen sich die Galaxie zusammensetzt. Astronominnen und Astronomen analysierten etwa 10 Millionen Einzelsterne in der Großen Magellanschen Wolke im Detail und bestimmten ihr Alter mit Hilfe modernster Sternentwicklungsmodelle. Sie fanden heraus, dass sich die jüngeren Sterne entlang der Spiralarme der Galaxie verteilen.

Seit Jahrtausenden faszinieren die Magellanschen Wolken Menschen auf der Südhalbkugel der Erde, während sie für Europa bis ins 16. Jahrhundert weitgehend unbekannt waren. Der Name, den wir heute verwenden, geht auf Ferdinand Magellan zurück, der vor 500 Jahren die erste Umsegelung der Erde begann. Die Aufzeichnungen, die die Expedition nach Europa mitbrachte, enthüllten den Europäerinnen und Europäern zum ersten Mal viele neue Orte und Kenntnisse. Der Forschungsdrang ist auch heute in der Arbeit von Astronominnen und Astronomen weltweit lebendig, einschließlich des VMC-Teams, dessen Beobachtungen zu diesem atemberaubenden Bild der Großen Magellanschen Wolke führten.

 

Diese Ausschnitte zeigen einige der spektakulärsten Regionen der Großen Magellanschen Wolke. Credit: ESO/VISTA VMC

 

Pressemitteilung der ESO

https://www.eso.org/public/news/eso1914/

Mehr über VISTA

http://bit.ly/ESO_VISTA

Wissenschaftlicher Kontakt

Prof. Dr. Maria-Rosa Cioni, 0331-7499-651, mcioni@aip.de

Pressekontakt

Sarah Hönig, 0331-7499-803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.