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Rechenzeit zur Erforschung von getriggerter Sternentstehung bewilligt

 

 

 

 

 

 

 

Am AIP wird innerhalb des DFG Projektes "The Physics of the Interstellar Medium" seit ca 3 Jahren an der Schock-induzierten Sternentstehung aus diffusen interstellaren Wolken geforscht. Für die dafür benötigten Computersimulationen ist es nun gelungen vom Norddeutschen Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN) Rechenzeit in Höhe von ca. 3 000 000 CPU Stunden einzuwerben.

Bei dem Projekt soll die Wechselwirkung einer Supernova induzierten Schockwelle mit einer verdichteten Gaswolke untersucht werden. Da die Interstellaren Materie in verschieden dichten Phasen stabil vorliegen kann, koexistieren oft Gebiete unterschiedlicher Dichten in enger Nachbarschaft. Durch die Wechselwirkung mit Schocks könnten diese verdichteten Gebiete weiter komprimiert werden, bis sie möglicherweise gravitativ instabil werden. Die sehr hohe Auflösung dieser Simulationen macht es möglich die beteiligten Prozesse detailliert nachzuvollziehen zu können und Aufschlüsse über deren Auswirkung auf die Massenverteilung der Sterne zu bekommen. Dies erfordert die Betrachtung vieler unterschiedlicher physikalischer Prozesse: Es müssen die Flüsse ionisierter Materie und ihre magnetische Wechselwirkung genauso in Betracht gezogen werden, wie die gravitative Interaktion, chemische Entwicklung und Wärmekopplung. Andererseits bestehen hohe Anforderungen an die zu überdeckenden räumlichen Skalen: Die Durchmesser der dichten Gebiete beziehungsweise der Supernova-Überbleibsel erstecken sich über mehrere Lichtjahre, während die ersten Vorläufer der Sonnen weniger als ein Hunderdstel davon ausmachen. Eine numerische Modellierung erfordert also komplexe Algorithmen mit sehr hoher Auflösung, die die Berechnung ohne Zuhilfenahme von Hochleistungsrechnern unmöglich macht. Zu den Codes die für solche Berechnungen geeignet sind, zählt der am AIP entwickelte NIRVANA Code. Mit der nun vom HLRN gewährten Rechenzeit wird es möglich sein, mehrere dieser Simulationen durchzuführen um unser Verständnis der getriggerten Sternentstehung entscheidend zu vertiefen.