Aktuelles

Aus aktuellem Anlass werden in nächster Zeit keine öffentlichen Veranstaltungen am AIP stattfinden. Dies betrifft auch den Girls'Day/Zukunftstag und die Lange Nacht der Wissenschaften. Die Babelsberger Sternennächte starten wieder im Oktober 2020; neue Termine für Beobachtungsabende im Großen Refraktor im Winter 2020 werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Wissenschaft spendet für Gesundheitseinrichtungen

In den Laboren des AIP werden Handschuhe genutzt, um empfindliche Bauteile, wie hier ein holographisches Gitter zu inspizieren. Credit: AIP

Wissenschaft spendet für Gesundheitseinrichtungen

1. April 2020. Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) stellt Schutzausrüstung für die Bekämpfung der Corona-Epidemie bereit. Die Wissenschafts- und Kulturministerin Manja Schüle ü...

Mehrere Kisten mit Schutzanzügen, Kitteln, Atemschutzmasken, Handschuhen und Desinfektionsmitteln werden in der Feuerwache zentral gesammelt und von der Stadt je nach Bedarf verteilt. Zu den Spendern gehören neben dem AIP das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Potsdam-Golm, das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie in Potsdam, das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Großbeeren und das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in der Helmholtz-Gemeinschaft in Zeuthen sowie die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Weiteres Material kommt vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm.

Das AIP stellt Handschuhe, Gesichtsmasken und Überschuhe bereit, die normalerweise in der Forschungstechnik des Instituts zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um Schutzbekleidung und Schutzausrüstung aus den Laboren und Werkstätten, in denen Instrumente für Teleskope und Satelliten entwickelt und gebaut werden. Zum Beispiel ist das Betreten eines Reinraums ohne Schutzbekleidung nicht möglich. Die Ausrüstung bietet in den Laboren Schutz vor Gefahrenstoffen und verhindert die Verunreinigung empfindlicher Bauteile wie Kameras oder Linsen.

 

Pressemitteilung des MWFK

https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/service/pressemitteilungen/ansicht/~31-03-2020-schutzausruestung-fuer-potsdam

Pressekontakt AIP

Dr. Janine Fohlmeister, 0331 7499 802, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Totale Mondfinsternis: Beobachtung der Erde als Transitplanet

Die Sonne vom Tycho-Krater auf dem Mond aus gesehen. Während die Sonne hinter dem Nordpazifik untergeht, verschwindet ihre Scheibe bei einer Mondfinsternis vollständig hinter der Erde. Credit: AIP/Strassmeier/Fohlmeister

Totale Mondfinsternis: Beobachtung der Erde als Transitplanet

2. März 2020. Ein internationales Forschungsteam untersuchte während einer Mondfinsternis durch die Erdatmosphäre scheinendes Sonnenlicht – analog zur Erforschung entfernter Exoplaneten. In de...

Zieht ein Exoplanet vor seinem Stern vorüber, scheint ein Teil des Sternenlichts durch die Atmosphäre des Planeten. Obwohl der Einfluss des Planeten auf das Sternenlicht nur sehr gering ist, enthält es auch das chemische und physikalische Signal seiner Atmosphäre. Die Messung der atmosphärischen Bestandteile wird in der Astrophysik als Transmissionsspektroskopie bezeichnet. Sie ist eine relativ neue, aber erfolgsversprechende Methode. Bereits eine Vielzahl von Exoplanet-Transiten ließen sich damit nachweisen. „Die Untersuchungen finden jedoch bisher nur Anwendung bei übergroßen Jupiter-ähnlichen Planeten, die ihren Stern sehr nah umkreisen. Noch mehr sind wir freilich an Transits von erdähnlichen Planeten interessiert und daran, ob wir komplexere molekulare Signaturen, die möglicherweise sogar auf Leben hindeuten, nachweisen können“, berichtet der leitende Autor der jetzt veröffentlichten Studie, Klaus Strassmeier, Direktor am Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam (AIP). „Eine totale Mondfinsternis, die sich von unserem eigenen Mond aus gesehen als totale Sonnenfinsternis darstellt, ist aber nichts anderes als ein Transit unserer eigenen Erde vor der Sonnenscheibe und indirekt beobachtbar.“

Das Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre dringt, bevor es der Mond zurück zur Erde reflektiert, wird als Erdschein bezeichnet. Die biologische Aktivität auf der Erde hat viele Nebenprodukte wie Sauerstoff und Ozon in Verbindung mit Wasserdampf, Methan und Kohlendioxid. Diese biogenen Moleküle lassen sich in den Atmosphären anderer Planeten bei optischen und nahinfraroten Wellenlängen nachweisen. Erdscheinbeobachtungen erlauben, die Existenz biogener und verwandter chemischer Elemente mit denselben Techniken für einen bewohnbaren Planeten zu überprüfen, die ansonsten zur Beobachtung von Sternen mit sehr großen Planeten verwendet werden. Sie sind somit ein idealer Test für zukünftige Studien entfernter erdähnlicher Planeten mit der neuen Generation extrem großer Teleskope.

Im Januar 2019 ereignete sich eine totale Mondfinsternis, bei der sich der Mond sich um das 20.000-fache verdunkelte. Für die Beobachtungen wurde daher die Lichtsammelfähigkeit des 11,8 m Large Binocular Teleskops (LBT) benötigt. Darüber hinaus war die hohe spektrale Auflösung des Instruments PEPSI (Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument) erforderlich, um den erwarteten Einfluss der Erdatmosphäre vom normalen Sonnenspektrum zu trennen.

"PEPSI hat bereits bedeutende Beiträge zur Untersuchung von Exoplaneten geleistet, indem es deren Transit vor ihrer Sonne beobachtet hat", fügt Christian Veillet, Direktor des LBT-Observatoriums, hinzu. „Die Beobachtung der Erde als Exoplanet dank einer totalen Mondfinsternis vom LBT-Standort in Arizona und die Ergänzung von Polarimetrie zur exquisiten Auflösung des PEPSI-Spektrographen führten zum Nachweis von Natrium, Kalzium und Kalium in der Erdatmosphäre."

 

Zeitreihe der Spektren der terrestrischen molekularen Sauerstoff- und Wasserdampfabsorption während der Mondfinsternis. Die zentralen vier Spektren zeigen einen dramatischen Anstieg der O2- und H2O-Absorption während der Bedeckung. Sauerstoffmoleküle bilden bei 7600 Å die sogenannte A-Bande, H2O bildet einzelne Absorptionslinien im Bereich von 7850–9100 Å. Credit: AIP/Strassmeier


Spektraler Zoom auf die Kaliumlinie bei einer Wellenlänge von 7699 Å: Das untere Spektrum ist ein Vergleichsspektrum des Vollmonds außerhalb der Sonnenfinsternis. Rot gekennzeichnet sind Zeiten der Totalität, schwarz bei partieller Bedeckung und blau außerhalb der Finsternis. Die Linien beiderseits der Kaliumlinie stammen von zwei terrestrischen Wasserdampfabsorptionen. Credit: AIP/Strassmeier

 

Mehr über PEPSI & LBT

https://pepsi.aip.de/

http://www.lbto.org

Wissenschaftlicher Kontakt

Prof. Dr. Klaus G. Strassmeier, 0331-7499-223, kstrassmeier@aip.de

Pressekontakt

Dr. Janine Fohlmeister, 0331-7499-803, presse@aip.de

Publikation

Klaus G. Strassmeier, Ilya Ilyin, Engin Keles, Matthias Mallonn, Arto Järvinen, Michael Weber, Felix Mackebrandt, and John M. Hill, 2020, Astronomy & Astrophysics, in press

http://arxiv.org/abs/2002.08690

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Trauermitteilung: Prof. Dr. Karl-Heinz Rädler (1935-2020)

Prof. Karl-Heinz Rädler (Foto: AIP)

Trauermitteilung: Prof. Dr. Karl-Heinz Rädler (1935-2020)

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) trauert um Prof. Dr. Karl-Heinz Rädler, der am 9. Februar 2020 im Alter von 84 Jahren verstarb. Als Gründungsdirektor des AIP und wissenschaftl...

Karl-Heinz Rädler war es schon in den 70er Jahren gelungen, mit dem Dynamomodell eine Erklärung für die Entstehung von Magnetfeldern in Sternen und in Planeten zu finden. Ebenso maßgeblich beteiligt war Karl-Heinz Rädler an der theoretischen Vorbereitung von Experimenten, bei denen es erstmalig gelang, das Prinzip des kosmischen Dynamos in einem irdischen Experiment mit flüssigem Natrium nachzuvollziehen. Seine Arbeiten waren bereits während seiner Zeit als Wissenschaftler am Zentralinstitut für Astrophysik der DDR weltweit bekannt. Von 1992 bis 2000 leitete er den Bereich Kosmische Magnetfelder am AIP und war Herausgeber der Astronomischen Nachrichten.

1998 erhielt Karl-Heinz Rädler die Emil-Wiechert-Medaille, mit der die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft herausragende Arbeiten in der Wissenschaftsdisziplin Geophysik würdigt. Für seine populärwissenschaftlichen Leistungen verlieh ihm die Urania Potsdam ebenfalls 1998 den Wilhelm-Foerster-Preis. Im Jahr 2013 folgte mit der Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft die höchste in Deutschland vergebene Auszeichnung für astronomische Forschung.

Von 1994 bis 2000 lehrte Karl-Heinz Rädler als Professor an der Universität Potsdam. Zudem war er Mitglied des Gründungssenats der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

Seinen Einsatz für unser Institut werden wir dankbar in unserer Erinnerung bewahren.

Unser Beileid gilt seinen Angehörigen, seiner Familie, Freunden und allen, die ihm nahe standen.

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Der Sonne entgegen

Künstlerische Darstellung von Solar Orbiter vor der Sonne. Credit: ESA/ATG Medialab

Der Sonne entgegen

– Update 11. Februar 2020 – In den frühen Morgenstunden des 10. Februar war es soweit: Die Raumsonde Solar Orbiter startete ihre Reise ins All. Die Mission der Europäischen Weltraumorganisati...

Solar Orbiter wird sich der Sonne auf bis zu 0,28 Astronomische Einheiten (1 AE = die Entfernung zwischen Erde und Sonne) nähern und unter anderem erstmalig Bilder von den Polregionen der Sonne liefern, die von der Erde aus nur sehr schwer zu beobachten sind. Außerdem erhoffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Sonnenstürme über einen längeren Zeitraum beobachten zu können.

Zur Erfassung der wissenschaftlichen Daten ist Solar Orbiter mit zehn Instrumenten ausgestattet. Vier davon messen die direkte Umgebung der Raumsonde, die anderen sechs beobachten die Oberfläche und Atmosphäre der Sonne. Eines davon ist das Röntgenteleskop STIX (kurz für: Spectrometer/Telescope for Imaging X-rays), das ein internationales Team unter der Leitung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) entwickelte und baute. Während eines achtjährigen Entwicklungsprozesses gestalteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AIP unter anderem das Design des Imagers von STIX, fertigten dazu mechanische Teile, beteiligten sich am Zusammenbau und testeten das Instrument. Letztere sind von immenser Bedeutung, denn die Sonde und die auf ihr befindlichen Module müssen starke Vibrationen und große Temperaturschwankungen aushalten – im Inneren der Sonde werden wegen des veränderlichen Abstands zur Sonne zwischen plus 60 und minus 30 Grad Celsius herrschen.

 

Das Instrument STIX. Credit: H. Önel (AIP)

 

Röntgenstrahlung entsteht in der äußeren Atmosphäre, der Korona, und gibt Hinweise auf die Aktivität der Sonne. Mit STIX wollen Astronominnen und Astronomen untersuchen, wie Sonneneruptionen entstehen und wie sich diese auf die Sonne, den Raum zwischen den Planeten und sogar auf die Erde sowie unsere zunehmend technisierte Zivilisation auswirken können.

„Ich freue mich besonders auf diesen Start und hoffe, dass er gut gelingt, denn seit 1994 arbeite ich am Konzept von Solar Orbiter mit“, betont Gottfried Mann, Leiter des STIX-Teams am AIP. „Durch unsere aktive Beteiligung am Röntgenteleskop auf der NASA Raumsonde RHESSI bekamen wir die Möglichkeit, unsere Kompetenzen für den Bau von STIX einzusetzen. Ab 2022 wird das Instrument Röntgenbilder von der Sonne aufnehmen. Wir erhoffen uns davon ein besseres Verständnis der Mechanismen von Eruptionen auf unserem Heimatstern“, erklärt Mann.

Solar Orbiter wird am 10. Februar um 5:03 Uhr deutscher Zeit mit einer Atlas-V Trägerrakete der NASA von Cape Canaveral in Florida, USA, starten und sich der Sonne schrittweise über komplexe Manöver nähern. Die Sonde wird einen sogenannten Swing-by an der Erde und insgesamt acht an der Venus durchführen. Dabei nutzt sie die Gravitation der Planeten, um ihre Geschwindigkeit zu verringern oder beschleunigen. So wird die Umlaufbahn um die Sonne angepasst, wobei sich Solar Orbiter auch aus der Erdbahnebene herausbewegt. Insgesamt ist die Mission auf einen Zeitraum von zehn Jahren ausgelegt, innerhalb derer Solar Orbiter aus nächster Nähe und aus einer einzigartigen Perspektive heraus Antworten auf viele noch offene Fragen der Sonnenphysik liefern wird.

 

ESA-Website zu Solar Orbiter

http://bit.ly/Solar_Orbiter_ESA

Mehr Informationen zu STIX

http://bit.ly/Solar_Orbiter_AIP_de

Wissenschaftlicher Kontakt

Prof. Dr. Gottfried Mann, 0331 7499 292, gmann@aip.de

Medienkontakt

Sarah Hönig, 0331 7499 803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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„Kopf- und Handarbeit“ – Ausbildung am AIP

Die Auszubildenden Cornelius Lübke und Leander Leibnitz an den Maschinen in der Feinmechanischen Werkstatt: Credit: AIP

„Kopf- und Handarbeit“ – Ausbildung am AIP

3. Februar 2020. Neben exzellenter astrophysikalischer Forschung zeichnet sich das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) durch die Entwicklung moderner Forschungsinfrastrukturen aus. Mög...

Warum habt ihr euch für das AIP als Ausbildungsort entschieden?

Cornelius Lübke (CL): Die Stellenausschreibung des AIP weckte sofort mein Interesse, da die Ausbildung zum Feinwerkmechaniker sehr vielfältig ist und ein breites Spektrum an Tätigkeiten beinhaltet. Außerdem wird der Schwerpunkt Feinmechanik nur an wenigen Orten in Brandenburg angeboten.

Leander Leibnitz (LL): Das AIP bietet einem einerseits die Möglichkeit, vom breiten Spektrum der vielen handwerklichen Arbeitstechniken alle mit genügend Zeit zu erlernen. Zum Beispiel wird einem sowohl das Arbeiten an Dreh- als auch an Fräsmaschinen beigebracht, was nicht in jedem Betrieb der Fall ist. Andererseits bot mir das AIP die besten Konditionen während der Ausbildungszeit.

Was war die Motivation für eure Berufswahl?

CL: Die Gründe, weswegen ich mich für eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker entschieden habe, sind vielschichtig. Einerseits bastle und baue ich schon mein halbes Leben lang, andererseits habe ich durch meinen Vater bereits aus Erzählungen einen Eindruck davon bekommen, welche Tätigkeiten das Feinmechanikerhandwerk beinhaltet. Ausschlaggebend war für mich definitiv, dass ich durch meine Ausbildung neue Techniken erlerne und meine Fähigkeiten und Kompetenzen ausbauen und stetig verbessern kann.

LL: Meine Motivation war es, neue Kompetenzen in einem Beruf zu erlernen, in dem handwerkliches Geschick und hohe Fertigungspräzision gefordert sind. Im Übrigen wollte ich mich finanziell auf eigene Beine stellen.

Wolltet ihr schon immer eine Ausbildung machen oder kam auch ein Studium in Frage?

CL: Meine Entscheidung für eine Berufsausbildung fiel schon früh, denn die gründliche und praxisnahe Ausbildung, die das duale System zu bieten hat, sind einzigartig. Ein Studium ist außerdem auch nach einer Berufsausbildung noch möglich.

LL: Ich wollte zuerst ein Studium beginnen, aber habe mich letztendlich dagegen entschieden. Der Grund für meine Entscheidung ist, dass ich in der Ausbildung mein erlerntes Wissen nach kurzer Zeit praktisch umsetzen kann. Ein Studium beschäftigt sich hauptsächlich mit der Theorie.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Auszubildender am AIP aus?

LL: An einem typischen Arbeitstag fertige ich ein bestimmtes Werkstück, wodurch ich spezielle Fertigkeiten und Fähigkeiten erlerne. Je nach Ausbildungsjahr unterscheiden sich die Aufgaben. Die Fertigungsaufgabe wird vorher in der Theorie besprochen und kann danach in der Praxis bei selbstständiger Arbeit ausgeführt werden. Bei Fragen oder Problemen helfen der Meister und die Gesellen.

Welche Vorteile seht ihr in einer Ausbildung im Handwerk?

CL: Definitiv die Verbindung zwischen Kopf- und Handarbeit. Die verschiedenen Fertigungsschritte müssen geplant und anschließend fachgerecht ausgeführt werden. Nach Abschluss und vollendetem Werkstück bekomme ich immer ein Glücksgefühl und bin zufrieden, wieder ein Teil vollendet zu haben.

Wie geht es nach dem Ausbildungsende für euch weiter?

CL: Nach dem Ausbildungsende habe ich das große Glück, ein weiteres Jahr am AIP übernommen zu werden. Langfristig gesehen wünsche ich mir, mich im Handwerk weiterzubilden. Seit einiger Zeit kann ich mir auch gut vorstellen, mich im Ausland beruflich zu entwickeln.

LL: Ich werde auch für ein Jahr übernommen und arbeite weiter an den aktuellen Projekten des AIP, wodurch ich praktische Erfahrung sammeln kann.

Was möchtet ihr jungen Menschen mit auf den Weg geben, die über eine Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin/zum Feinwerkmechaniker nachdenken?

LL: Personen, die über diese Ausbildung nachdenken, sollten handwerkliches Geschick mitbringen, offen für neue Dinge sein und diese auch erlernen wollen, Geduld haben, teamfähig und verlässlich sein. Ich kann diese Ausbildung sehr empfehlen, da sie viel Spaß macht, spannend und vielseitig ist. Man erlernt nicht nur die unterschiedlichen Bearbeitungsmöglichkeiten von Werkstoffen, sondern auch bei überbetrieblichen Lehrgängen die Grundlagen von Pneumatik und Elektropneumatik, das Programmieren von CNC sowie CAD/CAM und weiteres kennen.

 

Wir bedanken uns bei den Auszubildenden für das Interview. Das AIP sucht zurzeit zwei neue Auszubildende in der Werkstatt. Die Ausschreibung ist unter http://www.aip.de/azubi-fm zu finden.

 

Medienkontakt

Sarah Hönig, 0331 7499 803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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