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Start des eROSITA Röntgenteleskops

Illustration des SRG mit eROSITA (links) und ART-XC, dem russischen Röntgenteleskop (rechts). Credit: DLR.

Start des eROSITA Röntgenteleskops

20. Juni 2019. Am 21. Juni 2019 um 14:17 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit startet das Röntgenteleskop eROSITA, das Hauptinstrument der russisch-deutschen „Spectrum-X-Gamma“ (SRG) Mission, mi...

Die russisch-deutsche Mission stellt die erste vollständige Himmelsvermessung im mittleren Röntgenbereich dar. eROSITA wird die Verteilung riesiger Galaxienhaufen untersuchen und so mehr über die mysteriöse Dunkle Energie, die ihre Entstehung und Entwicklung beeinflusst, in Erfahrung bringen. Es wird erwartet, dass eROSITA etwa 100.000 Galaxienhaufen und damit die größten gravitativ gebundenen Objekte entdeckt. Diese bilden die großräumige Struktur des Universums ab und geben Einblicke in dessen Expansion. Ebenso werden ungefähr drei Millionen Aktive Galaktische Kerne (AGN), die massereiche Schwarze Löcher beinhalten, erstmals entdeckt werden. In unserer Milchstraße wird eROSITA voraussichtlich 700.000 aktive Sterne und 10.000 kompakte Objekte nachweisen, darunter Doppelsterne und Sternexplosionen wie Supernovae und deren Überreste.

eROSITA (kurz für „Extended Roentgen Survey with an Imaging Telescope Array“) ist ein Röntgenteleskop, das von einem deutschen Konsortium unter der Leitung des Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching gebaut wurde. Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) hat zum Datenreduktions-Softwaresystem beigetragen, wobei der Schwerpunkt auf der Lagebestimmung und der Quellendetektion lag. Das AIP lieferte auch Flughardware für die Filterräder der Kamera und die gesamte Ausrüstung des mechanischen Bodensegments für die Integration und die Tests des Röntgenteleskoparrays.

"Wir haben einen langen Weg zurückgelegt. Hinter uns liegen 12 Jahre Vorbereitung mit Höhen und Tiefen. Ein echtes Highlight liegt direkt vor uns und natürlich spüren wir eine wachsende Spannung, ob alles klappen wird", sagt Dr. Axel Schwope, eROSITA-Projektleiter am AIP. „Unsere Software zur Lagebestimmung wird wenige Tage nach dem Start zum Einsatz kommen und nach all den Kalttests müssen alle Komponenten bald ihre Tauglichkeit im All unter Beweis stellen. Wir sind stolz, dass eROSITA, das Hauptinstrument an Bord von SRG, in dem von uns gelieferten Integrations- und Teststand zusammengebaut wurde.“ Prof. Matthias Steinmetz, wissenschaftlicher Vorstand des AIP, hebt hervor: „Auch ein paar Teile Made-in-Potsdam, Halterungen der Eichquellen in den 7 Filterrädern, fliegen mit.“

Die Dauer der Mission beträgt sieben Jahre. Während der ersten vier Jahre werden acht unabhängige Röntgendurchmusterungen des gesamten Himmels durchgeführt. Danach folgt eine Phase mit gezielten Beobachtungen, die 2,5 Jahre andauert. „Mit unserer Software werden die Röntgenbilder und die Kataloge erstellt werden. Sie sind die Grundlage für eine wissenschaftliche Auswertung. Die ersten Daten speziell für uns am AIP werden im Oktober aufgenommen und wir werden uns mit Feuereifer darauf stürzen“, ergänzt Projektwissenschaftler Dr. Georg Lamer. „Nach einem halben Jahr schon wird eROSITA mehr Röntgenquellen am Himmel gefunden haben als in den ersten 50 Jahren der Röntgenastronomie. Diese großartigen Aussichten werden wir nun erst einmal feiern.“

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AIP sind auch in den wissenschaftlichen Arbeitsgruppen von eROSITA involviert. Insbesondere die optische Identifizierung neuer Röntgenquellen ist von großer Bedeutung: Die eROSITA-Galaxienhaufen- und AGN-Durchmusterungen dienen als Referenz für die zukünftige Himmelsdurchmusterung mit 4MOST, einem 4-Meter spektroskopischen Multi-Objekt-Teleskop der Europäischen Südsternwarte ESO, das derzeit unter Leitung des AIP gebaut wird.

 

Livestream vom Raketenstart

http://www.tvroscosmos.ru/5129/

MPE über eROSITA

http://www.mpe.mpg.de/450415/eROSITA

Pressemitteilung des DLR

http://bit.ly/DLR_eROSITA

Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Axel Schwope, 0331-7499-232, aschwope@aip.de

Medienkontakt

Sarah Hönig, 0331-7499-803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Physik-Studienpreis für Ekaterina Ilin und Timon Thomas

Timon Thomas und Ekaterina Ilin. Credit: AIP

Physik-Studienpreis für Ekaterina Ilin und Timon Thomas

17. Juni 2019. Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin zeichnete mit dem diesjährigen Physik-Studienpreis zwei Studierende aus, die ihre Masterarbeiten am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsda...

Der statistischen Beschreibung von Strahlungsausbrüchen auf Sternen, die sich in offenen Sternhaufen befinden, widmete sich die Masterarbeit von Ekaterina Ilin, die von Prof. Klaus Strassmeier und Dr. Sydney Barnes betreut wurde. Dafür durchmusterte sie die Lichtkurven von Sternen nach Strahlungsausbrüchen und maß, wie sich deren Frequenzen und Energien mit dem Sternalter entwickeln. „Ich konnte zeigen, dass die Energien mit dem Alter abnehmen und dass diese Veränderungen stark von der Sternmasse abhängen. Ich danke insbesondere Dr. Sarah Schmidt, die mich als Mentorin begleitet und unterstützt hat“, fasst Ekaterina Ilin das Ergebnis ihrer Arbeit zusammen: Ekaterina Ilin forscht inszwischen als Doktorandin am AIP in der Abteilung Sternphysik und Exoplaneten bei Prof. Katja Poppenhäger.

Timon Thomas verallgemeinerte in seiner von Prof. Christoph Pfrommer am AIP und apl. Prof. Achim Feldmeier an der Universität Potsdam betreuten Masterarbeit die bisherigen hydrodynamischen Theorien für kosmische Strahlung, so dass kleinskalige Effekte besser beschrieben werden. „Die Physik der kosmischen Strahlung, welche mich interessiert, hat ein schwierig zu behandelndes Problem: die dafür interessanten Skalen liegen sehr weit auseinander. Mit der Entwicklung einer neuen hydrodynamischen Theorie ist es einfacher, diese Größenunterschiede auf theoretischer Ebene zu überbrücken“, so Timon Thomas über seine Arbeit. Seine Forschungen setzt er ebenfalls als Doktorand am AIP, in der Abteilung Kosmologie und Hochenergie-Astrophysik bei Prof. Christoph Pfrommer fort.

Der Physik-Studienpreis der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin (PGzB) wird für herausragende Studienabschlüsse auf dem Gebiet der Physik verliehen. Die diesjährige Preisverleihung findet am 11. Juli 2019 als öffentliche Veranstaltung im Magnus-Haus in Berlin statt.

Das AIP gratuliert den beiden prämierten Studierenden herzlich zu ihren ausgezeichneten Studienleistungen.

 

Meldung der PGzB https://www.pgzb.tu-berlin.de/index.php?id=29

Medienkontakt Sarah Hönig, 0331-7499 803, presse@aip.de

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Blick in den Kosmos: Lange Nacht der Wissenschaften 2019

Eindruck der Langen Nacht auf dem Telegrafenberg mit GFZ, PIK, AWI und AIP. Credit: AIP

Blick in den Kosmos: Lange Nacht der Wissenschaften 2019

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) nimmt wieder an der Langen Nacht der Wissenschaften teil, die dieses Jahr am 15. Juni 2019 von 17 bis 24 Uhr stattfindet. Das AIP öffnet seine w...

Zwischen 1919 und 1924 nach Plänen des Architekten Erich Mendelsohn gebaut, ist der Einsteinturm nicht nur ein architektonisches Meisterwerk. Der Sonnenteleskop entstand, um die in Einsteins Relativitätstheorie vorhergesagte Rotverschiebung von Spektrallinien durch das Schwerefeld der Sonne nachzuweisen – bis heute wird der Turm für wissenschaftliche Zwecke genutzt. Es gibt an diesem Tag die seltene Möglichkeit, einen Blick in das Labor des Einsteinturms zu werfen.

Im historischen Kuppelraum des Großen Refraktors können Interessierte eines der größten Linsenteleskope der Welt bewundern, das dieses Jahr seinen 120sten Geburtstag feiert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AIP geben in Vorträgen spannende Einblicke in die moderne Forschung. Klavierklänge erfüllen den Raum mit besonderer Atmosphäre, ehe nach Einbruch der Dunkelheit und bei klarem Himmel die Gäste unter fachkundiger Anleitung selbst zum Beobachter werden und durch das Teleskop einen Blick in die Weiten des Kosmos werfen können.


Vorträge im Seminarraum des Großen Refraktors:

18 Uhr: Andrea Diercke – Facetten der Sonne: Filamente in verschiedenen Farben

19 Uhr: Dr. Alexander Warmuth – Aufbruch zur Sonne: die Mission Solar Orbiter

20 Uhr: Dr. Christian Vocks – Die Sonne - unser nächster Stern

21 Uhr: Dr. Horst Balthasar – Die Sonne und Europas größtes Sonnenteleskop GREGOR


Im Kuppelsaal:

Basteltisch für Kinder bis etwa 20.30 Uhr; Astroquiz (Forschungsdiplom)

Präsentation zum Teleskop und seiner Geschichte

ab ca. 21.30 Uhr: Live-Musik – Klavier und Bass mit Tinski Music

ab ca. 22.30 Uhr: Beobachtung am Großen Refraktor – nach Einbruch der Dunkelheit und nur bei klarer Sicht!

 

Das vollständige Programm der Veranstaltung und Informationen zu Tickets

www.langenachtderwissenschaften.de

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Niederländisches Königspaar besucht Telegrafenberg

Credit: Reinhardt & Sommer / GFZ

Niederländisches Königspaar besucht Telegrafenberg

22. Mai 2019. Seine Majestät König Willem-Alexander und Ihre Majestät Königin Máxima der Niederlande besuchten heute begleitet von einer hochrangigen deutsch-niederländischen Delegation den G...

Matthias Steinmetz, Vorstand des AIP, empfing gemeinsam mit Reinhard Hüttl, Vorstand des  Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) und den Direktoren des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) Johan Rockström und Ottmar Edenhofer das Königspaar, den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Dietmar Woidke, seine Ehefrau Susanne, die niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft Ingrid van Engelshoven sowie die Brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Martina Münch. Im Kuppelsaal des Großen Refraktors, dem historischen Teleskop, begrüßte Matthias Steinmetz die Delegation: „Der Telegrafenberg steht seit fast 150 Jahren nicht nur für die Erforschung unserer Erde und ihrem Platz im Kosmos, er ist auch seither Ort für internationale Zusammenarbeit und interdisziplinären wissenschaftlichen Diskurs.“

Anlass für den Besuch war die feierliche Unterzeichnung zweier Kooperationsvereinbarungen zwischen dem GFZ und der Technischen Universität Delft sowie dem PIK und der Vrije Universiteit Amsterdam. An sechs Thementischen im Großen Refraktor konnte sich das Königspaar über die Forschung in den Bereichen Geothermie und unterirdische Speicherung von Kälte und Wärme in Städten, Nutzung und Speicherung von abgeschiedenem Kohlenstoff sowie Effekte des Klimawandels oder die Dekarbonisierung des Energiesystems erkundigen.

„Ich freue mich sehr, dass die königlichen Gäste aus den Niederlanden heute diesen einzigartigen Forschungscampus auf dem Telegrafenberg besucht haben“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke. „Die Gespräche und Begegnungen machten die vielen Berührungspunkte deutlich, die Forscher in Deutschland und den Niederlanden verbinden. Die drei Institute, auf die das Land Brandenburg zu Recht stolz ist, sind führend in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft. Sie haben dazu beigetragen, dass Potsdam international bekannt und anerkannt ist und der Name für eine hohe Qualität wissenschaftlicher Forschung bürgt. Das Königspaar hat dies heute mit seinem Besuch unterstrichen.“

 

Pressemitteilung GFZ

https://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/meldungen/detailansicht/article/niederlaendisches-koenigspaar-besucht-telegrafenberg/

Pressemitteilung PIK

https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/niederlaendisches-koenigspaar-besucht-telegrafenberg


Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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AIP im Europäischen Wettbewerb für Wissens- und Technologietransfer gefördert

Credits: NASA, Zarya Maxim/stock.adobe.com; Montage: Universität Potsdam, ZIM

AIP im Europäischen Wettbewerb für Wissens- und Technologietransfer gefördert

8. April 2019, aktualisiert am 22. Mai 2019. Von der Galaxienforschung zur Krebsbekämpfung – das Kompetenzzentrum innoFSPEC des Leibniz- Institut für Astrophysik (AIP) erhält eine Förderung z...

Die prämierte Transferidee „3D-CANCER-SPEC“ des Kompetenzzentrums innoFSPEC beruht auf den Leistungen in der Übertragung von Hochtechnologie aus der Astronomie in die Krebsdiagnostik. Ziel ist eine Optikdesignstudie zur Entwicklung eines für klinische Studien geeigneten Prototypen. Das innoFSPEC-Team unter Leitung von Prof. Martin Roth bewarb sich gemeinsam mit dem Industriepartner Winlight Systems (Frankreich) erfolgreich im ATTRACT-Wettbewerb. „Unter dem Motto ‚From Molecules to Galaxies‘ arbeiten wir schon seit einigen Jahren an interdisziplinären Forschungsthemen —  wir freuen uns, dass diese Bemühungen jetzt Früchte tragen“, erklärt Roth.

In einer einjährigen Förderphase werden nun das Team und Winlight im Rahmen der Transferidee „3D-CANCER-SPEC“ aus einem Laborexperiment zur Krebsdiagnostik, das auf einem Original-MUSE-Spektrographen beruht, ein kompaktes Gerät für Untersuchungen entwickeln. Das Konzept soll in einem wissenschaftlichen Journal und mit einem Vortrag auf der ATTRACT-Abschlusskonferenz im September 2020 in Brüssel der Öffentlichkeit präsentiert werden. Es wird erwartet, dass mit dieser Unterstützung Fördermittelgeber oder Industrieunternehmen die Finanzierung eines medizinischen Geräts vorantreiben.

Grundlagenforschung, wie sie am AIP betrieben wird, erzeugt Spitzenleistungen in der Entwicklung von Hochtechnologien. Beispiele sind unter anderem die bildgebende Spektroskopie mit Instrumenten wie PMAS und MUSE und die Auswertung riesiger Datenmengen (Big Data) mit Künstlicher Intelligenz im Bereich eScience. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 engagiert sich das Zentrum für Innovationskompetenz innoFSPEC Potsdam neben Grundlagenforschung in optischen Technologien und der Photonik für die Nutzbarmachung von dabei entwickelter Hochtechnologie für Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Beispiel hierfür ist die Übertragung von bildgebender Spektroskopie aus der Astronomie in die minimal-invasive Krebsdiagnostik. Dieses Experiment in Zusammenarbeit mit der Charité Universitätsmedizin wurde im Jahr 2018 mit einer Publikation in dem renommierten Fachjournal Journal of Biomedical Optics erfolgreich abgeschlossen. Zusätzlich widmen sich im Rahmen des Engagements im Leibniz-Forschungsverbund Gesundheitstechnologien zwei Folgeprojekte mit Partnern aus der Industrie und der Leibniz-Gesellschaft der Diagnostik von Blasenkrebs und technischen Verbesserungen für den Einsatz im OP — hier kam es bereits zu einer Patentanmeldung.

Die Spektroskopie ist eine leistungsstarke Technik, mit der die Zusammensetzung eines Objekts aus dem von ihm emittierten Licht bestimmt werden kann, unabhängig davon, ob dieses Licht von einem Objekt im Weltraum oder dem Körper einer Person auf der Erde stammt. Krebsgewebe unterscheidet sich so stark von gesundem Gewebe, dass es mittels Raman-Spektroskopie unterschieden werden kann - ein vielversprechender Weg, um die Entnahme invasiver Gewebeproben zu vermeiden. Während sich dies bisher im Prinzip bewährt hat, dauerte der bildgebende Prozess Stunden, was praktisch nicht sinnvoll ist. Um diesen Prozess im klinischen Umfeld zu beschleunigen, plant das Team die Anwendung einer speziellen Technik der Integralfeldspektroskopie – wie sie von MUSE am Very Large Telescope der ESO eingesetzt wird –, die zur Lösung einer besonderen Herausforderung der astronomischen Bildgebung entwickelt wurde.

Ein erklärtes Ziel im Pakt für Forschung und Innovation ist es, den Austausch der Wissenschaft mit Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken. Vor diesem Hintergrund haben die großen europäischen Forschungsorganisationen wie das Hochenergielabor CERN, das Röntgenlaserlabor XFEL, oder die Europäische Südsternwarte ESO den Wettbewerb ATTRACT ausgelobt, bei dem Fördermittel von insgesamt 17 Millionen Euro von der Europäischen Kommission bereitgestellt werden. In dem Vorhaben werden insgesamt 170 herausragende Transferideen im Bereich der Technologien von Detektion und Bildgebung prämiert. Dazu zählen vielversprechende Anwendungsinnovationen in Mikroelektronik, Information und Kommunikation oder Lebenswissenschaften und Medizintechnik.

 

Pressemitteilung ESO

https://www.eso.org/public/germany/news/eso1909/

Pressemitteilung Attract

https://attract-eu.com/170-projects-disruptive-solutions-societal-challenges/

Attract Website

https://attract-eu.com/

innoFSPEC Website

https://innofspec.de/

Mehr über Muse

https://www.aip.de/de/forschung/research-area-drt/development-of-research-technology-and-infrastructure-1/3d-spectroscopy/muse

Wissenschaftlicher Kontakt

Prof. Dr. Martin Matthias Roth, 0331-7499-313, mmroth@aip.de

Medienkontakt

Sarah Hönig, 0331-7499 803, presse@aip.de

Veröffentlichung

Elmar Schmälzlin, Benito Moralejo, Ingo Gersonde, Johannes Schleusener, Maxim E. Darvin, Gisela Thiede, Martin M. Roth, “ Nonscanning large-area Raman imaging for ex vivo /in vivo skin cancer discrimination,” J. Biomed. Opt. 23 (10), 105001 (2018)

https://doi.org/10.1117/1.JBO.23.10.105001

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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