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last change 2006 May 21, R. Arlt
Telescopes
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Robotische STELLA-Teleskope werden auf Teneriffa eingeweiht

Die robotischen Teleskope STELLA I und II (STELLar Activity) auf Teneriffa wurden am 18.5.2006 vom Astrophysikalischen Institut Potsdam feierlich eingeweiht. STELLA ist ein selbständig agierendes Observatorium mit zwei vollautomatischen 1,2-m-Spiegelteleskopen, die mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet sind und lernfähig sind. Doch nicht nur die beiden Teleskope werden robotisch betrieben, auch die Sternwarte selbst arbeitet vollkommen automatisch und bedarf keiner menschlichen Präsenz mehr. Die aufgenommenen Daten werden am Ende jeder Nacht direkt in das Medien- und Kommunikationszentrum am AIP geliefert.

Das STELLA-Projekt begann 1998 und wird heute vom Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP) in Kooperation mit dem Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) auf dem Izaña-Berg auf Teneriffa betrieben. Der Leiter des Projekts, Professor Klaus G. Strassmeier, kam im Jahr 2000 mit seinem Robotik-Team von der Universität Wien nach Potsdam, um sich ganz dem STELLA-Projekt zu widmen. Dr. Thomas Granzer programmierte die robotischen Komponenten des Teleskops, Dr. Michael Weber ist in Kollaboration mit dem IAC in Teneriffa Projektmanager von STELLA, und Manfred Woche entwarf das Design von STELLA.

Nach 8 Jahren harter Arbeit wurde bereits am 28. Juni 2005 das erste Spektrum mit einer Kalibrationslichtquelle von STELLA-I erhalten, am 9. September 2005 folgte das erste Sternenlichtspektrum von α Tauri (K5 III). Der erste robotische Betrieb von STELLA-I fand im April 2006 statt. Dabei gab es zwischendurch auch Probleme zu bewältigen, so nisteten sich z.B. Würmer in der menschenleeren Sternwarte ein, die nicht wieder hinausgelangen konnten und darin verendeten. Chemikalien halten nun die Würmer fern, und die geladenen Gäste strömten zur feierlichen Einweihung der beiden Teleskope auf dem 2400 Meter hohen Berg. Ein weiteres Problem waren die häufigen Stürme, die dem STELLA-Gebäude in der Vergangenheit einigen Schaden zufügten. Ein spezielles Kontrollsystem löst dieses Problem. Im gesamten Gebäude verteilte Sensoren liefern den aktuellen Stand der Umweltbedingungen der Teleskope, der wisenschaftlichen Geräte und den Status der diversen Sekundärsysteme. Das STELLA-Kontrollsystem (SCS) kann kritische Umweltparameter wie z.B. Luftfeuchtigkeit nun fünf Minuten in die Zukunft vorhersagen und so im Fall eines herannahenden Sturms die Dachhälften schnell schließen, um STELLA vor Schaden zu bewahren.

STELLA bei Nacht
STELLA bei Nacht.

STELLA bei Nacht
STELLA transparent: Die Aufnahme entstand während des Zufahrens des Dachs.

STELLA spectrograph
Lichtleitfaser am Echelle-Spektrografen von STELLA.

Fotos:   [allgemein]    [Technik]    [Einweihung]

 

[Pressemitteilung]

[STELLA Homepage]

[AIP Homepage]

 

Inauguration of STELLA
Anstoßen auf die erfolgreiche Arbeit der STELLA-Teleskope (alle Fotos R. Arlt).

STELLA
STELLA-Teleskope bei offenem Dach.

STELLA
STELLA-Teleskope bei geschlossenem Gebäude.

 

Ziel von STELLA ist das Auffinden von Sonnen, die der unseren ähnlich sind, sowie von erdähnlichen Planetensystemen. Dabei ist STELLA als robotisches Teleskop insbesondere geeignet, Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bei Vorübergängen vor Sternen, so genannten Transits, zu entdecken, denn dies ist eine reine "Fleißaufgabe". Langwierige und präzise Beobachtungen sind notwedig, um ein solches kurzzeitiges Ereignis aufzuspüren und nicht zu verpassen. Prof. Strassmeier erklärt: "Weltweit einmalig ist die Kombination von hochpräziser Weitfeldfotometrie und hochaufgelöster optischer Spektroskopie. Beide Teleskope können gleichzeitig dasselbe Objekt aufnehmen und davon ein Spektrum mit Radialgeschwindigkeiten und ein hochaufgelöstes Foto liefern". Außerdem besitzt STELLA eine automatische Datenanalysepipeline (ASPEX), die für jedes aufgenommene Spektrum die Radialgeschwindigkeit, die Rotationsgeschwindigkeit, die Oberflächentemperatur, die Schwerebeschleunigung und die chemische Zusammensetzung des Sterns liefert. Einige davon sind ein Maß für die magnetische Aktivität der Sterne. Die hohe Auflösung der Spektren ermöglicht sogar die Kartierung der Oberfläche von schnell rotierenden Sternen.

Durch den robotischen Betrieb der Teleskope werden eine sehr hohe Flexibilität und Datenausbeute erreicht. Die Steuerungssoftware entscheidet anhand einer Liste von Objekten selbst über den Beobachtungsplan. Die Sternwarte und deren Wetterstation arbeiten komplett selbständig und liefern die Beobachtungsdaten direkt nach Potsdam. Das STELLA-Gebäude wird von einer Web-Kamera beobachtet und kann von jedem Interessierten abgerufen werden. Eine direkte Möglichkeit der astronomischen Arbeit mit einem robotischen Teleskop bietet sich für Schüler und Schülerinnen am AIP: Das RoboTel des AIP ist eine 80-cm-Version der STELLA-Teleskope, die Testzwecken und Schülerexperimenten zur Verfügung steht. Die Schüler bekommen im Medien- und Kommunikationszentrum die Möglichkeit, Teleskope zu steuern und zu erleben, wie die künstliche Intelligenz von STELLA-I und II bei der Beobachtung vorgeht.

Pressekontakt
Frau Shehan Bonatz
Astrophysikalisches Institut Potsdam
An der Sternwarte 16
D-14482 Potsdam
(0331) 7499 469

Projektleiter und Bereichsleiter
Kosmische Magnetfelder am AIP

Prof. Klaus G. Strassmeier
(0331) 7499 295

 

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