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Die Leibniz-Gemeinschaft hat den Nachwuchspreis des Jahres 2007 in der
Kategorie Natur- und Technikwissenschaften an die Wissenschaftlerin Lise Bech
Christensen vergeben. Mit dem Preis wird jährlich eine herausragende Doktorarbeit
aus Mitgliedsinstituten der Leibniz-Gemeinschaft ausgezeichnet. Frau Christensen
erhielt den Preis für ihre Arbeit zur spektroskopischen Identifikation gasreicher
Galaxien am Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP). Die Preisverleihung fand
gestern in einem Festakt anlässlich der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft in
Göttingen statt.
Zur Arbeit:
Ziel der Arbeit war die Untersuchung ausgewählter Quasare (das sind extrem
leuchtkräftige Kerne weit entfernter Galaxien), deren Licht auf dem Weg zum Beobachter
durch Objekte in der Sichtlinie bei bestimmten Wellenlängen absorbiert wird. Aus der
Untersuchung dieser Absorptionslinien lässt sich auf die Existenz von gasreichen Galaxien
in der Sichtlinie zu diesen Quasaren schließen. Solche Galaxien werden als "Damped
Lyman-Alpha Absorber (DLA)" bezeichnet. Der Nachweis von DLA-Galaxien mit
konventionellen Methoden hatte sich bisher als außerordentlich schwierig und mühsam
herausgestellt. Die Hoffnung und Erwartung bestand darin, dass das am AIP entwickelte
Instrument PMAS einen wesentlichen Fortschritt bringen würde. PMAS ermöglicht es,
Bilder von astronomischen Objekten herzustellen und gleichzeitig in jedem Bildpunkt ein
Spektrum zu erzeugen, welches die Energieverteilung des Lichtes beschreibt.
Was als Hoffnung begann, hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Lise
Christensen stieß genau in der Zeit zum AIP-Team hinzu, als das PMAS-Instrument am
3.5 m-Teleskop des Calar Alto-Observatoriums in Südspanien in den regulären
Beobachtungsbetrieb übernommen wurde. Den Großteil der für ihre Arbeit erforderlichen
Beobachtungszeit warb sie selbstständig im Wettbewerb gegen erhebliche Konkurrenz mit
exzellenten Bewertungen des Programmkommittees am Calar Alto-Observatorium ein. So
gelang es ihr, das geplante Beobachtungsprojekt in nur zwei Jahren im vollen Umfang
durchzuführen und vollständig auszuwerten.
Ihre Resultate sind bahnbrechend: Die Anzahl identifizierter DLA-Galaxien wurde durch
das Projekt mehr als verdreifacht. Erstmals konnten statistisch signifikante Trends
ausgemacht werden, zum Beispiel die Aufdeckung eines Zusammenhangs zwischen dem
Gasgehalt der DLA-Galaxie und dem Winkel der Galaxie zur Sichtlinie. Aus solchen
Informationen konnte sie dann die räumliche Verteilung des Gases in DLA-Galaxien
rekonstruieren.
Zur Person:
Die 32 Jahre junge Lise Bech Christensen hat innerhalb von wenigen Jahren ein
erstaunliches Oevre in ihrem wissenschaftlichen Wirken vorgelegt.
Nach Fertigstellung ihrer Masterarbeit an der Universität Kopenhagen über die
Wirtsgalaxien der sogenannten Gammastrahlen-Ausbrüche begann sie im Juni 2002 ihre
Arbeit als Doktorandin am AIP unter der gemeinsamen Betreuung von Dr. Martin Roth und
Prof. Lutz Wisotzki. Ihr Promotionsprojekt "Spektroskopie schwacher Galaxien" wurde im
Rahmen eines vom BMBF geförderten Vorhabens durchgeführt. Bereits im Juli 2005
reichte sie ihre Dissertation ein, die sie im September 2005 mit "summa cum laude"
verteidigte.
Für ihre Veröffentlichungen während ihrer Promotion wurde Frau Christensen 2005 bereits
mit dem Publikationspreis des Potsdamer Leibniz-Kollegs ausgezeichnet. Unmittelbar in
Anschluss an ihre Promotion erhielt sie eine der renommierten Fellowships bei der
europäischen Südsternwarte in Chile (die überwiegend an erfahrenere Postdocs vergeben
werden). In den letzten eineinhalb Jahren war sie mit insgesamt fünf Projektanträgen für
das Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte sowie weiteren Anträgen am
Calar-Alto-Observatorium erfolgreich.
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