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Denkschrift 2017: Perspektiven der Astrophysik in Deutschland 2017 – 2030

Vorstellung der Denkschrift bei der Tagung der Astronomischen Gesellschaft. Vollständige Bildunterschrift im Text. Foto: Thomas Klawunn

Denkschrift 2017: Perspektiven der Astrophysik in Deutschland 2017 – 2030

19. September 2017. Der Rat deutscher Sternwarten (RDS) hat heute auf der Tagung der Astronomischen Gesellschaft die Denkschrift 2017 „Perspektiven der Astrophysik in Deutschland 2017-2030 – Vo...

„Die Denkschrift 2017 bestätigt beeindruckende Fortschritte in der astrophysikalischen Forschung in den vergangenen 15 Jahren – weltweit und insbesondere auch in Deutschland“, begrüßt Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) sowie Präsident der Astronomischen Gesellschaft und Koordinator der Denkschrift. „Forschende in Deutschland waren an zahlreichen wissenschaftlichen Durchbrüchen beteiligt. Darauf aufbauend gibt die Denkschrift 2017 strategische Empfehlungen, wie Deutschland seine international führende Rolle in der astrophysikalischen Forschung im kommenden Jahrzehnt verfestigen und weiter ausbauen kann.“

Die Denkschrift 2017 ist auf Grundlage von 20 Strategiepapieren der in Deutschland vertretenen astronomischen Spezialdisziplinen entstanden. Die Themen reichen von Sternen und ihren Planetensystemen bis zur Kosmologie und Dunklen Materie. Aktuelle Fragen der Astrophysik, wie die nach den Frühphasen des Universums, der Entwicklung Schwarzer Löcher oder nach dem möglichen Nachweis außerirdischen Lebens werden in der Denkschrift ebenso adressiert wie der Ausbau der Forschungsinfrastrukturen, die zu ihrer Beantwortung notwendig sind. Neben der Präsentation des aktuellen Forschungsstandes identifiziert das Redaktionsteam, das sich aus führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der astrophysikalischen Institute in Deutschland zusammensetzt, aber auch, welche Fortschritte in der nächsten Dekade realistisch sind und wie der Erkenntnisgewinn optimal gefördert werden kann.

Die Kernaussage der Denkschrift bilden die Empfehlungen zur Beteiligung an den wichtigsten internationalen Teleskopprojekten und Beobachtungseinrichtungen auf der Erde und im Weltraum. Dies sind in erster Linie die großen internationalen Observatorien wie das Extremely Large Telescope der ESO, das mit einem Spiegeldurchmesser von 39 Metern das „biggest eye on the sky“ sein wird, und die geplanten Einrichtungen auf der europäischen Infrastructure Roadmap, wie etwa das Radio-Antennenfeld Square Kilometre Array (SKA) und das European Solar Telescope. In der Weltraumforschung sind Missionen des Cosmic Vision Programms der Europäischen Weltraumagentur ESA von besonderer Bedeutung. An allen diesen Vorhaben sind Astronominnen und Astronomen in Deutschland entscheidend beteiligt, oft in leitender Position. Sowohl die europäischen Teleskopvorhaben auf der Erdoberfläche als auch die im Weltraum müssen jedoch ergänzt werden durch individuelle nationale und bilaterale Vorhaben, gerade um angesichts der Langfristigkeit dieser Projekte die treibenden Spezialistinnen und Spezialisten in den verschiedenen Fachrichtungen in Deutschland zu halten.

Ein weiteres Themenfeld der Denkschrift spricht die Vernetzung der verschiedenen Projekte und der Förderorganisationen an. Handlungsbedarf wird hier darin gesehen, klarere Strukturen für den nachhaltigen Betrieb großer Beobachtungseinrichtungen zu entwickeln, die eine Teilhabe aller Forschenden sowohl an Universitäten als auch an außeruniversitären Forschungseinrichtungen ermöglichen. Ebenso sollten Forschungsvorhaben auf der Erde und solche im Weltraum noch enger aufeinander abgestimmt werden.

Die Denkschrift 2017 widmet sich auch weiteren Themen, wie dem Höchstleistungsrechnen, dem virtuellen Observatorium und der Wissenschaft mit großen Datenmengen sowie Überlegungen zu Know-how und zur Personalentwicklung. Handlungsfelder werden in der Etablierung klarer Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs gesehen, etwa in Form von Tenure-Track-Stellen, und in dem weiteren Bestreben, junge Menschen und insbesondere auch Frauen für die Astronomie und die Naturwissenschaften zu gewinnen. Dem akademischen Mittelbau kommt auf Grund der Abhängigkeit der Astronomie von großen und komplexen Beobachtungeinrichtungen eine besondere Bedeutung zu.

Der Rat deutscher Sternwarten setzt mit der Denkschrift 2017 die Tradition aus den Jahren 1962, 1987 und 2003 fort. Die Denkschrift 2017 verdeutlicht Deutschlands gestaltende Beteiligung beim Bau und der Nutzung astrophysikalischer Infrastrukturen und betont die Wirkung, die davon auf andere Bereiche der Forschung und Entwicklung, auf die Ausbildung von Fachkräften und auf die Öffentlichkeit ausgeht. Mit den Empfehlungen der Denkschrift 2017 wenden sich die Astronominnen und Astronomen in Deutschland  an wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Entscheidungsträger an den Universitäten, in den Wissenschafts- und Förderorganisationen und in der Forschungspolitik.

Die Denkschrift 2017 sowie die 20 ihr zugrundeliegenden Strategiepapiere finden Sie unter:
www.denkschrift2017.de

Pressenmitteilung der Astronomischen Gesellschaft:
www.astronomische-gesellschaft.de/de/aktivitaeten/pressemitteilungen/pmdenk

Wissenschaftlicher Kontakt: Prof. Dr. Matthias Steinmetz, +49 331-7499 801, msteinmetz@aip.de

Pressekontakt: Dr. Janine Fohlmeister, +49 331-7499 803, jfohlmeister@aip.de

 

Bildunterschrift:

Von Links: Prof. Dr. Sami K. Solanki (Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung), Prof. Dr. Matthias Steinmetz (Präsident der Astronomischen Gesellschaft), Prof. Dr. Eva Grebel (Direktorin am Astronomischen Recheninstitut des Zentrums für Astronomie der Universität Heidelberg), Prof. Dr. Joachim Wambsganß (Vizepräsident der Astronomischen Gesellschaft) und Prof. Dr. Jörn Wilms (Universität Erlangen-Nürnberg) stellen die Denkschrift 2017 vor. (Foto: Thomas Klawunn)

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Sonnenfinsternis in einhundert Spektren

Die partielle Sonnenfinsternis, beobachtet vom Mount Graham in Arizona, USA, aus. Bild: AIP/Ilya Ilyin

Sonnenfinsternis in einhundert Spektren

12. September 2017. Eine Sonnenfinsternis bietet die Möglichkeit, Teile der Sonne zu untersuchen, die sonst nicht sichtbar sind. Mit dem Solar Disk Integrated Teleskop (SDI) auf dem Mount Graham i...

„Die Spektren, die wir erstellt haben, sind hoch dynamisch“, erklärt AIP-Forscher Dr. Ilya Ilyin. „Der Ursprung des gemessenen Lichts liegt in verschiedenen Bereichen der Sonne, deswegen variiert der Verlauf der Linien.“ Durch die Finsternis wurde die Chromosphäre der Sonne besser sichtbar – die Schicht der Sonnenatmosphäre, die über der Photosphäre liegt und an die äußere Korona angrenzt. Die innere Photosphäre überstrahlt die Chromosphäre normalerweise. Nur wenn der Mond die Photosphäre zu einem großen Teil verdeckt, sind im Spektrum chromosphärische Linien direkt sichtbar.

In Arizona lag am 21. August 2017 eine partielle Sonnenfinsternis vor, was bedeutet, dass der Mond nur den inneren Teil der Sonnenscheibe verdeckt hat. „Die chromosphärischen Linien vom Sonnenrand waren daher verstärkt“, so Ilyin. Genauer untersucht haben die Forscherinnen und Forscher die so genannte Natrium-D1-Linie, deren Ursprung in der unteren Chromosphäre der Sonne liegt. Insgesamt haben die Wissenschaftler zwischen 9.16 Uhr und 12.03 Uhr Ortszeit auf dem Mount Graham, etwa einhundert Spektren in den Wellenlängenbereichen 422 bis 477 und 536 bis 628 Nanometer erstellt.

Der Spektrograph PEPSI wurde vom AIP gebaut und 2015 in Arizona am LBT installiert. Das LBT hat zwei Spiegel mit einem Durchmesser von jeweils 8,4 Metern und ist daher effektiv ein 11,8-Meter-Teleskop. Ziel des Sonnenteleskops SDI ist es, Spektren täglich und kontinuierlich im Verlauf eines ganzen magnetischen Sonnenzyklus zu messen, um so in hoher Auflösung zu untersuchen, wie sich die Druckmoden der Sonnenschwingungen mit der Magnetfelddichte verändern. „Unser Hauptziel ist allerdings, die Sonnenoberfläche mit anderen Sternen zu vergleichen, um so deren Oberflächenmagnetismus besser zu verstehen“, sagt Prof. Dr. Klaus Strassmeier, Principal Investigator des Projekts PEPSI. Zudem wollen die Forschenden feststellen, wie sich die Linienprofile im Spektrum im Laufe eines Sonnenzyklus verändern.

 

Änderungen der Linienasymmetrie aller Na D1 Spektren, die während der Sonnenfinsternis aufgenommen wurden. Bild: AIP/Ilya Ilyin

 

Die Sodium-D2-D1-Linie, deren Ursprung in der niedrigeren Chromosphäre der Sonne liegt. Alle Spektren, die während der Sonnenfinsternis mit SDI in zwei Wellenbereichen beobachtet wurden. Bild: AIP/Ilya Ilyin

 

Die partielle Sonnenfinsternis beobachtet mit SDI. Video: AIP/Carsten Denker, Ekaterina Dineva, Ilya Ilyin

 

Wissenschaftliche Kontakte:
Dr. Ilya Ilyin, ilyin@aip.de, 0331 7499-269
Prof. Dr. Klaus G. Strassmeier, kstrassmeier@aip.de, 0331 7499-223

Pressekontakt: Katrin Albaum, 0331 7499-803, presse@aip.de

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Tag des offenen Denkmals

Der Forschungscampus Babelsberg. Bild: AIP

Tag des offenen Denkmals

21. August 2017. Das Leibniz-Institut für Astrophysik (AIP) beteiligt sich am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 10. September 2017, auf dem Campus in Babe...

Etwa 7.500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten öffnen beim Tag des offenen Denkmals bundesweit ihre Türen. Das AIP bietet Besucherinnen und Besuchern Führungen sowie Vorträge. Außerdem können Interessierte das Außengelände auf dem Campus Babelsberg erkunden.

Das Programm:
10 bis 18 Uhr
Das Außengelände des AIP-Campus in Potsdam-Babelsberg ist geöffnet und für Besucherinnen und Besucher zugänglich

11.30 Uhr und 15 Uhr
Vortrag von Jörn Limberg, Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam, zur Villenkolonie Neubabelsberg
Ort: Hörsaal im Schwarzschildhaus

13 Uhr und 14 Uhr
Führung über den Campus des AIP in Babelsberg mit Besichtigung der historischen Gebäude
Treffpunkt: Vor dem Schwarzschildhaus

18 Uhr
Konzert der Band „Duck Tape Ticket“ im Rahmen der Potsdamer Jazztage

Weitere Informationen:
tag-des-offenen-denkmals.de
www.potsdamer-dreiklang.de

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Sterne und Galaxien mit MUSE - extra scharf

Der Planetarische Nebel NGC 6369 im Sternbild Schlangenträger, beobachtet unter normalen Bedingungen (links) und mit der adaptiven Optik (rechts), welche die atmosphärischen Turbulenzen in Bodennähe kompensiert.

Sterne und Galaxien mit MUSE - extra scharf

Spektakuläre Verbesserung der astronomischen Aufnahmen mit MUSE durch adaptive Optik. Mit bisher unerreichter Schärfe haben Astrophysikerinnen und Astrophysiker mit dem MUSE Instrument an der Eur...

Die von der ESO entwickelte adaptive Optik wurde nun erstmals mit dem MUSE Instrument erprobt. Der Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) ist selbst schon ein komplexer 3D-Spekrograph und kann Tausende von Spektren ganzer Regionen des Weltraums aufzeichnen und daraus Bilder rekonstruieren. An der Entwicklung von MUSE und der jetzt erfolgten Inbetriebnahme der adaptiven Optik waren maßgeblich auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) beteiligt. Die Gesamtleitung des Projekts liegt beim Observatoire de Lyon (CRAL) und der ESO.

Andreas Kelz, der lokale Projektleiter am AIP, erklärt: „Normalerweise sind astronomische Aufnahmen mit Teleskopen auf der Erde immer leicht unscharf, da Turbulenzen in der Luft das Bild verzerren. Mit der adaptiven Optik kann man nunmehr die Luftunruhe kompensieren, sozusagen das Funkeln der Sterne ausschalten. Damit wird die Abbildung schärfer und es lassen sich mehr Einzelheiten erkennen.“ Peter Weilbacher, welcher als Wissenschaftler an den ersten Beobachtungen mit MUSE und der adaptiven Optik beteiligt war, ist beeindruckt von den Ergebnissen: „Wir haben verschiedene Objekte am südlichen Sternenhimmel beobachtet und die Verbesserungen der Bildschärfe sind spektakulär. Um den Planetarischen Nebel IC 4406 im Sternbild Lupus konnten nun Schalenstrukturen beobachtet werden, welche vorher nicht sichtbar waren.“

Was so einfach klingt, beruht auf äußerst fortschrittlicher Technologie, die in dieser Form zum ersten Mal an einem Teleskop in die Praxis umgesetzt wurde. Die adaptive Optik (AOF) an dem ESO Teleskop besteht aus drei Systemen: Vier Hochleistungslaser bestrahlen Schichten der Erdatmosphäre in 80 km Höhe, regen die dortigen Atome zum Leuchten an und projizieren so „künstliche Sterne“ in den Nachthimmel. Sensoren in dem Modul GALACSI (Ground Atmospheric Layer Adaptive Corrector for Spectroscopic Imaging) nutzen diese künstlichen Lasersterne, um die atmosphärischen Störungen zu vermessen. Schließlich werden die errechneten Korrekturen zu einem ein Meter großen deformierbaren Spiegel am Teleskop geschickt. Dessen Krümmung wird mehrere hundert Male in der Sekunde leicht verformt und stabilisiert so das Bild.

Diese Korrekturen liefern zwei wesentliche Vorteile für die astronomischen Beobachtungen: Mit der zunehmenden Bildschärfe werden ausgedehnte Strukturen viel detailreicher abgebildet. Überdies lassen sich sehr lichtschwache kosmische Objekte so überhaupt erst erkennen. „Eines unserer zentralen wissenschaftlichen Projekte ist die Beobachtung ferner Galaxien, die ihr Licht vor über 10 Milliarden Jahren aussandten. Diese Galaxien erscheinen so klein und lichtschwach am Himmel, dass stundenlange Belichtungszeiten unter stabilen Bedingungen nötig sind. Mit der adaptiven Optik kann dies jetzt sehr viel besser erreicht werden.“ sagt Lutz Wisotzki, Programmwissenschaftler von MUSE am AIP. „Die ersten Ergebnisse mit der korrigierenden Optik für MUSE erfüllen die hohen Erwartungen“, freut sich Kelz. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am AIP hoffen nun auf weitere astronomische Entdeckungen in den nächsten Jahren.

Die beteiligten deutschen Partner an MUSE aus den astrophysikalischen Instituten in Potsdam (AIP) und Göttingen (IAG) werden durch die Verbundforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

NGC 6563 ist ein Planetarischer Nebel im Sternbild Schütze. Das beeindruckende Bild wurde mit der am AIP entwickelten Datenreduktions-Software aus den MUSE Datenkuben rekonstruiert. Durch die Unterstützung der adaptiven Optik können schwache Strukturen im Nebel erkannt werden, welche vorher so nicht sichtbar waren. Das linke Bild ist ohne, das rechte Bild ist mit adaptiver Optik aufgenommen worden.
Quelle: ESO / P. Weilbacher (AIP)

 

ESO 338-IG04 ist eine Galaxie im Sternbild Schütze, in welcher besonders viele Sterne entstehen. Die neuen Daten von MUSE mit der adaptiven Optik lösen die verschiedenen hellen Knoten, welche die Orte der intensiven Sternentstehung markieren, nun deutlich auf. Leuchtendes, heißes Wasserstoffgas formt die filamentartigen Strukturen in den Außenbereichen.
Quelle: ESO / P. Weilbacher (AIP)

 

Das Lasersystem der adaptiven Optik im Einsatz an der europäischen Südsternwarte während der ersten Beobachtungen mit dem MUSE Instrument. Die adaptive Optik kompensiert die Turbulenzen der Luft und ermöglicht schärfere Aufnahmen des Nachthimmels. Das Sternenband der Milchstraße erstreckt sich über dem Observatorium in der chilenischen Atacama-Wüste.
Quelle: P. Weilbacher (AIP)

 

Weitere Informationen:

 

MUSE ist ein Projekt von sieben führenden europäischen Foschungseinrichtungen,

  • geleitet vom Centre de Recherche Astrophysique de Lyon (CRAL, Frankreich),
  • dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP, Deutschland),
  • dem Institut für Astrophysik der Universität Göttingen (IAG, Deutschland),
  • dem Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie (IRAP, Frankreich),
  • der Sternwarte Leiden und der Niederländischen Forschungsakademie für Astronomie (NOVA, Niederlande),
  • dem Institut für Astronomie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH, Schweiz) und
  • der Europäischen Südsternwarte (ESO).

 

Wissenschaftliche Kontakte:

Dr. Andreas Kelz, 0331 7499-640, akelz@aip.de
Dr. Peter Weilbacher, 0331 7499-667, pweilbacher@aip.de
Prof. Dr. Lutz Wisotzki, 0331 7499-532, lwisotzki@aip.de

 

Pressekontakt:

Janine Fohlmeister, 0331 7499-802, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Feierliche Wiedereinweihung des Großen Refraktors

Das Kuppelgebäude des Großen Refraktors

Feierliche Wiedereinweihung des Großen Refraktors

19. Juli 2017. Der Große Refraktor des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) auf dem Potsdamer Telegrafenberg erstrahlt in neuem Glanz nachdem am Kuppelgebäude etwa ein Jahr lang Sanie...

Der Große Refraktor des AIP ist ein Denkmal der astrophysikalischen Forschung und ein Wahrzeichen Potsdams. Das riesige Linsenteleskop wurde am 26. August 1899 in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. als Hauptteleskop des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam erstmals feierlich eingeweiht. Es ist noch heute das viertgrößte Linsenteleskop der Welt.

Wissenschaftsministerin Martina Münch würdigte den restaurierten Großen Refraktor als bedeutendes wissenschaftliches Wahrzeichen Potsdams. „Der Große Refraktor und der Telegrafenberg waren nicht nur vor mehr als 100 Jahren bedeutende Wissenschaftsorte – sie sind es bis heute. Das in Potsdam-Babelsberg ansässige Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, zu dem der Große Refraktor gehört, ist eine herausragende außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Landes Brandenburg und gehört seit Jahren zu den renommiertesten und forschungsstärksten wissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands“, so Münch. Matthias Winker, Administrativer Vorstand des AIP, eröffnete die Wiedereinweihung. Neben der Ministerin richtete Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des AIP, ein Grußwort an die Gäste. Jörg Limberg von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam ging in einem Vortrag auf die bautechnischen Aspekte und die denkmalschutzgerechte Sanierung des Kuppelgebäudes ein.

Zwischen Mai 2016 und Mai 2017 führten zahlreiche Spezialfirmen und Fachkräfte die Instandsetzungsarbeiten am Kuppelgebäude aus. Die denkmalgerechte Sanierung der Fassade lässt das Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. Bereits beim Betreten des restaurierten Treppenaufgangs bekommen Besucher einen Vorgeschmack auf die detailreiche und kunstvolle Gestaltung des Kuppelinnenraums. Der Durchmesser der 200 Tonnen schweren, drehbaren Kuppel liegt bei 21 Metern.

Das Teleskop ist ein Doppelrefraktor mit zwei fest miteinander verbundenen Fernrohren auf einer parallaktischen Montierung. Das größere Rohr verfügt über ein 80 Zentimeter-Objektiv und das kleinere hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Die Brennweite beträgt 12 Meter. Ein wissenschaftlicher Höhepunkt war 1904 die Entdeckung der diffusen interstellaren Materie durch Johannes Hartmann.

Das Linsenteleskop selbst hatte nach Zerlegung im Jahr 2003 durch eine dreijährige umfassende Restaurierung in den Werkstätten der Firma 4H-Jena-engineering seine volle Funktionstüchtigkeit zurückerlangt. Dass es restauriert werden konnte, war vor allem dem engagierten Förderverein Großer Refraktor Potsdam e. V. und der Pietschker-Neese-Stiftung, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verwaltet wird, zu verdanken.

Der Große Refraktor ist einer breiten Öffentlichkeit in der Form von Führungen und alljährlichen  Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals zugänglich.

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Prof. Dr. Matthias Steinmetz, 0331 7499-801, sek-vorstand@aip.de

Pressekontakt: Kristin Riebe, Janine Fohlmeister, 0331 7499-803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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