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Sterne und Galaxien mit MUSE - extra scharf

Der Planetarische Nebel NGC 6369 im Sternbild Schlangenträger, beobachtet unter normalen Bedingungen (links) und mit der adaptiven Optik (rechts), welche die atmosphärischen Turbulenzen in Bodennähe kompensiert.

Sterne und Galaxien mit MUSE - extra scharf

Spektakuläre Verbesserung der astronomischen Aufnahmen mit MUSE durch adaptive Optik. Mit bisher unerreichter Schärfe haben Astrophysikerinnen und Astrophysiker mit dem MUSE Instrument an der Eur...

Die von der ESO entwickelte adaptive Optik wurde nun erstmals mit dem MUSE Instrument erprobt. Der Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) ist selbst schon ein komplexer 3D-Spekrograph und kann Tausende von Spektren ganzer Regionen des Weltraums aufzeichnen und daraus Bilder rekonstruieren. An der Entwicklung von MUSE und der jetzt erfolgten Inbetriebnahme der adaptiven Optik waren maßgeblich auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) beteiligt. Die Gesamtleitung des Projekts liegt beim Observatoire de Lyon (CRAL) und der ESO.

Andreas Kelz, der lokale Projektleiter am AIP, erklärt: „Normalerweise sind astronomische Aufnahmen mit Teleskopen auf der Erde immer leicht unscharf, da Turbulenzen in der Luft das Bild verzerren. Mit der adaptiven Optik kann man nunmehr die Luftunruhe kompensieren, sozusagen das Funkeln der Sterne ausschalten. Damit wird die Abbildung schärfer und es lassen sich mehr Einzelheiten erkennen.“ Peter Weilbacher, welcher als Wissenschaftler an den ersten Beobachtungen mit MUSE und der adaptiven Optik beteiligt war, ist beeindruckt von den Ergebnissen: „Wir haben verschiedene Objekte am südlichen Sternenhimmel beobachtet und die Verbesserungen der Bildschärfe sind spektakulär. Um den Planetarischen Nebel IC 4406 im Sternbild Lupus konnten nun Schalenstrukturen beobachtet werden, welche vorher nicht sichtbar waren.“

Was so einfach klingt, beruht auf äußerst fortschrittlicher Technologie, die in dieser Form zum ersten Mal an einem Teleskop in die Praxis umgesetzt wurde. Die adaptive Optik (AOF) an dem ESO Teleskop besteht aus drei Systemen: Vier Hochleistungslaser bestrahlen Schichten der Erdatmosphäre in 80 km Höhe, regen die dortigen Atome zum Leuchten an und projizieren so „künstliche Sterne“ in den Nachthimmel. Sensoren in dem Modul GALACSI (Ground Atmospheric Layer Adaptive Corrector for Spectroscopic Imaging) nutzen diese künstlichen Lasersterne, um die atmosphärischen Störungen zu vermessen. Schließlich werden die errechneten Korrekturen zu einem ein Meter großen deformierbaren Spiegel am Teleskop geschickt. Dessen Krümmung wird mehrere hundert Male in der Sekunde leicht verformt und stabilisiert so das Bild.

Diese Korrekturen liefern zwei wesentliche Vorteile für die astronomischen Beobachtungen: Mit der zunehmenden Bildschärfe werden ausgedehnte Strukturen viel detailreicher abgebildet. Überdies lassen sich sehr lichtschwache kosmische Objekte so überhaupt erst erkennen. „Eines unserer zentralen wissenschaftlichen Projekte ist die Beobachtung ferner Galaxien, die ihr Licht vor über 10 Milliarden Jahren aussandten. Diese Galaxien erscheinen so klein und lichtschwach am Himmel, dass stundenlange Belichtungszeiten unter stabilen Bedingungen nötig sind. Mit der adaptiven Optik kann dies jetzt sehr viel besser erreicht werden.“ sagt Lutz Wisotzki, Programmwissenschaftler von MUSE am AIP. „Die ersten Ergebnisse mit der korrigierenden Optik für MUSE erfüllen die hohen Erwartungen“, freut sich Kelz. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am AIP hoffen nun auf weitere astronomische Entdeckungen in den nächsten Jahren.

Die beteiligten deutschen Partner an MUSE aus den astrophysikalischen Instituten in Potsdam (AIP) und Göttingen (IAG) werden durch die Verbundforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

NGC 6563 ist ein Planetarischer Nebel im Sternbild Schütze. Das beeindruckende Bild wurde mit der am AIP entwickelten Datenreduktions-Software aus den MUSE Datenkuben rekonstruiert. Durch die Unterstützung der adaptiven Optik können schwache Strukturen im Nebel erkannt werden, welche vorher so nicht sichtbar waren. Das linke Bild ist ohne, das rechte Bild ist mit adaptiver Optik aufgenommen worden.
Quelle: ESO / P. Weilbacher (AIP)

 

ESO 338-IG04 ist eine Galaxie im Sternbild Schütze, in welcher besonders viele Sterne entstehen. Die neuen Daten von MUSE mit der adaptiven Optik lösen die verschiedenen hellen Knoten, welche die Orte der intensiven Sternentstehung markieren, nun deutlich auf. Leuchtendes, heißes Wasserstoffgas formt die filamentartigen Strukturen in den Außenbereichen.
Quelle: ESO / P. Weilbacher (AIP)

 

Das Lasersystem der adaptiven Optik im Einsatz an der europäischen Südsternwarte während der ersten Beobachtungen mit dem MUSE Instrument. Die adaptive Optik kompensiert die Turbulenzen der Luft und ermöglicht schärfere Aufnahmen des Nachthimmels. Das Sternenband der Milchstraße erstreckt sich über dem Observatorium in der chilenischen Atacama-Wüste.
Quelle: P. Weilbacher (AIP)

 

Weitere Informationen:

 

MUSE ist ein Projekt von sieben führenden europäischen Foschungseinrichtungen,

  • geleitet vom Centre de Recherche Astrophysique de Lyon (CRAL, Frankreich),
  • dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP, Deutschland),
  • dem Institut für Astrophysik der Universität Göttingen (IAG, Deutschland),
  • dem Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie (IRAP, Frankreich),
  • der Sternwarte Leiden und der Niederländischen Forschungsakademie für Astronomie (NOVA, Niederlande),
  • dem Institut für Astronomie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH, Schweiz) und
  • der Europäischen Südsternwarte (ESO).

 

Wissenschaftliche Kontakte:

Dr. Andreas Kelz, 0331 7499-640, akelz@aip.de
Dr. Peter Weilbacher, 0331 7499-667, pweilbacher@aip.de
Prof. Dr. Lutz Wisotzki, 0331 7499-532, lwisotzki@aip.de

 

Pressekontakt:

Janine Fohlmeister, 0331 7499-802, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Feierliche Wiedereinweihung des Großen Refraktors

Das Kuppelgebäude des Großen Refraktors

Feierliche Wiedereinweihung des Großen Refraktors

19. Juli 2017. Der Große Refraktor des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) auf dem Potsdamer Telegrafenberg erstrahlt in neuem Glanz nachdem am Kuppelgebäude etwa ein Jahr lang Sanie...

Der Große Refraktor des AIP ist ein Denkmal der astrophysikalischen Forschung und ein Wahrzeichen Potsdams. Das riesige Linsenteleskop wurde am 26. August 1899 in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. als Hauptteleskop des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam erstmals feierlich eingeweiht. Es ist noch heute das viertgrößte Linsenteleskop der Welt.

Wissenschaftsministerin Martina Münch würdigte den restaurierten Großen Refraktor als bedeutendes wissenschaftliches Wahrzeichen Potsdams. „Der Große Refraktor und der Telegrafenberg waren nicht nur vor mehr als 100 Jahren bedeutende Wissenschaftsorte – sie sind es bis heute. Das in Potsdam-Babelsberg ansässige Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, zu dem der Große Refraktor gehört, ist eine herausragende außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Landes Brandenburg und gehört seit Jahren zu den renommiertesten und forschungsstärksten wissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands“, so Münch. Matthias Winker, Administrativer Vorstand des AIP, eröffnete die Wiedereinweihung. Neben der Ministerin richtete Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des AIP, ein Grußwort an die Gäste. Jörg Limberg von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam ging in einem Vortrag auf die bautechnischen Aspekte und die denkmalschutzgerechte Sanierung des Kuppelgebäudes ein.

Zwischen Mai 2016 und Mai 2017 führten zahlreiche Spezialfirmen und Fachkräfte die Instandsetzungsarbeiten am Kuppelgebäude aus. Die denkmalgerechte Sanierung der Fassade lässt das Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. Bereits beim Betreten des restaurierten Treppenaufgangs bekommen Besucher einen Vorgeschmack auf die detailreiche und kunstvolle Gestaltung des Kuppelinnenraums. Der Durchmesser der 200 Tonnen schweren, drehbaren Kuppel liegt bei 21 Metern.

Das Teleskop ist ein Doppelrefraktor mit zwei fest miteinander verbundenen Fernrohren auf einer parallaktischen Montierung. Das größere Rohr verfügt über ein 80 Zentimeter-Objektiv und das kleinere hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Die Brennweite beträgt 12 Meter. Ein wissenschaftlicher Höhepunkt war 1904 die Entdeckung der diffusen interstellaren Materie durch Johannes Hartmann.

Das Linsenteleskop selbst hatte nach Zerlegung im Jahr 2003 durch eine dreijährige umfassende Restaurierung in den Werkstätten der Firma 4H-Jena-engineering seine volle Funktionstüchtigkeit zurückerlangt. Dass es restauriert werden konnte, war vor allem dem engagierten Förderverein Großer Refraktor Potsdam e. V. und der Pietschker-Neese-Stiftung, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verwaltet wird, zu verdanken.

Der Große Refraktor ist einer breiten Öffentlichkeit in der Form von Führungen und alljährlichen  Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals zugänglich.

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Prof. Dr. Matthias Steinmetz, 0331 7499-801, sek-vorstand@aip.de

Pressekontakt: Kristin Riebe, Janine Fohlmeister, 0331 7499-803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Fertig für den Start zur Sonne

Die Imager-Einheit des Teleskops STIX, welche die Röntgenstrahlung filtert, und die Detektorbox (schwarz, im Hintergrund), die die Röntgenstrahlung misst. Bild: AIP/Hakan Önel

Fertig für den Start zur Sonne

13. July 2017. Die Sonne aus nächster Nähe erforschen und ihre Aktivität messen: Das Teleskop STIX soll ab Februar 2019 als Teil der Weltraummission „Solar Orbiter“ der Europäischen Weltr...

Röntgenstrahlung gibt Hinweise auf die Aktivität der Sonne und entsteht in der Korona, der äußeren Atmosphäre. STIX (kurz für: Spectrometer/Telescope for Imaging X-rays) soll diese Strahlung messen. Das Teleskop besteht aus Hitzeschild-Fenstern, dem Imager und einer Detektorbox. Die Röntgenstrahlung tritt durch die Fenster im Hitzeschild der Raumsonde hindurch, wird in der Imager-Einheit gefiltert und von der Detektor-Einheit gemessen, um Bilder der heißesten Regionen, in denen die Temperatur während Sonneneruptionen bis zu etwa 40 Millionen Grad Celsius beträgt, aufzunehmen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AIP haben an dem Imager maßgeblichen Anteil: Sie entwickelten unter anderem das grundlegende Design der Einheit, fertigten mechanische Teile und beteiligten sich am Zusammenbau des Instruments. Außerdem beauftragten und begleiteten die AIP-Wissenschaftler Tests, bei denen sie zum Beispiel überprüften, wie STIX auf Vibrationen und große Temperaturschwankungen reagiert. Etwa acht Jahre lang hat es gedauert, die Imager-Einheit von STIX fertigzustellen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) fördert das Projekt mit etwa 1,8 Millionen Euro. Das internationale Team unter Leitung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) hat STIX nun an das Unternehmen Airbus Defence and Space übergeben, das in Großbritannien alle Instrumente in die Weltraumkapsel Solar Orbiter einbauen und diese auf den Start vorbereiten wird. Zehn Instrumente werden sich insgesamt auf der Raumsonde befinden und die Sonne sowie ihre Umgebung untersuchen.

STIX soll ungelöste Fragen der Forscherinnen und Forscher bezüglich der Sonne beantworten: Sie wollen besser verstehen, wie Sonneneruptionen entstehen und wie sich diese auf die Sonne, den Raum zwischen den Planeten und sogar auf die Erde sowie unsere technische Zivilisation auswirken können. STIX und Solar Orbiter werden etwa zehn Jahre lang unterwegs sein, um die Sonne aus nächster Nähe zu beobachten. Dabei erreicht die Sonde einen Abstand von einem Viertel der Strecke zwischen der Erde und der Sonne und verlässt zudem die Erdbahnebene, um die Sonne aus noch nie zuvor erreichten Perspektiven zu beobachten.

Webseite zu STIX:

http://www.aip.de/en/research/research-area-cmf/cosmic-magnetic-fields/solar-physics/solar-radio-physics/solo

Wissenschaftliche Kontakte:
apl. Prof. Dr. Gottfried Mann (Projektleiter), 0331-7499 292, gmann@aip.de
Dr. Hakan Önel, 0331-7499 261, honel@aip.de

Pressekontakt:
Katrin Albaum, Kristin Riebe, 0331-7499 803, presse@aip.de

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Die Milchstraße wiederentdecken

7. Juli 2017. Was wissen wir über die Milchstraße? Wie ist unsere Heimatgalaxie entstanden und wie hat sie sich vom frühesten Zeitalter bis zur Gegenwart entwickelt? Etwa 200 Astronominnen und A...

Von der chemischen Zusammensetzung über Bewegungsmuster bis hin zum Alter der Sterne: Im Gegensatz zu weit entfernten Galaxien können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Milchstraße detailliert untersuchen und so ihre Entstehungsgeschichte und Entwicklung nachvollziehen. Die Teilnehmenden des internationalen IAU-Symposiums 334 auf dem Potsdamer Telegrafenberg werden offene Fragen diskutieren und über Konzepte sprechen, die sich aus der Analyse von neuen, riesigen und komplexen Datenmengen folgern lassen. „Im letzten Jahrzehnt sind wir mit verschiedenen Himmelsdurchmusterungen und neuen Untersuchungsmethoden aus der unmittelbaren Umgebung unserer Sonne herausgetreten und haben begonnen, die innersten und äußersten Regionen unserer Galaxie zu erkunden“, sagt AIP-Wissenschaftlerin und Vorsitzende des wissenschaftlichen Organisationskomitees Dr. Cristina Chiappini. „Wir befinden uns an einem entscheidenden Punkt, an dem unser Wissen über die Milchstraße rasant wächst. Wir müssen vorbereitet sein auf die noch größeren Datenmengen, die kommendes Jahr dank der zweiten Veröffentlichung von Daten des Gaia-Satelliten zu erwarten sind, und wir müssen darüber diskutieren, wie wir fortgeschrittene Modelle der Milchstraßen-Bildung und -Evolution etablieren können.“

„Die Konferenz unterteilt sich in neun Schwerpunkte, die von den ältesten Sternen in unserer Galaxie bis hin zu verschiedenen galaktischen Komponenten reichen“, sagt AIP-Forscherin und Vorsitzende des lokalen Organisationskomitees Dr. Marica Valentini. Weitere Themen werden unter anderem stellare Modelle sowie kosmologische Simulationen von Galaxien, die der Milchstraße ähneln, sein. Zudem wird es um die Frage gehen, wie Sterne mit unterschiedlichen Massen in mehr als 12 Milliarden Jahren der Evolution zur chemischen Anreicherung unserer Galaxie beigetragen haben. Als besonderes Highlight besuchen am Mittwoch, den 12. Juli 2017, auch Grundschulkinder der Berliner Europa-Schule Neues Tor das Symposium und lernen so mehr über die Astronomie und die Geschichte ihrer Heimatgalaxie.

Die IAU fördert die Astronomie durch internationale Kooperationen. Zu diesem Zweck organisiert sie zahlreiche wissenschaftliche Konferenzen und ruft jährlich neun internationale Symposien aus. In den vergangenen 25 Jahren fanden nur acht internationale IAU-Symposien in Deutschland statt, drei davon in Potsdam, zuletzt im Jahr 2000. Nach 17 Jahren Pause kehrt die IAU nun dank des erfolgreichen Antrags von der Vorsitzenden Dr. Cristina Chiappini mit den Co-Vorsitzenden Dr. Ivan Minchev und Dr. Else Starkenburg mit einem Symposium zurück nach Deutschland. Dieser konnte sich unter mehr als 30 gestellten Anträgen für die begehrten Fachtagungen durchsetzen. Der Zuschlag für Potsdam spricht auch für die führende Rolle, die dem AIP im Forschungsfeld der Galaktischen Archäologie zukommt.

Webseite des Symposiums: https://iaus334.aip.de

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Cristina Chiappini, 0331 7499-454, cristina.chiappini@aip.de

Pressekontakt: Katrin Albaum, 0331-7499 803, presse@aip.de

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Wempe-Preis für Alice C. Quillen

Prof. Dr. Alice C. Quillen. Foto: privat

Wempe-Preis für Alice C. Quillen

29. Juni 2017. Am Mittwoch, den 5. Juli 2017, verleiht die Johann-Wempe-Stiftung den Wempe-Preis an Prof. Dr. Alice C. Quillen von der Universität in Rochester, USA, für ihre herausragenden Arbei...

Quillens Forschung umfasst beobachtende, numerische und theoretische Untersuchungen der Dynamik von Gas und Sternen in Galaxien. Darüber hinaus ist sie Expertin in Gebieten der Himmelsmechanik, die von extrasolaren Planetensystemen inspiriert wurden.

Quillen promovierte am Caltech über extragalaktische Astronomie im Submillimeterbereich. Als Columbus Fellow an der Ohio State University arbeitete sie anschließend an einer Galaxiendurchmusterung und widmete sich später am Steward Observatory der Universität von Arizona den Akkretionsscheiben um Schwarze Löcher in nahe gelegenen Galaxien, die sie mit dem Hubble Space Teleskop beobachtete. Im Jahr 2002 wechselte sie an die Fakultät für Physik und Astronomie der Universität von Rochester. Als Vorsitzende leitete sie 2010 die Sektion Dynamische Astronomie der American Astronomical Society. Die Simons Foundation, New York, honorierte ihre Erfolge 2017 mit einem Forschungsstipendium für theoretische Physik.

Neben ihrer Forschung zur Dynamik von Galaxien ist Quillen bekannt für ihre Entdeckungen von verborgenen Exoplaneten mithilfe der Untersuchung der Form von zirkumstellaren Scheiben sowie für ihre Arbeiten zur Stabilität multipler Planetensysteme.


Ablauf der Preisverleihung

14:00 Uhr

  • Begrüßung
  • Grußwort von Dr. Claudia Herok, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
  • Laudatio von Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des AIP
  • Preisübergabe


15:15 Uhr

  • Festvortrag von Prof. Dr. David W. Hogg, NYU Physics - Center for Cosmology and Particle Physics, USA / Max-Planck-Institut für Astronomie Heidelberg
    „The most precise measurements of red-giant stars: Implications for Galactic Archaeology“



Zum Wempe-Preis

Der Johann-Wempe-Preis wird seit dem Jahr 2000 zu Ehren des letzten Direktors des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, Prof. Dr. Johann Wempe (1906 – 1980), vergeben. Der Preis wird aus Mitteln finanziert, die Wempe privat hinterlassen hat und besteht in einer Einladung zu einem mehrmonatigen Gastaufenthalt am AIP mit einer angemessenen finanziellen Ausstattung. Er kann sowohl an jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits mit bemerkenswerten Leistungen hervorgetreten sind, als auch an ältere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Würdigung ihrer gesamten wissenschaftlichen Leistung verliehen werden.

Wissenschaftlicher Kontakt: Prof. Dr. Matthias Steinmetz, msteinmetz@aip.de, 0331 7499-801

Pressekontakt: Katrin Albaum, 0331-7499 803, presse@aip.de

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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