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Dynamisches Duo: RAVE ergänzt Gaia

Bildausschnitt aus einem Movie, der den Flug durch die RAVE-Sterne simuliert. Credit: K. Riebe / AIP.

Dynamisches Duo: RAVE ergänzt Gaia

19. September 2016. Die fünfte RAVE-Datenveröffentlichung umfasst spektroskopische Daten von 457.588 Sternen des Südhimmels. Insgesamt werden damit Radialgeschwindigkeiten für 520.781 Spektren ...

Fünfte Datenveröffentlichung des Radial Velocity Experiment (RAVE)

Die Struktur unserer Galaxie ist definiert durch die Geschwindigkeiten und räumliche Verteilung ihrer Sterne. Letztere können so mehr über die Entstehung der Milchstraße verraten. Große spektroskopische Durchmusterungen haben bereits erfolgreich grundlegende strukturelle und dynamische Eigenschaften für eine statistische Stichprobe von Sternen in der Milchstraße erhoben. 2003 startete mit RAVE eine einzigartige neue spektroskopische Studie, die wichtige stellare Parameter bereitstellt und damit astrometrische Weltraummissionen wie Gaia ergänzt.

„Zu sämtlichen von Gaia beobachteten Sternen, die wir mit RAVE untersucht haben, liegen neben den Informationen zu ihren Eigenbewegungen und Parallaxen von Gaia dank RAVE nun auch ihre jeweiligen Radialgeschwindigkeiten und stellaren Eigenschaften vor“, erklärt Andrea Kunder, Erstautorin der RAVE-Datenveröffentlichung und Astrophysikerin am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). „Mit diesen Sternen können wir die Milchstraße nun besser als jemals zuvor erforschen. Unser Blick auf unsere galaktische Umgebung ist jetzt viel klarer, da wir durch die Kombination von RAVE und Gaia wesentlich mehr Details erkennen.“  Von allen spektroskopischen Himmelsdurchmusterungen, bietet RAVE die größte Schnittmenge mit dem astrometrischen Tycho-Gaia Katalog .

Die vier vorangegangenen Datenveröffentlichungen von RAVE dienten bereits einer Vielzahl von weiterführenden Studien als Grundlage und trugen zum besseren Verständnis der Milchstraße bei. Die fünfte RAVE-Datenveröffentlichung umfasst nicht nur die 2013 gemachten Beobachtungen, sondern auch Beobachtungen aus vorherigen Jahren, so dass rund 30.000 neue RAVE-Spektren veröffentlicht werden. Aussagen zu atmosphärischen Eigenschaften wie Temperatur, Oberflächen-schwerkraft oder Metallizität konnten erneut verbessert werden, indem Schwerkraftdaten aus der Astroseismologie ebenso mit einbezogen wurden, wie stellare atmosphärische Parameter. Zusätzlich wurden extrem schnelle Sterne, einige extragalaktische Sterne der Großen Magellanschen Wolke sowie extrem metallreiche und extrem metallarme Sterne untersucht.

„Der wahre Schatz von RAVE ist, dass wir nun ein statistisch komplettes Bild der Sterne in unserer Milchstraßen haben. Damit werden wir Anomalitäten und die zukünftige Entwicklungen unserer Heimatgalaxie besser verstehen“, fasst Andrea Kunder zusammen.

 

Die Datenveröffentlichung erfolgt auf der RAVE-Website: https://www.rave-survey.org

Movies: https://www.rave-survey.org/project/gallery/movies/#RAVE-flightmovies

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Prof. Dr. Matthias Steinmetz, msteinmetz@aip.de, 0331-7499-800

Pressekontakt: Kerstin Mork, presse@aip.de, 0331-7499 803

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Das langsame Verhungern eines Schwarzen Lochs

Markarian 1018. (Credit: ESO/CARS survey)

Das langsame Verhungern eines Schwarzen Lochs

15. September 2016. Ein internationales Team hat das Rätsel um das seltsame Verhalten eines supermassereichen Schwarzen Lochs gelöst. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen dafür da...

Viele Galaxien haben einen extrem hellen Kern, der durch ein supermassereiches Schwarzes Loch befeuert wird. Dieses bezieht seine Energie aus dem Material, das in das Schwarze Loch fällt bzw. von ihm verschlungen wird. Dieser Prozess wird in der Astrophysik Akkretion genannt.

In einigen Galaxien verändert sich die Helligkeit des Schwarzen Lochs in nur wenigen Jahren - ein in der Astrophysik extrem kurzer Zeitraum - dramatisch. Das Bemerkenswerte an der jetzt untersuchten aktiven Galaxie Markarian 1018 (Mrk 1018) ist, dass sie sich in nur fünf Jahren ein zweites Mal, also auf ihren ursprünglichen Zustand zurück, verändert hat. Nur sehr wenige Galaxien sind bisher beobachtet worden, die diesen gesamten Zyklus durchlaufen haben und keine einzige von ihnen so detailliert.

Die Entdeckung, dass Mrk 1018 zu einer dieser raren sich verändernden Galaxien gehört, war ein Zufallsfund innerhalb der CARS-Studie, die mithilfe des Multi-Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) aktive Galaxienkerne untersucht.

Tanya Urrutia, Ko-Autorin und Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), erläutert: „Mit den neuen dreidimensionalen Untersuchungsmöglichkeiten und dem großen Gesichtsfeld von MUSE können wir verschiedene physikalische Prozesse in wachsenden Schwarzen Löchern ganz neu betrachten. CARS bietet uns die Chance, den Einfluss von Quasaren auf ihre Muttergalaxie auch visuell erkennbar zu machen."

Der nun erfolgte Zufallsfund ist für die Astrophysiker ein wahrer Glückfall wie Bernd Husemann, CARS-Projektleiter und Erstautor einer der nun veröffentlichen Studien, kommentiert: „Wir hatten Glück, die Galaxie zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Nur etwa drei bis vier Jahre nachdem der Helligkeitsverlust eingesetzt hatte, konnten wir mit gezielten Beobachtungskampagnen detailliert die Akkretionsphysik des aktiven Kerns untersuchen.“

Zusätzliche Daten wurden mit dem Hubble Weltraumteleskop und dem Chandra-Röntgenobservatorium gesammelt. Dank dieser Daten konnte das Team das Rätsel um den Helligkeitsverlust lösen. Ko-Autor Mirko Krumpe, Astrophysiker am AIP erklärt: „Gleich mehrere astrophysikalische Ereignisse kamen zunächst als Ursache in Betracht. Wir konnten ausschließen, dass das Schwarze Loch einen Stern zerrissen hat und dieses Material nun verschlingt. Außerdem konnten wir mit unseren Daten zeigen, dass kein zusätzliches Material die Sicht auf das Schwarze Loch verdeckt."

Rebecca McElroy, Erstautorin der Hauptpublikation und Doktorandin an der Universität Sydney und am ARC Centre of Excellence for All Sky Astrophysics (CAASTRO), sagt: „Eine Möglichkeit ist, dass der gesamte Prozess, den wir nun beobachten durch ein zweites supermassereiches Schwarzes Loch ausgelöst wurde.“ Da Mrk 1018 ist das Ergebnis einer Galaxienverschmelzung ist und könnte daher tatsächlich ein System aus zwei Schwarzen Löchern sein.


Wissenschaftliche Publikationen:

“Mrk 1018’s return to the shadows after 30 years as a Seyfert 1” und “What is causing Mrk 1018’s return to the shadows after 30 years?”,  beide in Astronomy & Astrophysics.

Weitere Informationen:

 

Wissenschaftliche Kontakte:

Dr. Tanya Urrutia, turrutia@aip.de, +49 331-7499-664

Dr. Mirko Krumpe, mkrumpe@aip.de, +49 331-7499-334

 

Pressekontakt:

Kerstin Mork, presse@aip.de, +49 331-7499 803

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Erste Ergebnisse der Gaia-Weltraummission

Bild: ESA / D. Ducros

Erste Ergebnisse der Gaia-Weltraummission

14. September 2016. Die Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) veröffentlichte ihre ersten Ergebnisse am 14. September 2016. Diese erste Datenveröffentlichung umfasst Daten zu ...

Im Jahr 2000 war Gaia als eine der Hauptmissionen der ESA ausgewählt worden, nach 13 Jahren Entwicklung und Konstruktion startete die Mission 2013 von Französisch-Guayana. Nach einer Reise von 1,5 Millionen Kilometern begannen die Messungen 2014. Dabei wurde eine Methode zur Himmelsabtastung eingesetzt, die die Gesamtfläche der Beobachtungen maximieren konnte. Bis heute hat Gaia auf diese Weise mehrere hundert Millionen Sterne erfassen können. Die von Gaia mitgeführten Instrumente ermöglichen astrometrische, photometrische und spektroskopische Messungen.

Zu den vorrangigen Aufgaben der Mission zählt es, die Entfernungen für rund eine Milliarde Sterne über ihre Parallaxe zu bestimmen. Aufgrund atmosphärischer Effekte ist dies von der Erde aus nicht mit hinreichender Genauigkeit durchführbar. Die Gaia-Messungen werden die Genauigkeiten für einige der untersuchten Objekte um bis zu zehn Prozent steigern. Neben Entfernungen, werden auch Positionen, Bewegungen und Helligkeiten gemessen. Die Mission ist nicht auf die Untersuchung stellarer Objekte beschränkt, auch rund 500 Tausend Quasare, die Umlaufbahnen tausender extrasolarer Planeten und noch unbekannte Asteroiden zählen zu den Zielobjekten. Daten dazu werden in einer nächsten Datenveröffentlichung enthalten sein.

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) ist eines von vier Datenzentren, das die Daten der Forschergemeinde und einem breiteren Publikum zur Verfügung stellt. Unter gaia.aip.de macht das AIP die Daten über eine intuitiv erfassbare Benutzeroberfläche zugänglich.

Die ersten Gaia-Ergebnisse werden zudem für eines der Hauptprojekte des AIP genutzt: der RAVE-Durchmusterung. RAVE wird die Messergebnisse von Gaia durch die Ergänzung stellarer Radialgeschwindigkeiten komplementieren – eine Komponente, die durch das Gaia DR1 nicht abgedeckt wird. Die Veröffentlichung der RAVE-Daten folgt zeitnah am Montag der kommenden Woche.

 

Pressemeldung der ESA zur Gaia-Datenveröffentlichung

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Harry Enke, henke@aip.de

Pressekontakt: Kerstin Mork, 0331 7499-803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied  der Leibniz-Gemeinschaft.

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Tag der offenen Tür am 23. September 2016

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) lädt am 23. September 2016 von 16-22 Uhr zu einem Tag der offenen Tür auf seinen Forschungscampus in Babelsberg ein. Anlass ist der 170. Jahres...

Die Besucher erwartet ein vielfältiges Programm aus Vorträgen und anschaulichen Präsentationen der einzelnen AIP-Forschungsgruppen. Wie bestimmt man das Alter von Sternen? Was wissen wir über die Milchstraße? Woraus besteht unsere Sonne? Wie ist das Universum entstanden? Wo sind die Schwarzen Löcher? Diese und viele weitere Fragen zur Astrophysik werden diskutiert und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AIP stehen Rede und Antwort.

Führungen bieten einen Blick hinter die Kulissen des Forschungsinstituts und zeigen wie Instrumente für Großteleskope weltweit in den Werkstätten des AIP entstehen. Die historischen Sammlungen des AIP können in der Bibliothek und im ehemaligen Hauptgebäude der Babelsberger Sternwarte besichtigt werden.

Große und kleine Entdecker erwarten 3D-Filme von Galaxienkollisionen und der Entwicklung unseres Universums. Beim lebendigen Sonnensystem werden Gäste selbst zu Planeten. Lichtspiele mit Fasern zeigen, wie aus dem Sternenlicht ferner Galaxien einzigartige Bilder entstehen. Live-Schaltungen zu Teleskopen informieren über aktuelle Himmelsbeobachtungen.

Tatkräftig unterstützt wird das AIP am Tag der offenen Tür von den Planetarien Berlin und dem Urania Planetarium Potsdam, die ebenfalls mit spannenden Experimenten und Angeboten vor Ort sein werden.

Sonderfahrplan Bus 616

 

Entdecke Neptun

Das Logo des AIP zeigt den Blick aus dem Inneren einer Sternwarte auf den nächtlichen Sternenhimmel und eine historisch bedeutsame Sternenkonstellation. Wer den Sternenhimmel des AIP-Logos genauer betrachtet, wird dort unter vielen Sternen auch einen runden Kreis entdecken. Dies ist das Symbol für Neptun. Vor 170 Jahren, am 23. September 1846, entdeckte Johann Gottfried Galle, Astronom an der Berliner Sternwarte in eben dieser Sternkonstellation den bis dahin unbekannten Planeten Neptun.

Wie es genau zu dieser Entdeckung kam und warum sowohl das Vereinigte Königreich als auch Frankreich die Entdeckerehre für sich beanspruchten, erfahren Sie im Festvortrag von Prof. Dr. Matthias Steinmetz über „Die Entdeckung Neptuns“.

 

Weitere Highlights sind:

• Astrosprechstunde: Gäste fragen – Experten antworten

• Wissenstest beim Astrojeopardy

• Bau des Very Large Telescope mit LEGO

• Bad Dunkle Materie

• Astronomische Hologramme zum Mitnehmen

• Fernsteuerung der Teleskope auf Teneriffa

• Wasserraketenstarts

 

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Wann: 23. September 2016 von 16-22 Uhr

Wo: Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), An der Sternwarte 16, 14482 Potsdam-Babelsberg.

Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

 

Bildmaterial: https://cloud.aip.de/index.php/s/ZLDv2kDidI541KB

Pressekontakt: Kerstin Mork, 0331 7499-803, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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ESO und AIP unterzeichnen Vereinbarung zum Bau von 4MOST

Unterzeichnung der 4MOST-Vereinbarung am AIP. Credit: R. Arlt / AIP

ESO und AIP unterzeichnen Vereinbarung zum Bau von 4MOST

23. August 2016. Die Europäische Südsternwarte (ESO) und das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) haben eine Vereinbarung zum Bau von 4MOST unterzeichnet. Das 4-Meter spektroskopische ...

Die Vereinbarung wurde in Potsdam durch den Generaldirektor der ESO, Professor Dr. Tim de Zeeuw, sowie die Vorstandsmitglieder des AIP, Professor Dr. Matthias Steinmetz und Matthias Winker, unterzeichnet. Grußworte kamen von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Professor Dr. Johanna Wanka und der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. Martina Münch. Die Arbeiten des AIP an 4MOST werden durch die Verbundforschung des BMBF unterstützt.

Matthias Steinmetz, wissenschaftlicher Vorstand des AIP und Direktor des Forschungsbereichs „Extragalaktische Astrophysik“ sagt: „Die heutige Unterzeichnung ist ein Meilenstein für unser Institut. Erstmals übernimmt das AIP die Konsortialführung für ein Großprojekt der ESO. Wir verdanken diesen Erfolg sowohl der wissenschaftlichen Expertise, die wir in unserem Institut vereinen, als auch dem großen Engagement unserer Wissenschaftler, Ingenieure und Mitarbeiter.“

Roelof de Jong, Principal Investigator des 4MOST-Projekts, ergänzt: „Es liegen spannende Jahre vor uns: Mit 4MOST werden wir zahlreiche astronomische Fragestellungen neu adressieren können, beispielsweise zur Geschichte und Zukunft unserer Milchstraße oder zur Entwicklung massiver Schwarzer Löcher in den Zentren von Galaxien.“

 

4MOST

Das 4-Meter spektroskopische Multi-Objekt-Teleskop (4-metre Multi-Object Spectroscopic Telescope, 4MOST) wird für das VISTA-Teleskop der ESO am Paranal Observatorium in Chile gebaut. 2022 soll 4MOST den Betrieb aufnehmen und dazu beitragen einige der drängendsten Fragen der Astrophysik zu klären. 4MOST wird wichtige Beiträge zur Untersuchung der dynamischen und chemischen Entwicklung der Milchstraße liefern, aktive Galaxien und Galaxienhaufen vermessen und Modelle des sich beschleunigt ausdehnenden Universums überprüfen können.

4MOST wird zeitgleich Spektren von ca. 2.400 Objekten erfassen, die über eine Fläche von vier Quadratgrad im südlichen Himmel verteilt sind. Innerhalb von fünf Jahren werden so 25 Millionen Spektren in einem Gebiet von etwa 17.000 Quadratgrad erfasst werden. Dies entspricht mehr als 40 Prozent des gesamten Himmels. Mit einer geplanten Laufzeit von 15 Jahren wird 4MOST so etwa 75 Millionen Spektren erfassen, die der astronomischen Forschung zur Verfügung stehen werden.

Durch seine breite Wellenlängenabdeckung kann 4MOST die Geschwindigkeiten extragalaktischer Quellen über einen weiten Rotverschiebungsbereich messen und so die Entwicklung von Galaxien und die Entwicklung der großräumigen Struktur des Kosmos bestimmen.

Das Design des Instruments ist explizit auch auf die europäischen Satelliten für "all-sky"-Durchmusterungen – die beiden europäischen Missionen Gaia und EUCLID sowie die russisch-deutsche Mission eROSITA – ausgerichtet und wird die mit ihnen verbundenen Forschungsaufgaben maßgeblich unterstützen. Darüber hinaus wird 4MOST auch weitere großflächige Durchmusterungen wie VST, Pan-STARRS, the Dark Energy Survey, LSST, ASKAP, WISE und PLATO spektroskopisch ergänzen.

Das 4MOST-Konsortium besteht aus 15 Instituten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden, der Schweiz, Australien und den Niederlanden. Die Leitung liegt beim Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). Details zu allen Partnern und ihren Aufgaben: www.4most.eu/cms/consortium/.


Weitere Informationen:

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Roelof de Jong, rdejong@aip.de, 0331-7499-648

Pressekontakt: Kerstin Mork, presse@aip.de, 0331-7499 803

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das  AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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