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Aktuelles

CCI-Treffen in Potsdam

Teilnehmer des CCI-Meetings im Mai 2015.

CCI-Treffen in Potsdam

22. Mai 2015. Das 73. Treffen des Internationalen Wissenschaftlichen Komitees (bekannt unter seinen spanischen Initialien) “CCI” fand im Mai 2015 am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (...

Das CCI ist das wichtigste Gremium aller internationalen Kollaborationen die insgesamt mehr als 30 Teleskope am “Observatorios de Canarias” des Instituto de Astrofisica de Canarias auf den Kanarischen Inseln Teneriffa und La Palma betreiben.

Das Angebot des AIP als Gastgeber zu wirken, traf auf starken Zuspruch beim 72. Treffen des Komitee im letzten November. CCI-Sekretär Campbell Warden betont: “Dadurch haben wir als Mitglieder und Partner des CCI Gelegenheit uns am AIP aus erster Hand über astronomische Projekte und Entwicklungen zu informieren, insbesondere über zukünftige Pläne der Installation eines neuen Teleskops am Teide Observatorium in Teneriffa”.

Beide Direktoren des AIP empfingen die Teilnehmer des Treffens. Prof. Strassmeier präsentierte aktuelle Projekte des AIP und bemerkte: “Neben der ESO sind die Kanarischen Inseln der wichtigste Standort für unsere Sonnen- und stellaren Teleskope, vor allem GREGOR und STELLA.”

Der erste Teil des Treffens widmete sich einer Reihe von Präsentationen und Diskussionen zu wichtigen neuen Projekten wie dem CTA sowie technologischen Entwicklungen der Instrumente an existierenden Sonnenteleskopen. Im zweiten Teil des Treffens wurde das "International Time Program" für das kommende Semester erstellt. Betrieb und Management beider Observatorien wurden begutachtet und die Leistung der Standorte positiv bewertet.

Schließlich informierte IAC Direktor Prof. Rafael Rebolo die Mitglieder über die kommende EWASS Konferenz (European Week of Astronomy and Space Science),  gemeinsam organisiert von der EAS und IAC vom 22. bis 26. Juni 2015, und lud die Teilnehmer ein an der daran anschließenden Feier zum 30-jährigen Bestehen der Kanarischen Observatorien und der Einweihung mehrerer neuer Teleskope am Teide Observatorium teilzunehmen.

Zum Rahmenprogramm des Treffens gehörte auch ein Dinner im Großen Refraktor im Wissenschaftspark Albert Einstein auf dem PotsdamerTelegrafenberg, sowie der Besuch der Bibliothek und Labore auf dem AIP-Campus in Babelsberg.

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Digitalisierung historischer Photoplatten

5. Mai 2015. Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) digitalisiert - im Verbund mit der Hamburger Sternwarte und der Dr. Remeis-Sternwarte in Bamberg - Archiv-Bestände historischer ast...

Über das Web-Archiv APPLAUSE (Archives of Photographic PLates for Astronomical USE), das vom AIP gehostet wird, sind die Daten frei zugänglich und mit einer CC0-Lizenz abrufbar.

Die jetzt veröffentlichten Daten umfassen 25.612 Scans von 19.335 Fotoplatten aus Bamberg, Hamburg und Potsdam, die in den Jahren 1909-1976 entstanden sind. Mit der im Projekt entwickelten Software „PyPlate“ konnten aus diesen Digitalisaten 1,66 Milliarden Quellen extrahiert werden. Über ihre Positionsdaten und Helligkeiten wurde bislang mehr als die Hälfte in anderen Sternkatalogen identifiziert. Zusätzlich enthält das Archiv 26.526 digitalisierte Aufnahmen von Plattenhüllen und Logbuch-Einträgen aus 77 Logbüchern.

Der erste Datenrelease publiziert insgesamt 17 Terabyte an Datenmaterial, das über Datenbankkataloge effizient zugänglich ist. Die digitalisierten Platten erfassen 98,9 Prozent des gesamten Himmels.

Neben Sternen sind auf den Photoplatten auch Himmelskörper des Sonnensystems zu sehen. In den Log-Büchern sind außerdem Messungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit verzeichnet, sodass beispielsweise Temperatur-Zeitreihen für die jeweiligen Observatorien erstellt werden können.

Der jetzige Datenrelease macht etwa die Hälfte der derzeit digitalisierten Bestände online zugänglich. Ein zweiter Datenrelease ist noch für dieses Jahr geplant.

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Harry Enke, henke@aip.de, 0331-7499-433

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Matthias Steinmetz erhält Foersterpreis 2015

Prof. Dr. Matthias Steinmetz

Matthias Steinmetz erhält Foersterpreis 2015

29. April 2015. Der diesjährige Wilhelm-Foerster-Preis der Urania Potsdam geht an Matthias Steinmetz, wissenschaftlicher Vorstand sowie Direktor des Forschungsbereiches „Extragalaktische Astroph...

In der Begründung der Urania Potsdam heißt es: „Matthias Steinmetz ist ein begeisterter und vielseitiger Astronom und Astrophysiker. Als Institutsdirektor des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam AIP gab er entscheidende Impulse für die Entwicklung der Astronomie in Potsdam in den letzten 15 Jahren."

Durch seine Initiative konnte beispielsweise das internationale Projekt RAVE initiiert werden, das mithilfe der Spektroskopie Millionen von Sternen der Milchstraße erforscht. Insbesondere wird sein Einsatz für die Lehre und Begeisterung von Nachwuchswissenschaftlern und sein Engagement im Bereich der öffentlichen Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte herausgestellt.

Die Urania Potsdam verleiht den Wilhelm-Foerster-Preis jährlich an Personen, die ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten einem breiten Publikum zugänglich machen.  Die Verleihung des Wilhelm-Foerster-Preises 2015 findet am 3. Mai um 17 Uhr im Nicolaisaal statt. Der Festvortrag von Matthias Steinmetz - "Mein Gott, es ist voller Sterne!" - wird sich interessanten Erkenntnissen aus der Milchstraße widmen.

Veranstaltungsankündigung der Urania Potsdam

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Größter Katalog astronomischer Röntgenquellen veröffentlicht

28. April 2015. Eine systematische Untersuchung aller bislang mit dem Röntgengroßobservatorium XMM-Newton (ESA) durchgeführten Beobachtungen führte zum weltweit größten Katalog von Röntgenqu...

Helle Röntgenobjekte zählen zu den energiereichsten Quellen im gesamten Universum. Mithilfe des hochsensiblen XMM-Newton Röntgenobservatoriums der Europäischen Raumfahrtagentur ESA können bis zu 100 Röntgenquellen in einer Himmelsregion gefunden werden, die gerade einmal der Größe des Vollmonds entspricht – und das bis zu 600 mal pro Jahr. Viele dieser Objekte werden dabei zum ersten Mal überhaupt entdeckt.

Axel Schwope, Teamleiter am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), das für die Detektion der Röntgenquellen verantwortlich ist, ordnet die vollbrachte Leistung ein: „Vor 50 Jahren kannten wir erst eine Handvoll Röntgenquellen und betraten eine unbekanntes Terrain. Heute, mit einer halben Million Quellen, können wir einerseits eine ‚Bevölkerungsstatistik’ des Himmels mit vielen ‚Bewohnern’ erstellen und andererseits nach sehr seltenen, neuen Objekten suchen.”

Iris Traulsen, Projektwissenschaftlerin am AIP ergänzt: „Unsere Software zur Quelldetektion ist ein wichtiges Werkzeug für diese Suche. In den letzten Jahren konnten wir sie weiter verbessern und die Genauigkeit, mit der astrophysikalische Objekte auf den Röntgenbildern aufgespürt werden, nochmals erhöhen.“

Unter den Objekten des nun veröffentlichten Katalogs sind beispielsweise supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien, die das sie umgebende Gemisch aus Gas und Staub verschlingen, explodierende sowie tote Sterne, die zu extrem dichten Kugeln kollabiert sind und wie ein riesiger Atomkern bis zu 1.000 mal in der Sekunde rotieren.

Während der jetzt erfolgten Datenvalidierung wurden zudem zwei extreme Doppelsternsysteme entdeckt. Beide Systeme bestehen aus einem sonnenähnlichen Stern und einem zu einem sogenannten Weißen Zwerg kollabierten Stern. Die beiden Objekte umkreisen einander ähnlich wie Erde und Mond. Der Weiße Zwerg ist so dicht (eine Million mal dichter als Wasser), dass sein immenses Gravitationsfeld die Materie seines Begleiters raubt.

Gas und Staub des Sterns werden durch das extreme starke Magnetfeld des Weißen Zwerges - das zehn Millionen mal stärker als das Magnetfeld der Erde ist - erfasst, aufgeheizt und senden deshalb Röntgenstrahlen aus. Im Extremfall strömt soviel Materie auf den bereits stark komprimierten Weißen Zwerg, dass dieser unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht und als Supernova Typ Ia explodiert. Die Helligkeit dieser Explosionen dient in der Astronomie als Standardkerze zur Messung von Entfernungen im Universum.

Natalie Webb vom Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie (IRAP) in Toulouse, Frankreich und verantwortlich für das XMM-Newton Survey Science Centre, das den Katalog produziert, schwärmt: „Das ist nur die Spitze des Eisberges – in dem Katalog warten sicher noch viele weitere spannende Objekte auf ihre Entdeckung!”

Bildbeschreibung: Die Abbildung zeigt einen Himmelsatlas der einzelnen Röntgenbeobachtungen mit XMM-Newton. Jeder Punkt am Himmel symbolisiert eine Beobachtung im Röntgenlicht. Das jeweils untersuchte Gebiet gleicht etwa der Größe des Vollmondes. Besonders häufig wurden das Zentrum unserer Milchstraße, die galaktische Ebene (Bildmitte) und unsere Nachbargalaxien, die Magellanschen Wolken (rechts unten) anvisiert. Einige der Röntgenstrahlung aussendenden exotischen Objekte sind künstlerisch dargestellt.

 

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Axel Schwope, 0331 7499-232, aschwope@aip.de

Pressekontakt: Dr. Janine Fohlmeister, 0331 7499-383, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Von Innen nach Außen: Rätsel der galaktischen Scheiben gelöst

24. April 2015. Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Ivan Minchev, Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), hat mithilfe hochmoderner theoretischer Modelle das R...

„Wir können nun zum ersten Mal zeigen, dass dicke Scheiben nicht nur aus alten Sterngenerationen bestehen, sondern – in einem größeren Abstand zum Galaxienzentrum – auch junge Sterne enthalten,“ erklärt Ivan Minchev. „Die Verteilung in den Außenregionen, die wir für Sterne gleichen Alters sehen, wird durch ein Bombardement von kleineren Satellitengalaxien verursacht. Diese schlagen vorwiegend in den äußeren Bereichen Sterne aus der Scheibenebene heraus, so dass die Scheibe insgesamt nach außen ausgeweitet erscheint.“

Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen führten die Astronomen numerische Simulationen auf leistungsfähigen Computern durch und untersuchten die Struktur simulierter Galaxien. Dazu betrachteten die Wissenschaftler Sterne gleichen Alters und verglichen ihre Verteilung. Dabei zeigte sich, dass jede Sternengeneration in der Tat eine sich nach außen öffnende Struktur, ähnlich der Öffnung einer Trompete, bildet. Verursacht wird diese Strukturbildung durch Kollisionen mit kleineren Galaxien. Da die ältesten Sterne in den inneren Regionen von Galaxien entstehen, findet die Ausweitung für sie näher am Zentrum statt, während der Effekt sich für jüngere Sterne eher in äußere galaktische Regionen verlagert. In der Beobachtung erscheinen die ineinander geschachtelten Ausdehnungen aller Sterngenerationen dann als dicke galaktische Scheibe.

Galaxien können über ihre Sterne in zwei Komponenten unterteilt werden: in eine dünne Scheibe, die von einer dickeren Scheibe umhüllt wird. Bisher herrschte die Überzeugung vor, dass die Sterne in der dicken Scheibe die ältesten sind. Beobachtungen der Milchstraße zeigen jedoch auch ältere Sterne näher am Zentrum und junge Sterne in den äußeren Regionen. Wissenschaftler stimmen überein, dass diese Zusammensetzung auf ein Entstehungs-Szenario zurückgeht, bei dem in der Milchstraße Sterne zuerst im Zentrum und später in den äußeren Regionen entstanden Ähnlich wie auch Städte radial nach außen wachsen: beginnend von einem mittelalterlichen Stadtkern hin zu modernen Vororten. Die genaue Erfassung der Struktur der Milchstraße ist schwierig, da unser Sonnensystem sich in der Scheibenebene, ungefähr auf halber Strecke vom Zentrum, befindet. Um dieser eingeschränkten Perspektive Rechnung zu tragen leiten Astronomen ihre Modelle basierend auf Sternen in unserer Umgebung ab. Nichtsdestotrotz: wenn die Milchstraße ähnlich wie andere Galaxien ist und ihre dicke Scheibe nur aus alten zentral konzentrierten Sternen aufgebaut ist, wäre die dicke Scheibe kürzer als ihre dünne. Allerdings beobachten wir in anderen Galaxien dicke Scheiben, die genauso ausgedehnt sind wie die Galaxien selbst. Minchevs Ergebnisse lösen diesen Widerspruch.

„Zum ersten Mal verstehen wir den Ursprung der dünnen und dicken Scheibenstruktur und wie sich Galaxien wie unsere Milchstraße bilden“, schließt Ivan Minchev. „Unsere Vorhersagen werden bald mit Daten der Gaia-Mission und hoch präzisen Instrumenten, wie MUSE am Very Large Telescope, getestet.“

Die Studie wird am 24. April 2015 in The Astrophysical Journal Letters publiziert.
On the formation of galactic thick disks
, Minchev et al. 2015, ApJL, 804, L9.

 

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Ivan Minchev, 0331 7499-454, iminchev@aip.de

Pressekontakt: Dr. Janine Fohlmeister, 0331 7499-383, presse@aip.de

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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