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Fertig für den Start zur Sonne

13. July 2017. Die Sonne aus nächster Nähe erforschen und ihre Aktivität messen: Das Teleskop STIX soll ab Februar 2019 als Teil der Weltraummission „Solar Orbiter“ der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) die Röntgenstrahlung der Sonne mit bislang noch nicht erreichtem Detailreichtum untersuchen. Ein internationales Team mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) hat STIX entwickelt und nun fertiggestellt. Das AIP war an dem Instrument als einziges Forschungsinstitut in Deutschland beteiligt.
Fertig für den Start zur Sonne

Die Imager-Einheit des Teleskops STIX, welche die Röntgenstrahlung filtert, und die Detektorbox (schwarz, im Hintergrund), die die Röntgenstrahlung misst. Bild: AIP/Hakan Önel

Röntgenstrahlung gibt Hinweise auf die Aktivität der Sonne und entsteht in der Korona, der äußeren Atmosphäre. STIX (kurz für: Spectrometer/Telescope for Imaging X-rays) soll diese Strahlung messen. Das Teleskop besteht aus Hitzeschild-Fenstern, dem Imager und einer Detektorbox. Die Röntgenstrahlung tritt durch die Fenster im Hitzeschild der Raumsonde hindurch, wird in der Imager-Einheit gefiltert und von der Detektor-Einheit gemessen, um Bilder der heißesten Regionen, in denen die Temperatur während Sonneneruptionen bis zu etwa 40 Millionen Grad Celsius beträgt, aufzunehmen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AIP haben an dem Imager maßgeblichen Anteil: Sie entwickelten unter anderem das grundlegende Design der Einheit, fertigten mechanische Teile und beteiligten sich am Zusammenbau des Instruments. Außerdem beauftragten und begleiteten die AIP-Wissenschaftler Tests, bei denen sie zum Beispiel überprüften, wie STIX auf Vibrationen und große Temperaturschwankungen reagiert. Etwa acht Jahre lang hat es gedauert, die Imager-Einheit von STIX fertigzustellen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) fördert das Projekt mit etwa 1,8 Millionen Euro. Das internationale Team unter Leitung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) hat STIX nun an das Unternehmen Airbus Defence and Space übergeben, das in Großbritannien alle Instrumente in die Weltraumkapsel Solar Orbiter einbauen und diese auf den Start vorbereiten wird. Zehn Instrumente werden sich insgesamt auf der Raumsonde befinden und die Sonne sowie ihre Umgebung untersuchen.

STIX soll ungelöste Fragen der Forscherinnen und Forscher bezüglich der Sonne beantworten: Sie wollen besser verstehen, wie Sonneneruptionen entstehen und wie sich diese auf die Sonne, den Raum zwischen den Planeten und sogar auf die Erde sowie unsere technische Zivilisation auswirken können. STIX und Solar Orbiter werden etwa zehn Jahre lang unterwegs sein, um die Sonne aus nächster Nähe zu beobachten. Dabei erreicht die Sonde einen Abstand von einem Viertel der Strecke zwischen der Erde und der Sonne und verlässt zudem die Erdbahnebene, um die Sonne aus noch nie zuvor erreichten Perspektiven zu beobachten.

Webseite zu STIX:

http://www.aip.de/en/research/research-area-cmf/cosmic-magnetic-fields/solar-physics/solar-radio-physics/solo

Wissenschaftliche Kontakte:
apl. Prof. Dr. Gottfried Mann (Projektleiter), 0331-7499 292, gmann@aip.de
Dr. Hakan Önel, 0331-7499 261, honel@aip.de

Pressekontakt:
Katrin Albaum, Kristin Riebe, 0331-7499 803, presse@aip.de

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.