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Aktuelles


ESO Pressemeldung: Ein tiefer dreidimensionaler Blick in das Universum

26. Februar 2015. MUSE übertrifft Hubble

Einem Astronomenteam mit Beteiligung aus Potsdam und Göttingen ist es mit dem MUSE-Instrument am Very Large Telescope der ESO gelungen, den bisher besten dreidimensionalen Blick in das tiefe Universum zu erhaschen. Nach einer gerade einmal 27-stündigen Beobachtung der Hubble Deep Field South-Region konnten sie Aussagen über Entfernungen, Bewegungen und andere Eigenschaften von weitaus mehr Galaxien als jemals zuvor in diesem kleinen Bereich des Himmels machen. Damit schlugen sie Hubble um Längen und machten bisher unsichtbare Objekte sichtbar.

Mehr dazu auf der ESO Website.

 

Bildunterschrift: Das Hintergrundbild dieser Kompositaufnahme zeigt die Region des Hubble Deep Field South, aufgenommen vom NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskop. Durch neue Beobachtungen mit dem MUSE-Instruments am Very Large Telescope der ESO konnten darin weit entfernte Galaxien entdeckt werden, die für Hubble unsichtbar waren. Zwei solcher Beispiele sind im zusammengesetzten Bild markiert. Im Hubble-Bild sind sie vollkommen unsichtbar, erscheinen aber deutlich in den entsprechenden Bereichen der dreidimensionalen MUSE-Daten.

Herkunftsnachweis: ESO/MUSE Consortium/R. Bacon

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Stern durchquerte das Sonnensystem vor 70.000 Jahren

18. Februar 2015. Ein internationales Team von Astronomen um Eric Mamajek von der University of Rochester (USA) hat bewiesen, dass unser Sonnensystem vor nur 70.000 Jahren einen stellaren Besucher ...

Der unscheinbare rote Zwergstern wurde erst letztes Jahr von Ralf-Dieter Scholz am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) in seiner jetzigen Entfernung von etwa 20 Lichtjahren entdeckt und von Eric Mamajek „Scholz's Stern" getauft. Er soll der Sonne damals auf bis zu 0,8 Lichtjahre (d.h. etwa 10 Lichtmonate) nahe gekommen sein und damit den Außenbereich des Sonnensystems, die sogenannte Oortsche Wolke, durchflogen haben.

Mehr Einzelheiten unter den angeführten Links und in den Veröffentlichungen.

Bildunterschrift: Der 2014 mit Hilfe neuer Daten des Wide-field Infrared Survey Explorer (WISE) und älterer astronomischer Photoplatten am AIP entdeckte Nachbarstern der Sonne versteckt sich im mit Sternen dicht besetzten Band der Milchstraße. Als kühler roter Zwergstern strahlt er deutlich heller im Infrarotlicht. Für seine Nähe bewegt er sich ungewöhnlich langsam am Himmel (in Pfeilrichtung), was ein erster Hinweis auf eine mögliche zurückliegende Begegnung mit der Sonne war (Credit: AIP, SuperCOSMOS Sky Surveys, WISE).

 

Veröffentlichung von Mamajek et al. (2015)

 

Veröffentlichung von Scholz (2014)

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Ralf-Dieter Scholz, 0331-7499-336, rdscholz@aip.de

Pressekontakt: Kerstin Mork, 0331-7499-469, kmork@aip.de

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Die dunkle Seite des Lichts

12. Februar 2015. Wissenschaftler aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Gewässerökologie, Arbeitsforschung, Regionalentwicklung, Wildtierforschung und Astronomie haben sich im Forschungsverbu...

Für die Astronomie bedeutet die Aufhellung des Sternenhimmels durch künstliches Licht, dass eine optische Beobachtung in Ballungsräumen kaum mehr möglich ist. Axel Schwope, Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP): „Die professionelle Astronomie hat sich schon lange in die entlegensten Gebiete der Erde zurückgezogen, den Stadtmenschen wird der Sternenhimmel fremd. Das Erlebnis, das Band der Milchstraße mit eigenen Augen zu sehen, ist heute oft nur noch im Urlaub, nicht aber vor der eigenen Haustür möglich.“

In einer am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) entstandenen und jetzt in Scientific Reports veröffentlichten Studie des Physikers Christopher Kyba zeigt dieser anhand von weltweit verteilten Messstationen auf, wie stark künstliches Licht den Nachthimmel aufhellen kann.

Die Astronomische Gesellschaft als Dachverband der deutschen Astronomie hat im Herbst 2014 eine Kommission zum Thema „Lichtverschmutzung“ gegründet, um dem Thema eine breitere öffentliche Wahrnehmung zu verschaffen. Die International Astronomical Union (IAU) hat sich dem Thema Energieeffizienz und Lichtverschmutzung im laufenden Internationalen Jahr des Lichts 2015 besonders verpflichtet.

 

Publikation: Kyba C.C.M. et al. (2015): Worldwide variations in artificial skyglow. Scientific Reports 5: 8409.

 

Weiterführende Links:

 

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Axel Schwope, aschwope@aip.de, 0331-7499 232

Pressekontakt: Kerstin Mork, presse@aip.de, 0331-7499 469

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Nature-Artikel: Wie Sterne ihr Alter verraten

"Cosmic clock" - artist impression.

Nature-Artikel: Wie Sterne ihr Alter verraten

5. Januar 2015. Eine jetzt im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichte Studie stellt eine Methode vor, mit der das Alter von Sternen sehr präzise bestimmt werden kann: die „Gyrochronology“...

Durch die Beobachtung und Vermessung von 30 sonnenähnlichen kühlen Sternen in dem 2,5 Milliarden Jahre alten Haufen NGC 6819 konnte das internationale Forscherteam um Søren Meibom vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics diese Methode nun auf einen größeren Altersbereich von Sternen ausweiten und damit die Genauigkeit der Altersbestimmung deutlich verbessern.

„Die Beziehung zwischen Masse, Rotationsgeschwindigkeit und Alter der beobachteten Sterne ist jetzt so gut definiert, dass wir über die ersten beiden Parameter die dritte Größe, das Sternalter, mit nur 10 Prozent Unsicherheit bestimmen können“, erläutert Barnes.

Die Rotationsgeschwindigkeit eines Sterns nimmt im Laufe der Zeit ab. Gleichzeitig hängt sie mit der Masse des Sterns zusammen: schwere Sterne drehen sich in der Regel schneller als kleine, leichte. Während dieses grundlegende Verhalten Astronomen bekannt war, fehlte lange eine Präzisierung der Parameterabhängigkeiten.

Die jetzt veröffentlichte Studie stellt eine enge physikalische Beziehung zwischen Masse, Rotationsgeschwindigkeit und Alter der kühlen Sterne fest, so dass aus Kenntnis zweier Parameter der dritte berechnet werden kann. Die Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeiten erfolgte dabei durch die Beobachtung von Helligkeitsveränderungen verursacht durch Sternflecken auf der Oberfläche der beobachteten Sterne. Ein typischer Stern verändert seine Helligkeit dabei um weniger als 1 Prozent. Möglich wurden diese genaue Beobachtungen durch die Nutzung des Kepler-Teleskops der NASA.

Eine möglichst genaue Bestimmung des Alters von Sternen ist wichtig, um aus Beobachtungen ableiten zu können, wie astronomische Phänomene sich über die Zeit entwickeln. Auch bei der Suche nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems kann die Kenntnis von Sternaltern äußerst hilfreich sein. So hat die Entwicklung der Komplexität von Leben auf der Erde sehr lange gedauert. Sterne mit ähnlichem Alter wie die Sonne, die von Planeten umgeben sind, gelten daher als besonders aussichtsreiche Studienobjekte.

 

Bild: An artist's impression of a "cosmic clock" illustrating how astronomers have used stellar rotation to measure the ages of stars in a 2.5-billion-year-old star cluster. Their results, the latest success of gyrochronology, mark the first extension of such observations to stars with ages beyond 1 billion years, and toward the 4.6-billion-year age of the Sun. Being able to tell the ages of stars is the basis for understanding how astronomical phenomena involving stars and their companions unfold over time. (Credit: Michael Bachofner)

 

Wissenschaftliche Kontakte:

Dr. Sydney Barnes, sbarnes@aip.de, +49 157-3076 1230
Dr. Søren Meibom, smeibom@cfa.harvard.edu, +1 617 496-4773

Pressekontakt: Kerstin Mork, presse@aip.de, +49 331-7499 469

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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Das Universum durchkämmen

Spektrenvergleich (s.u.).

Das Universum durchkämmen

10. Dezember 2014. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) und des Zentrums für Innovations-kompetenz innoFSPEC haben einen neuartigen optischen Frequenz-Kamm an einem...

„Das Besondere an dem durch den Frequenz-Kamm generierten Licht ist, dass es aus einzelnen, diskreten Farben besteht, deren Wellenlängenabstand exakt gleich ist", erklärt der verantwortliche innoFSPEC-Wissenschaftler Jose Boggio. Der optische Kamm wird durch die Überlagerung von Laserlicht mit zwei unterschiedlichen Frequenzen erzeugt. Das so entstandene Spektrum ist nicht kontinuierlich wie bei einem Regenbogen, sondern besteht aus einzelnen Farblinien mit festen Abständen und dunklen Lücken dazwischen - daher auch die Bezeichnung Frequenz-Kamm.

Um das Licht von Sternen und Galaxien analysieren zu können, müssen alle Spektrographen vorher mit einer bekannten Lichtquelle kalibriert werden. „Der Laser-Frequenz-Kamm dient uns als optisches Lineal, welches wesentlich stabiler und regelmäßiger ist, als das Licht von herkömmlichen Spektrallampen", erläutert Astrophysiker Andreas Kelz. „Dank dieser Methoden werden wir Rotationsgeschwindigkeiten von Galaxien oder die chemische Zusammensetzung von Sternen noch präziser bestimmen können.“

Der in den Laboren des Zentrums für Innovationskompetenz innoFSPEC in Potsdam erforschte Frequenzkamm wurde jetzt einem ersten Praxistest an dem ebenfalls am AIP entwickelten PMAS-Spektrographen am Calar-Alto-Observatorium in Südspanien unterzogen. Roger Haynes, Leiter der innoFSPEC Forschergruppe, ist nach dem erfolgreichen Ausgang der Tests überzeugt, dass optische Frequenz-Kämme einen neuen Standard in der astronomischen Präzisionsspektroskopie und der Laboranalytik setzen werden.

Bereits im Jahr 2005 erhielt Prof. Hänsch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik den Nobelpreis für die Entwicklung eines optischen Frequenzkamms. Das jetzt in Potsdam gebaute Gerät beruht aber auf einem anderen Prinzip und erzeugt seine Kamm-Linien mit einem grösseren Abstand. Damit lässt sich diese Lichtquelle auch für einen typischen astronomischen Nacht-Spektrographen verwenden.

 

Bildbeschreibung: Ausschnitt aus dem Spektrum des optischen Frequenz-Kamms (oberes, blaues Panel) im Vergleich zu dem einer Neon-Spektrallampe (unteres, rotes Panel). Der Frequenz-Kamm enthält mehr und regelmässigere Emissionslinien als die Spektrallampe und eignet sich daher besser als Eichmaßstab (optisches Lineal).

 

Wissenschaftliche Kontakte:
Dr. Andreas Kelz, akelz@aip.de, 0331-7499 640 / Dr. Jose Chavez-Boggio, jboggio@aip.de, 0331-7499 665

Pressekontakt: Kerstin Mork, presse@aip.de, 0331-7499 469

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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