Wissenschaftliche Auswirkungen neuartiger Instrumente: Der Fall von MUSE

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Diagramm zur MUSE Studie

Bild: ESO, AIP
6. März 2024 //

Eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Martin M. Roth (AIP) beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Auswirkungen neuartiger Instrumente und konzentriert sich dabei auf den 3D-Spektrograph MUSE.

Eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Martin M. Roth (AIP) beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Auswirkungen neuartiger Instrumente und konzentriert sich dabei auf den 3D-Spektrograph MUSE am Very Large Telescope (VLT) der ESO von 2014 bis 2024.

Die Analyse zeigt, dass MUSE seit seiner Inbetriebnahme einen stetigen Anstieg an wissenschaftlichen Veröffentlichungen verzeichnet hat. Seit 2020 wurde MUSE sogar zum produktivsten Instrument des gesamten VLT-Instrumentensatzes!

Die Forschung hebt die Schlüsselrolle von MUSE in der extragalaktischen Astrophysik hervor und prophezeit, dass diese Entwicklung in den kommenden Jahren weiter an Dynamik gewinnen könnte. Insgesamt verdeutlicht der Fall von MUSE die positiven wissenschaftlichen Auswirkungen, die durch innovative Instrumente in der Astronomie erzielt werden können.

Als interessantes Detail der Auswertung fällt auf, dass unter den Anwendungsbereichen (vom Sonnensystem bis zu hochrotverschobenen Galaxien) ein Thema heraussticht: die Untersuchung extrem dichter Sternfelder in Sternhaufen und nahegelegenen Galaxien (grüne Balken in der Grafik). Diese Methode wurde im Rahmen der Doktorarbeit von Sebastian Kamann am AIP entwickelt [1] und mit dem Softwaretool PampelMuse 2013 erstmals publiziert [2]: eine weltweit einzigartige Innovation mit einem vielversprechenden Potenzial für zukünftige Anwendungen.

Referenzen:

[1] Dissertation Sebastian Kamann, Deutsche Nationalbibliothek

https://d-nb.info/1042331073/34

[2] Kamann, S., Wisotzki, L., Roth, M. M. 2013, “Resolving stellar populations with crowded field 3D spectroscopy”, A&A 549, 71

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Letzte Aktualisierung: 12. März 2024