AIP verleiht Johann-Wempe-Preis 2026 an Dr. Sebastian Kamann

Portrait, Sebastian Kamann

Dr. Sebastian Kamann erhält den Johann-Wempe-Preis 2026 für seine wegweisende Forschung.

Bild: Privat
3. Februar 2026 //

Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, verleiht das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) den Johann-Wempe-Preis an Dr. Sebastian Kamann von der Liverpool John Moores University für seine herausragende Forschung zur Entstehung und Entwicklung massereicher Kugelsternhaufen.

Im Rahmen seiner Arbeit gelang ihm unter anderem die Entdeckung von inaktiven Schwarzen Löchern in Sternhaufen in unserer galaktischen Nachbarschaft, sowie die Entwicklung und Weiterentwicklung der Software PampelMUSE zur Extraktion von Spektren aus Datenkuben von dichten Sternfeldern. Die Preisverleihung findet ab 15 Uhr im Maria-Margaretha-Kirch-Haus auf dem AIP-Campus in Potsdam-Babelsberg statt.

Sebastian Kamann begann seine Forschungstätigkeit im Bereich Astronomie nach seinem Physikstudium an der Universität Potsdam. Er promovierte am AIP, wo er Mitglied der Forschungsgruppe zu Galaxien und Quasaren war. Er entwickelte die Software PampelMUSE, die erstmals die Extraktion von Sternspektren aus dichten Sternfeldern ermöglichte. Mit dem MUSE-Spektrografen am Very Large Telescope (VLT) in Chile können so pro Beobachtungsfeld mehrere tausend Sternspektren vermessen werden. Die Software wird weltweit erfolgreich eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Durch die Messung von über 500.000 Einzelspektren in 25 Kugelsternhaufen konnte Sebastian Kamann die Kinematik der Sterne detailliert charakterisieren. Er fand heraus, dass die meisten Sternhaufen rotieren. Zudem trug seine Methode zur Entdeckung von drei inaktiven stellaren Schwarzen Löchern sowie zur Bestimmung mittelschwerer Schwarzer Löcher in Sternhaufen bei. Die Beobachtung von Kugelsternhaufen mit dem MUSE-Spektrografen hat eine Vielzahl weiterer wissenschaftlicher Entdeckungen hervorgebracht: Erkenntnisse zur Unterscheidbarkeit der verschiedenen Populationen von Sternen in Kugelhaufen der Milchstraße, überraschende Messungen von Häufigkeiten von Doppelsternen und ihren Perioden, den Einfluss von Sternrotation auf das Hertzsprung-Russell-Diagramm, sowie die komplexe Kinematik im Inneren von Kugelsternhaufen.

Sebastian Kamanns Forschung liefert neue Einblicke in die Sternentwicklung, die Sternpopulationen der Milchstraße und in der kosmischen Nachbarschaft sowie die komplexe innere Kinematik von Kugelsternhaufen. Seine Arbeit trägt damit entscheidend zum Verständnis der Entstehung und Entwicklung dieser Haufen bei.

Zu Ehren des letzten Direktors des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam (AOP), Prof. Dr. Johann Wempe (1906 – 1980), vergibt das AIP den Johann-Wempe-Preis. Der Preis wird aus Mitteln finanziert, die Johann Wempe hinterlassen hat. Der Johann-Wempe-Preis wurde erstmals im Jahr 2001 verliehen.

Programm

  • Begrüßung durch Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des AIP; Stiftungsbeirat
  • Grußwort von Steffen Weber, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg; Vorsitzender des Kuratoriums des AIP; Stiftungsbeirat
  • Laudatio von Dr. Peter Weilbacher (AIP), Astronomische Spektroskopische Instrumentierung
  • Festvortrag „Globular Clusters: A MUSE for Stellar and Galactic Astrophysics“

von Prof. Dr. Stefan Dreizler; Universität Göttingen

Weitere Informationen

www.aip.de/career/johann-wempe-award

Portrait, Sebastian Kamann

Dr. Sebastian Kamann erhält den Johann-Wempe-Preis 2026 für seine wegweisende Forschung.

Bild: Privat
3. Februar 2026 //

Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, verleiht das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) den Johann-Wempe-Preis an Dr. Sebastian Kamann von der Liverpool John Moores University für seine herausragende Forschung zur Entstehung und Entwicklung massereicher Kugelsternhaufen.

Im Rahmen seiner Arbeit gelang ihm unter anderem die Entdeckung von inaktiven Schwarzen Löchern in Sternhaufen in unserer galaktischen Nachbarschaft, sowie die Entwicklung und Weiterentwicklung der Software PampelMUSE zur Extraktion von Spektren aus Datenkuben von dichten Sternfeldern. Die Preisverleihung findet ab 15 Uhr im Maria-Margaretha-Kirch-Haus auf dem AIP-Campus in Potsdam-Babelsberg statt.

Sebastian Kamann begann seine Forschungstätigkeit im Bereich Astronomie nach seinem Physikstudium an der Universität Potsdam. Er promovierte am AIP, wo er Mitglied der Forschungsgruppe zu Galaxien und Quasaren war. Er entwickelte die Software PampelMUSE, die erstmals die Extraktion von Sternspektren aus dichten Sternfeldern ermöglichte. Mit dem MUSE-Spektrografen am Very Large Telescope (VLT) in Chile können so pro Beobachtungsfeld mehrere tausend Sternspektren vermessen werden. Die Software wird weltweit erfolgreich eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Durch die Messung von über 500.000 Einzelspektren in 25 Kugelsternhaufen konnte Sebastian Kamann die Kinematik der Sterne detailliert charakterisieren. Er fand heraus, dass die meisten Sternhaufen rotieren. Zudem trug seine Methode zur Entdeckung von drei inaktiven stellaren Schwarzen Löchern sowie zur Bestimmung mittelschwerer Schwarzer Löcher in Sternhaufen bei. Die Beobachtung von Kugelsternhaufen mit dem MUSE-Spektrografen hat eine Vielzahl weiterer wissenschaftlicher Entdeckungen hervorgebracht: Erkenntnisse zur Unterscheidbarkeit der verschiedenen Populationen von Sternen in Kugelhaufen der Milchstraße, überraschende Messungen von Häufigkeiten von Doppelsternen und ihren Perioden, den Einfluss von Sternrotation auf das Hertzsprung-Russell-Diagramm, sowie die komplexe Kinematik im Inneren von Kugelsternhaufen.

Sebastian Kamanns Forschung liefert neue Einblicke in die Sternentwicklung, die Sternpopulationen der Milchstraße und in der kosmischen Nachbarschaft sowie die komplexe innere Kinematik von Kugelsternhaufen. Seine Arbeit trägt damit entscheidend zum Verständnis der Entstehung und Entwicklung dieser Haufen bei.

Zu Ehren des letzten Direktors des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam (AOP), Prof. Dr. Johann Wempe (1906 – 1980), vergibt das AIP den Johann-Wempe-Preis. Der Preis wird aus Mitteln finanziert, die Johann Wempe hinterlassen hat. Der Johann-Wempe-Preis wurde erstmals im Jahr 2001 verliehen.

Programm

  • Begrüßung durch Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des AIP; Stiftungsbeirat
  • Grußwort von Steffen Weber, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg; Vorsitzender des Kuratoriums des AIP; Stiftungsbeirat
  • Laudatio von Dr. Peter Weilbacher (AIP), Astronomische Spektroskopische Instrumentierung
  • Festvortrag „Globular Clusters: A MUSE for Stellar and Galactic Astrophysics“

von Prof. Dr. Stefan Dreizler; Universität Göttingen

Weitere Informationen

www.aip.de/career/johann-wempe-award

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Sterne, Sonne und Exoplaneten sowie der extragalaktischen Astrophysik. Einen wesentlichen Anteil bildet die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Letzte Aktualisierung: 3. Februar 2026