Neue Zwerggalaxie um Andromeda entdeckt
Die beobachtete Position von And XXXVI (rot markiert) im Pan-Andromeda Archaeological Survey (PAndAS). And XXXVI befindet sich in einer projizierten Entfernung von etwa 119 kpc von Andromeda (M31).
Bild: Credit: Sakowska et al. 2026Eine bisher unbekannte, extrem lichtschwache Zwerggalaxie wurde in der Nähe der Andromedagalaxie (M31) erstmals beobachtet. Die Studie legt nahe, dass die Galaxie, benannt And XXXVI, eine der lichtschwächsten Satellitengalaxien im Umfeld von Andromeda ist.
Extrem lichtschwache Zwerggalaxien gehören zu den kleinsten und lichtschwächsten bekannten Galaxien. Sie entstanden in den frühesten Entwicklungsphasen des Universums und gelten als fossile Überreste der ersten Galaxien. Zudem wird angenommen, dass sie von Dunkler Materie dominiert werden. Damit eröffnen sie einen einzigartigen Einblick in die Entstehung von Galaxien im frühen Universum und liefern entscheidende Möglichkeiten, Modelle der Dunklen Materie zu überprüfen.
„Unsere Studie deutet darauf hin, dass And XXXVI eine extrem alte Galaxie mit einem Alter von etwa 12,5 Milliarden Jahren ist, die zudem erstaunlich arm an schweren Elementen ist“, sagt Joanna Sakowska, Forscherin am Instituto de Astrofísica de Andalucía (IAA-CSIC) und Erstautorin der Studie. „Beobachtungen mit Weltraumteleskopen wie Hubble werden jedoch notwendig sein, um ihre Entfernung, ihr Alter und ihre chemische Zusammensetzung mit größerer Genauigkeit zu bestimmen.“ Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics (A&A) veröffentlicht.
Die Andromedagalaxie befindet sich etwa 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und ist die nächstgelegene große Spiralgalaxie zur Milchstraße. Wie unsere eigene Galaxie ist sie von zahlreichen kleinen Satellitengalaxien umgeben, die unter ihrem gravitativen Einfluss um sie kreisen.
„Die Entdeckung von Andromeda XXXVI eröffnet einen neuen Blick auf die kleinsten Galaxien im Universum. Im Rahmen des kosmologischen Standardmodells, des sogenannten Lambda-CDM-Modells (ΛCDM), erwarten wir, dass Galaxien wie Andromeda von Hunderten solcher Begleiter umgeben sind – doch viele von ihnen sind aufgrund ihrer geringen Helligkeit bisher verborgen. Jede neu entdeckte ultra-lichtschwache Zwerggalaxie hilft uns dabei, die Grenzen der Galaxienbildung auszuloten und unsere kosmologischen Modelle auf die Probe zu stellen,“ So Isabel Santos Santos vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), Mitautorin der Studie.
„Derzeit kennen wir etwa 40 Zwerg-Satellitengalaxien um Andromeda, von denen nur etwa 15 als extrem lichtschwach eingestuft werden“, erklärt Sakowska. „Jede neue Entdeckung wie Andromeda XXXVI ist deshalb wichtig, weil sie darauf hindeutet, dass wir möglicherweise nur die Spitze eines viel größeren Eisbergs einer Population extrem lichtschwacher Galaxien sehen.“
Andromeda XXXVI wurde erstmals von dem Astrofotografen und Amateurastronomen Giuseppe Donatiello entdeckt, als dieser Aufnahmen des „Pan-Andromeda Archaeological Survey“ (PAndAS) untersuchte. Das Objekt erschien als schwaches, diffuses Gebilde, in dem sich bereits einzelne Sterne ausmachen ließen; daraufhin wurde es in eine Liste von Galaxienkandidaten für weitere Untersuchungen aufgenommen.
Dem Team gelang es, Beobachtungszeit am Gran Telescopio Canarias (GTC) zugeteilt zu bekommen, wo es mithilfe des Instruments OSIRIS+ wesentlich tiefere Aufnahmen anfertigte. Diese Beobachtungen ermöglichten es, einzelne Sterne innerhalb des schwachen, diffusen Lichts der Galaxie zu unterscheiden. Andromeda XXXVI erwies sich jedoch als außergewöhnlich lichtschwaches Objekt: Das Forschungsteam konnte lediglich etwa 46 Sterne identifizieren, die mit der Galaxie in Verbindung stehen.
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Die beobachtete Position von And XXXVI (rot markiert) im Pan-Andromeda Archaeological Survey (PAndAS). And XXXVI befindet sich in einer projizierten Entfernung von etwa 119 kpc von Andromeda (M31).
