Tagung zur Milchstraße: Vermächtnis und Zukunft großer Himmelsdurchmusterungen

Person vor Sternenhintergrund

Der Workshop mit dem Titel „The Legacy and Future of Large Surveys: The Milky Way in Context“ beginnt am 4. Mai 2026.

Bild: AIP
4. Mai 2026 //

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) veranstaltet ab dem 4. Mai eine internationale Tagung mit dem Titel „The Legacy and Future of Large Surveys: The Milky Way in Context“. Das fünftägige Treffen bringt führende Expertinnen und Experten für stellare Durchmusterungen, galaktische Dynamik, chemo-dynamische Modellierung und kosmologische Simulationen zusammen, um zu untersuchen, wie großskalige Daten unser Verständnis der Milchstraße verändern.

Die Tagung findet in Anerkennung der wissenschaftlichen Beiträge von AIP-Direktor Matthias Steinmetz statt, dessen Arbeiten maßgeblich dazu beigetragen haben, Beobachtungsdurchmusterungen mit Theorien zur Galaxienentstehung zu verbinden. Moderne stellare Durchmusterungen ermöglichen es in Kombination mit zunehmend ausgefeilten kosmologischen Simulationen, die Chemie und Dynamik von Sternen über enorme Skalen hinweg zu verknüpfen. Die Tagung wird den aktuellen Stand des Forschungsfeldes bewerten und den weiteren Weg definieren, indem sie mehrere zentrale Fragen adressiert. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt darauf, die Milchstraße in ihren korrekten kosmologischen Platz und ihren Platz in der Lokalen Gruppe einzuordnen, anhand von Simulationen, Satellitenstatistiken und Vergleichen mit Milchstraßen-Analogien. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt ist der Vergleich von Durchmusterungen und Simulationen unter Berücksichtigung von Auswahl­effekten, systematischen Unsicherheiten und Modellgrenzen. Zudem werden die Teilnehmenden untersuchen, was chemo-kinematische Daten und Sternalter über die Entstehungs- und Anreicherungsgeschichte der Galaxie verraten, einschließlich der weiterhin bestehenden Degenerierungen, die die Interpretation erschweren. Darüber hinaus wird analysiert, wie Nicht-Gleichgewichtsstrukturen wie Balken, Spiralarme, Verbiegungen und Störungen die dynamische Entwicklung der galaktischen Scheibe widerspiegeln.

„Auch die Rolle stellarer Halos, Ströme und Satellitengalaxien in der frühen Entstehungsgeschichte und die Natur der Dunklen Materie werden diskutiert, ebenso wie die wachsende Bedeutung moderner Methoden und des maschinellen Lernens bei der Gewinnung robuster, interpretierbarer Ergebnisse aus großen Datensätzen“, sagt Ivan Minchev, Organisator der Tagung.

„Das Programm umfasst eine herausragende Auswahl an Vortragenden, Mitarbeitenden und Kolleginnen und Kollegen von Matthias Steinmetz, die neueste Arbeiten aus Beobachtung, Simulation und Methodik präsentieren“, ergänzt Mitorganisator Noam Libeskind. „Die Tagung ist um eine Reihe miteinander verknüpfter Themen strukturiert, die die Breite der modernen Astrophysik widerspiegeln. Dazu gehören Simulationen, Kosmologie und Dunkle Materie; die Struktur des galaktischen Bulges, Halos und naher Systeme; Archäologie der Milchstraße und Scheibendynamik; die Rolle großer Durchmusterungen und Beobachtungseinrichtungen; die Physik von Gas und des zirkumgalaktischen Mediums sowie Verbindungen zur fundamentalen Physik.“

Das Programm fokussiert außerdem auf neue Methoden, behandelt Fragen der Reproduzierbarkeit von Daten und der Datenpraxis in der modernen Astronomie und untersucht die breitere Rolle künstlicher Intelligenz als Rahmen für das Verständnis des Universums.

Weitere Informationen

Webseite der Tagung: https://meetings.aip.de/e/legacy2026

Person vor Sternenhintergrund

Der Workshop mit dem Titel „The Legacy and Future of Large Surveys: The Milky Way in Context“ beginnt am 4. Mai 2026.

Bild: AIP
4. Mai 2026 //

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) veranstaltet ab dem 4. Mai eine internationale Tagung mit dem Titel „The Legacy and Future of Large Surveys: The Milky Way in Context“. Das fünftägige Treffen bringt führende Expertinnen und Experten für stellare Durchmusterungen, galaktische Dynamik, chemo-dynamische Modellierung und kosmologische Simulationen zusammen, um zu untersuchen, wie großskalige Daten unser Verständnis der Milchstraße verändern.

Die Tagung findet in Anerkennung der wissenschaftlichen Beiträge von AIP-Direktor Matthias Steinmetz statt, dessen Arbeiten maßgeblich dazu beigetragen haben, Beobachtungsdurchmusterungen mit Theorien zur Galaxienentstehung zu verbinden. Moderne stellare Durchmusterungen ermöglichen es in Kombination mit zunehmend ausgefeilten kosmologischen Simulationen, die Chemie und Dynamik von Sternen über enorme Skalen hinweg zu verknüpfen. Die Tagung wird den aktuellen Stand des Forschungsfeldes bewerten und den weiteren Weg definieren, indem sie mehrere zentrale Fragen adressiert. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt darauf, die Milchstraße in ihren korrekten kosmologischen Platz und ihren Platz in der Lokalen Gruppe einzuordnen, anhand von Simulationen, Satellitenstatistiken und Vergleichen mit Milchstraßen-Analogien. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt ist der Vergleich von Durchmusterungen und Simulationen unter Berücksichtigung von Auswahl­effekten, systematischen Unsicherheiten und Modellgrenzen. Zudem werden die Teilnehmenden untersuchen, was chemo-kinematische Daten und Sternalter über die Entstehungs- und Anreicherungsgeschichte der Galaxie verraten, einschließlich der weiterhin bestehenden Degenerierungen, die die Interpretation erschweren. Darüber hinaus wird analysiert, wie Nicht-Gleichgewichtsstrukturen wie Balken, Spiralarme, Verbiegungen und Störungen die dynamische Entwicklung der galaktischen Scheibe widerspiegeln.

„Auch die Rolle stellarer Halos, Ströme und Satellitengalaxien in der frühen Entstehungsgeschichte und die Natur der Dunklen Materie werden diskutiert, ebenso wie die wachsende Bedeutung moderner Methoden und des maschinellen Lernens bei der Gewinnung robuster, interpretierbarer Ergebnisse aus großen Datensätzen“, sagt Ivan Minchev, Organisator der Tagung.

„Das Programm umfasst eine herausragende Auswahl an Vortragenden, Mitarbeitenden und Kolleginnen und Kollegen von Matthias Steinmetz, die neueste Arbeiten aus Beobachtung, Simulation und Methodik präsentieren“, ergänzt Mitorganisator Noam Libeskind. „Die Tagung ist um eine Reihe miteinander verknüpfter Themen strukturiert, die die Breite der modernen Astrophysik widerspiegeln. Dazu gehören Simulationen, Kosmologie und Dunkle Materie; die Struktur des galaktischen Bulges, Halos und naher Systeme; Archäologie der Milchstraße und Scheibendynamik; die Rolle großer Durchmusterungen und Beobachtungseinrichtungen; die Physik von Gas und des zirkumgalaktischen Mediums sowie Verbindungen zur fundamentalen Physik.“

Das Programm fokussiert außerdem auf neue Methoden, behandelt Fragen der Reproduzierbarkeit von Daten und der Datenpraxis in der modernen Astronomie und untersucht die breitere Rolle künstlicher Intelligenz als Rahmen für das Verständnis des Universums.

Weitere Informationen

Webseite der Tagung: https://meetings.aip.de/e/legacy2026

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Sterne, Sonne und Exoplaneten sowie der extragalaktischen Astrophysik. Einen wesentlichen Anteil bildet die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Letzte Aktualisierung: 4. Mai 2026