Polarlichter über Potsdam und dem AIP

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Der leuchtend grüner Schleier am Himmel über dem Schwarzschildhaus ist auf dieser länger belichteten Aufnahme besonders gut zu sehen.

Bild: AIP/Song Tan
20. Januar 2026 //

In der letzten Nacht gelang es Kolleginnen und Kollegen des AIP, Polarlichter über Potsdam und sogar dem AIP mit der Kamera einzufangen. Der Auslöser des Himmelsschauspiels war eine Sonneneruption, die sich am 18. Januar 2026 gegen 18 Uhr ereignete. Der dabei freigesetzte Sonnenwind erreichte in der Nacht die Erde und ließ farbige Schleier am Himmel entstehen.

Polarlichter gehören zu seltenen aber atemberaubenden Naturschauspielen. Ihre Ursache sind starke Sonnenstürme, die derzeit im elfjährigen Zyklus der Sonnenaktivität häufiger auftreten. Die leuchtenden Schleier aus grünem, rotem und violettem Licht erscheinen am Himmel, wenn die Sonne hochenergetische Teilchen ins All ausstößt und diese die Erde erreichen. Treten diese in die Erdatmosphäre ein und wechselwirken mit dem Erdmagnetfeld regen sie dort Sauerstoff- oder Stickstoffmoleküle an, Licht zu emittieren. 

Polarlichter treten hauptsächlich um die geomagnetischen Pole auf. Ihre Intensität hängt von der Stärke der Sonnenstürme, der Beschaffenheit der Atmosphäre und der geomagnetischen Aktivität ab. Sie verdeutlichen das schützende Magnetfeld unserer Erde.

Das AIP erforscht die Sonne und ihre Aktivität, die Physik der Sterne und Exoplaneten sowie die Wechselwirkungen zwischen Sternen und ihren Planeten. Kürzlich gab Dr. Nikoleta Ilić Petković in einem auf YouTube veröffentlichten Vortrag (https://youtu.be/fqcv-N2GpQs) Einblicke in ihr Forschungsgebiet und erläuterte, dass neben faszinierenden Phänomenen wie Polarlichtern und Gezeiten auch umgekehrt Planeten ihre Sterne beeinflussen können.

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Sterne, Sonne und Exoplaneten sowie der extragalaktischen Astrophysik. Einen wesentlichen Anteil bildet die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2026