AIP-Technologie am Paranal: Bundesministerin für Forschung besucht ESO-Observatorium in Chile

Bundesministerium für Forschung besucht ESO-Observatorium in Chile

Die deutsche Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär besucht das ESO-Observatorium in Chile

Bild: ESO
6. Februar 2026 //

Unter der Leitung von Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, hat am 4. und 5. Februar 2026 eine hochrangige Delegation das Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile besucht. Zur Delegation gehörten unter anderem Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Thomas Reiter, Generaldirektor „Raumfahrt und Sicherheit“ im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, sowie Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) war durch Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Wissenschaftlicher Vorstand des AIP und Mitglied im Rat der ESO vertreten.

Die Delegation wurde von ESO-Generaldirektor Xavier Barcons empfangen. Auf dem Programm stand u.a. eine Besichtigung des Extremely Large Telescope (ELT) sowie des Very Large Telescope (VLT). Die Delegation informierte sich über den Baufortschritt des ELT, des künftig größten optischen Teleskops der Welt. Der Besuch ermöglichte einen direkten Einblick in den wissenschaftlichen Betrieb sowie in den Einsatz europäischer Instrumenten- und Schlüsseltechnologien vor Ort, an deren Entwicklung das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) maßgeblich mitwirkt. Das AIP leistet wesentliche Beiträge bei der Instrumentierung für das Extremely Large Telescope (ELT), beispielsweise die Entwicklung der Spektrographen ANDES und MOSAIC.

Ein weiteres zentrales Beispiel für das Engagement des AIP ist das 4-metre Multi-Object Spectroscopic Telescope (4MOST), eines der größten bodengebundenen Durchmusterungsinstrumente Europas, das unter der Leitung des AIP entwickelt wurde. Am 18. Oktober 2025 fing 4MOST am VISTA-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO), ebenfalls am Paranal-Observatorium, erstmals das Licht des Nachthimmels ein. Mit seiner Inbetriebnahme wird 4MOST die Entstehungs- und Entwicklungsprozesse von Sternen und Planeten, der Milchstraße und anderen Galaxien sowie des Universums als Ganzes untersuchen. Dabei kann das Instrument das Licht von bis zu 2400 Himmelsobjekten gleichzeitig in bis zu 18 000 Farbkomponenten zerlegen und eröffnet Astronominnen und Astronomen so die Möglichkeit, deren chemische Zusammensetzung und physikalische Eigenschaften im Detail zu analysieren.

In ihrer Rede betonte Ministerin Bär die Notwendigkeit, das Naturerbe wie den dunklen und klaren Nachthimmel zu schützen, da dieser die Neugier der jüngeren Generation für die MINT-Forschung weckt. Sie hob die Bedeutung der bodengebundenen Astronomie, ihre Synergien mit der Weltraumforschung und die Wichtigkeit der Entwicklung und Investition in beide Bereiche hervor, da diese die Technologie in Deutschland und ganz Europa vorantreiben.

Der Besuch unterstreicht die Bedeutung der engen internationalen Zusammenarbeit in der astronomischen Forschung sowie die zentrale Rolle des AIP bei der Verbindung von wissenschaftlicher Analyse, Instrumentenentwicklung und Dateninfrastruktur im europäischen Forschungsumfeld. „Über die Instrumentierungsbeiträge des AIP zu den Teleskopen der ESO ermöglichen wir es Studierenden und Promovierenden der Astrophysik, sich an der Auswertung der neuesten Daten an den fortschrittlichsten Teleskopen der Welt zu beteiligen“, so Matthias Steinmetz.

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Mitteilung der ESO

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Sterne, Sonne und Exoplaneten sowie der extragalaktischen Astrophysik. Einen wesentlichen Anteil bildet die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Letzte Aktualisierung: 6. Februar 2026