Das Licht der Galaxien auf der Art Basel Miami Beach

1. Dezember 2011. Am 30. November 2011 ist auf der Art Basel Miami Beach die Lichtinstallation „eL“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden. Das 2,7 Meter hohe Kunstobjekt wurde in einer Kooperation des Potsdamer Astrophysikers Noam Libeskind und seines Vaters, dem amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, unterstützt durch den österreichischen Lichtdesignanbieter Zumtobel entwickelt und umgesetzt.
Das Licht der Galaxien auf der Art Basel Miami Beach

Lichtinstallation “eL”, Bild: Zumtobel Lighting GmbH

Das Zusammenspiel der 1.680 LEDs der Installation erlaubt einen Blick auf die Entwicklung des Universums vom Urknall hin zu seinem Jetzt-Zustand und reproduziert durch seine Lichteffekte das Licht der Galaxien. Hierzu hat Noam Libeskind vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) Simulationen des CLUES-Projekts genutzt, an denen er arbeitet und forscht. Ziel der Simulationen ist, ein möglichst genaues Bild der Entwicklung des lokalen Universums zu gewinnen.

 

Die Simulationen zeigen wie das Universum und seine Komponenten seit ihrer Entstehung vor etwa 14 Millionen Jahre kontinuierlich wachsen. Die wechselnden Farben der LEDs spiegeln die sich ändernden Farben der sich bildenden Sterne und Galaxien wider. In nur 14 Sekunden kann der Betrachter die Entstehung des Universums verfolgen. Die Simulationen sind mit Hilfe extrem rechenstarker Supercomputer erstellt worden und werden in der Installation in einer Schleife reproduziert. Von der Entstehung des Lichts und der Sterne hin zur jetzigen Struktur unseres Universums und wieder zurück.

 

Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Noam I. Libeskind, nlibeskind@aip.de

 

Pressekontakt

Kerstin Mork, presse@aip.de, 0331 7499-469

 

Über CLUES

Das CLUES-Projekt (Constrained Local UniversE Simulations) ist eine internationale Forschungskooperation mit dem Ziel, ein besseres Verständnis über die Entstehung der "Lokalen Gruppe", einer Gruppe von mehreren Dutzend Galaxien in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft zu gewinnen, zu der auch die Milchstraße und Andromeda zählen. Für die komplexen Simulationen des CLUES-Projekts wird die Rechenkraft von Supercomputern in Deutschland, Spanien und den USA genutzt. Die Lokale Gruppe und ihre Umgebung ist die am besten erforschte Region des gesamten Universums. Die Vorhersagen aus den Simulationen über die Verteilung von Dunkler Materie und gasdynamische Prozesse, welche die Galaxienentwicklung bestimmen, können mit hochpräzisen Beobachtungsdaten unserer galaktischen Nachbarschaft direkt verglichen werden. Kooperationspartner des CLUES-Projekts sind das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, die Hebrew University of Jerusalem, die Universidad Autónoma de Madrid und die New Mexico State University.

www.clues-project.org

 

Über das AIP

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) beschäftigt sich vorrangig mit kosmischen Magnetfeldern und extragalaktischer Astrophysik. Daneben wirkt das Institut als Kompetenzzentrum bei der Entwicklung von Forschungstechnologie in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Das AIP ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Das AIP ist eine Stiftung privaten Rechts und ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören derzeit 87 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder, die wissenschaftliche Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung bearbeiten.