Karl Schwarzschild

 

Karl Schwarzschild wurde am 9. Oktober 1873 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte in Straßburg und München, wo er 1896 über das astronomische Werk Jules Henri Poincaré promovierte. Ab 1897 war er als Assistent an der Kuffner-Sternwarte in Wien angestellt. Zwischen 1901 und 1909 war er als Professor an der Universität Göttingen sowie als Direktor der dortigen Sternwarte beschäftigt und arbeitet während dieser Zeit unter anderem mit David Hilbert und Hermann Minkowski zusammen.

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten Gustav Kirchhoff und Robert Bunsen die Spektralanalyse und schufen so erstmals die Möglichkeit, Informationen über die physikalische und chemische Beschaffenheit von Sternen zu gewinnen. Diese Entwicklung führte, angeregt durch Wilhelm Förster und Hermann v. Helmholtz, zur Gründung des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam (AOP) am 1. Juli 1874 – das erste Institut weltweit das den Begriff „Astrophysik“ im Namen trug. Im Jahr 1908 wurde schließlich Karl Schwarzschild, einer der bekanntesten Astronomen der damaligen Zeit, zum Direktor des AOP berufen. 1912 trat Schwarzschild der Preußischen Akademie der Wissenschaften bei. In seiner nur acht Jahre andauernden Amtszeit am AOP – Schwarzschild starb krankheitsbedingt bereits am 11. Mai 1916 – leistete er elementare Beiträge zur Astrophysik und der Allgemeinen Relativitätstheorie. So war er der Erste, dem es gelang, eine Lösung für die Einsteinsche Feldgleichung zu finden. Sie ist heute als „Schwarzschild-Lösung“ bekannte.

Auch wenn sich unzählige Bücher und Artikel immer wieder mit Schwarzschilds Lösung der Einsteinschen Feldgleichung beschäftigt haben und bis heute beschäftigen, so war Schwarzschilds wissenschaftliches Interesse wesentlich weiter ausgedehnt. So beschäftigte er sich eingehend mit Fragen der Himmelsmechanik, der stellaren Photometrie, der Quantenmechanik oder der instrumentalen Astronomie. Weitere Forschungsgebiete Schwarzschilds umfassten die Spektroskopie, den Sternaufbau und die Stellardynamik. Besondere Würdigung verdienen seine Erkenntnisse zur Vermessung variabler Sterne und die Verbesserung von optischen Systemen durch die störungstheoretische Untersuchung geometrischer Aberrationen.

 

 

(Bild: Karl Schwarzschild: Gesammelte Werke; H.H. Voigt. Vol.1 Berlin [u.a.] Springer, 1992 (Univ. Göttingen))