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Entwicklung des VIRUS Integralfeld-Spektrographen

Die scheinbar beschleunigte Ausdehnung des Universums, gemessen mittels entfernter Supernova-Explosionen (Physik-Nobelpreis 2011) ist eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahre. Die Ursache dieser "Anti-Schwerkraft" ist bisher noch völlig unverstanden und wurde Dunkle Energie genannt.

Das AIP beteiligt sich am Hobby-Eberly Telescope Dark Energy Experiment (HETDEX), eines der weltweiten Projekte, welches versucht, die Effekte und Eigenschaften dieser mysteriösen Energie zu messen. Das Projekt wird von der University of Texas geleitet und involviert amerikanische, deutsche und britische Institute. Mit HETDEX sollen bis zu 800,000 Lyman-Alpha-Galaxien in einem Volumen von ca. 9 Kubik-Giga parsec, (d.h. mit Rotverschiebungen zwischen 2 und 4) detektiert werden. Das Ziel ist es, die typische Verteilung von Galaxien in diesem Volumen zu bestimmen und sie mit den winzigen Temperatur-Fluktuationen im frühesten Universum zu vergleichen.

Das AIP entwickelt Teile des Instruments für HETDEX, genannt VIRUS. Basierend auf einem modularen Konzept, mit 150 Spektrographen, welche mit optischen Glasfaserbündeln mit dem 9m Hobby-Eberly Teleskop (HET), verbunden sind, ist VIRUS ein großer Integralfeld-Spektrograph, welcher über 33.400 Spektren in einer Belichtung aufnehmen kann.

Für die HETDEX Pilotstudie am McDonald Observatorium hat das AIP die Faserbündel-Feldeinheiten entwickelt und geliefert. Die Serienfertigung der weiteren Faserbündel wird im Rahmen eines Technologietransfers mit lokalen Firmen realisiert. Als Ausgleich für seine Entwicklungsleistung erhält das AIP Zugang zur Beobachtungszeit mit VIRUS und ist wissenschaftlich in HETDEX involviert. Die Beteiligung des AIP wurde teilweise aus Mitteln des Leibniz Exzellenzwettbewerbs gefördert.